Glaubensgemeinschaft

Adventgemeinde will in Memmingen neues Gemeindehaus errichten

Die Adventgemeinde Memmingen will am bestehenden Standort am Rennweg ein neues Gemeindehaus errichten.

Die Adventgemeinde Memmingen will am bestehenden Standort am Rennweg ein neues Gemeindehaus errichten.

Bild: Armin Schmid

Die Adventgemeinde Memmingen will am bestehenden Standort am Rennweg ein neues Gemeindehaus errichten.

Bild: Armin Schmid

Die Glaubensgemeinschaft möchte damit ganz nahe bei den Menschen sein. Probleme gibt es am Standort im Rennweg noch mit den Parkplätzen.
10.01.2021 | Stand: 06:15 Uhr

Eine kleine Gruppe protestantischer Christen macht sich auf, um mitten im Memmingen ein großes Projekt zu realisieren. Die Freikirche der „Siebenten-Tags-Adventisten“ will am Rennweg ein neues Gemeindezentrum errichten. Im Memminger Gestaltungsbeirat stieß das Vorhaben jetzt auf ein generell positives Echo. Bedenken gab es aber hinsichtlich der beengten Grundstückssituation sowie der ebenfalls beengten Zufahrt und auch, ob die Anzahl der Parkplätze ausreichend sein werde.

Die Adventgemeinde Memmingen mit ihren rund 40 Mitgliedern gehört nach Angaben von Pfarrer Philipp Steinweber zur weltweit tätigen Gemeinschaft der „Siebenten-Tags-Adventisten“. Das Verwaltungs- und Gemeindezentrum mit Wohnbereich wird laut Steinweber nach ersten Kostenschätzungen mehr als eine Million Euro kosten. Gestemmt werden muss die Investitionssumme im Wesentlichen durch Spenden beziehungsweise von den Gemeindemitgliedern. Fördermittel gibt es laut Pfarrer nicht. Allerdings habe man sich lange auf den Neubau vorbereitet und Finanzmittel angespart. Die Anfänge der Adventistengemeinde im Memmingen reichen mehr als 100 Jahre zurück. Im Jahr 2019 wurde das 110-jährige Bestehen gefeiert. Seit 1979 sind die Mitglieder der protestantischen Freikirche im Gemeindehaus am Rennweg 15 untergebracht.

Gebäude am Rennweg in Memmingen in die Jahre gekommen

Das Gebäude ist innen wie außen in die Jahre gekommen und laut Pfarrer in optischer und technischer Hinsicht nicht mehr zeitgemäß. Der Neubau soll an derselben Stelle entstehen. Nach Möglichkeit soll hierzu noch das westlich gelegene Grundstück angekauft werden. „Wir halten an dem Standort fest, weil wir nah an der Innenstadt und damit auch nah bei den Menschen sein wollen und der Stadt damit auch etwas Gutes tun wollen.“

Anonym in ein Industriegebiet zu ziehen, das war laut Pfarrer keine Option, die man gern in Betracht gezogen hätte. Letztlich soll eine neue Heimat für die Adventisten entstehen, um Gottesdienste, Bibelgespräche, Gesundheitskurse und Treffen der knapp 20 Mitglieder umfassenden Pfadfindergruppe abhalten zu können.

Gemeindesaal für Gottesdienste und Veranstaltungen

Das erste Gebäude soll zum Gemeindezentrum werden. Neben einem Gemeindesaal für Gottesdienste und Veranstaltungen soll es eine kleine Küche und Nebenräume beinhalten. Wichtig ist auch die Refinanzierung. Deshalb sollen im zweiten Gebäude Mietwohnungen untergebracht werden. Es gebe auch einen Interessenten, der eine Praxis für Physiotherapie einrichten wolle. Das Jahr 2021 soll für die weitere Planung aufgewendet werden. „Unser Ziel ist es, 2022 mit dem Neubau zu beginnen.“ Pfarrer Steinweber ist verheiratet, hat vier Kinder und lebt in Kempten, wo er auch die dortige Adventgemeinde seelsorgerisch betreut.

Seinen Angaben zufolge gibt es in Bayern rund 70 weitere Adventgemeinden. Bei den „Siebenten-Tags-Adventisten“ handelt es sich um relativ selbstständige und autarke Glaubensgemeinden. Laut Pfarrer gibt es „gute Anknüpfungspunkte zu den anderen Kirchen und in Memmingen auch eine gute Zusammenarbeit untereinander“. Für die Mitglieder der „Siebenten-Tags-Adventisten“ steht die Beachtung des biblischen Ruhetags, des siebenten Tags der Woche (Samstag) sowie die Erwartung der Wiederkunft Christi (lateinisch: adventus, deutsch: Ankunft) im Vordergrund. Von großer Bedeutung ist laut Philipp Steinweber auch eine ganzheitliche Lebensweise, die Körper, Geist und Psyche mit einbeziehe.

Beengte Parksituation

Der Pfarrer betont, dass man die Anregungen aus dem Gestaltungsbeirat hinsichtlich der wenigen Freiflächen und der beengten Zufahrts- und Parksituation nach Möglichkeit berücksichtigen werde. An der beengten Parksituation könne man aber voraussichtlich nicht viel ändern. „Das ist in der Innenstadt immer ein schwieriges Thema.“ Ein neu ausgearbeiteter Vorschlag wird dem Gestaltungsbeirat nochmals vorgelegt. (sar)