Corona-Antrag des Landrats abgelehnt

Absage für Alex Eder: Grundschulen im Unterallgäu bleiben zu

In der Corona-Debatte hatte Unterallgäus Landrat Alex Eder die Öffnung von Grundschulen im Landkreis beantragt. Jetzt kam die Antwort von der Regierung von Schwaben in Augsburg.

In der Corona-Debatte hatte Unterallgäus Landrat Alex Eder die Öffnung von Grundschulen im Landkreis beantragt. Jetzt kam die Antwort von der Regierung von Schwaben in Augsburg.

Bild: Landratsamt Unterallgäu

In der Corona-Debatte hatte Unterallgäus Landrat Alex Eder die Öffnung von Grundschulen im Landkreis beantragt. Jetzt kam die Antwort von der Regierung von Schwaben in Augsburg.

Bild: Landratsamt Unterallgäu

Der Antrag von Landrat Alex Eder, die Grundschulen im Unterallgäu zu öffnen, wurde von der Regierung von Schwaben abgelehnt. Die Gründe und was das bedeutet.
15.01.2021 | Stand: 11:48 Uhr

Schwabens Regierungspräsident Erwin Lohner hat den Antrag von Landrat Alex Eder, die Grundschulen im Unterallgäu ab kommender Woche für den Präsenz-Unterricht zu öffnen, abgelehnt.

Die Absage erhielt Eder am Donnerstag. Nach den Ausführungen der Regierung von Schwaben sind die Vorgaben der Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung verbindlich.

Für Abweichungen von diesem Regelwerk gebe es laut Lohner derzeit keine rechtliche Grundlage. Eine Ausnahmegenehmigung für das Unterallgäu wäre bei den momentanen Inzidenzwerten im Landkreis "aus infektionsschutzrechtlicher Sicht nicht vertretbar", heißt es in der Begründung.

Mit einem 7-Tage-Inzidenzwert von 222,9 (Quelle; RKI) liegt das Unterallgäu am Freitag bereits den zweiten Tag in Folge über der markanten Schwelle von 200 und weist damit die höchste Zahl an Neuinfektionen aller Allgäuer Landkreise und kreisfreien Städte auf. Etliche Infektionen gehen allerdings unter anderem auf einen Corona-Ausbruch im Kreis-Seniorenwohnheim St. Martin in Türkheim zurück.

Landrat Alex Eder: Deshalb sollten die Unterallgäuer Schulen wieder öffnen

Landrat Eder hatte wie berichtet in einem sechsseitigen Schreiben gefordert, die jüngsten Schüler im Landkreis ab 18. Januar wieder in die Klassenräume zu schicken. Sein Ziel: Kinder und Familien sollten seiner Ansicht nach nicht erneut unter den Schulschließungen leiden müssen.

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Begründet hatte Eder seinen Antrag mit dem Verweis auf eine Reihe von Studien. Diese hatten zum Tenor, dass Schulen keine Pandemie-Treiber seien und keine erhöhte Gefahr für Schüler und Lehrer bestünde. Der Kommunalpolitiker verwies auf die ausgearbeiteten Hygiene-Maßnahmen in den Schulen und bot an, dass es Ausnahmen geben sollte für Eltern, die ihre Kinder aus Angst vor einer Ansteckung nicht zum Präsenzunterricht schicken wollten.

Regierung für Schwaben will keine Ausnahmen fürs Unterallgäu

Wie schon bei seinem Vorstoß im vergangenen Oktober, als Eder kurzzeitig die Maskenpflicht im Klassenraum für Grundschüler im Unterallgäu außer Kraft setzte, erhielt er nun wieder keine Zustimmung seitens der Regierung von Schwaben. Regierungspräsident Lohner hatte Eder im Herbst in einem Telefonat auf das schwabenweit einheitliche Vorgehen hingewiesen. Auch jetzt gibt es keine Sonderregelung im Unterallgäu.

Zustimmung für Eders Kurs kommt dagegen auch von Kinderinfektiologe Johannes Hübner vom Haunerschen Kinderspital am Klinikum der Universität München. Er sagte im BR, dass man Grundschulen aus seiner Sicht derzeit "sicher aufmachen" könnte. "Je kleiner die Kinder sind, desto geringer das Risiko, dass sie das Virus übertragen." Der Koordinator der Studie Covid-Kids-Bavaria untersucht über mehrere Monate das Infektionsgeschehen an bayerischen Grundschulen.