Wakeboarder

Wilde Sprünge auf dem Wasser: "Allgäu-Wakemasters" in Memmingen

Bei den zweiten „Allgäu-Wakemasters“ im Memminger Stadtpark bekamen mehrere hundert Zuschauer spektakuläre Sprünge geboten.

Bei den zweiten „Allgäu-Wakemasters“ im Memminger Stadtpark bekamen mehrere hundert Zuschauer spektakuläre Sprünge geboten.

Bild: Thomas Weigert

Bei den zweiten „Allgäu-Wakemasters“ im Memminger Stadtpark bekamen mehrere hundert Zuschauer spektakuläre Sprünge geboten.

Bild: Thomas Weigert

Die „Allgäu-Wakemasters“ finden unter besten Bedingungen zum zweiten Mal statt. Am Ende sichern sich vor hunderten Zuschauern acht Wakeboarder einen Titel.
27.06.2022 | Stand: 16:35 Uhr

Das Thermometer zeigt 23 Grad an. Doch gefühlt liegen die Temperaturen weit darüber. Manch einer lässt sich bräunen, andere ziehen ihre Picknickdecke in den Schatten. Alle Blicke sind auf das Wasser im Stadtpark Neue Welt gerichtet, über das auch eine Drohne flitzt. Sie jagt einem Teilnehmer der „Allgäu-Wakemasters“, einem offiziellen Wakeboard-Wettbewerb, hinterher und versucht mitzuhalten.

Wakeboarden: Diese Sportart gilt als Kombination aus Snowboarden und Wasserskifahren. Ein sogenanntes Cable zieht die Rider in flotter Geschwindigkeit über das Wasser, das ästhetisch in alle Richtungen spritzt. Die Blesshühner am Ufer scheint es nicht zu stören. Sie pflegen weiterhin desinteressiert ihre Federn – egal, wie beeindruckend die Sportler durch die Luft fliegen.

Wakeboarder nutzen Features für ihre Tricks

Möglich ist das dank der Features. Das sind Hindernisse, die Wakeboarder für ihre Tricks nutzen. „Diese Features haben wir schon 2019 genutzt“, erzählt Alessandro Kühnl, Dritter Vorsitzender des Mitorganisators „Sons of Allgäu“. „Aber die Zusammenstellung ist anders, und unsere Transfereinheit ist neu.“

Der Wettbewerb, der ein „National 2 Star Event“ ist, ist in mehrere Phasen unterteilt. Nach dem Training der Profis dürfen sich auch unerfahrene Interessierte auf dem Wasser ausprobieren. Für diese Chance sind Shaima und Mariam El Qaouti extra aus Ulm nach Memmingen gekommen. Nach einer Einweisung dürfen sie, wie später die Teilnehmer auch, jeweils zwei Runden drehen.

Ein guter Wakeboarder braucht "ein bisschen Körpergefühl"

„Die Crew hat uns hilfreiche Tipps und ein gutes Gefühl gegeben“, urteilt Shaima. Mariam fügt hinzu: „Es hat geholfen, dass die Geschwindigkeit des Cables regelbar ist.“ Ein bisschen Körpergefühl sei nötig, aber insgesamt empfinden die Schwestern ihr erstes Mal beim Wakeboarden als recht einfach und spaßig.

Die jungen Frauen haben bereits Erfahrungen mit Kitesurfen und Snowboarden gemacht. Nach dem kostenlosen öffentlichen Fahren dürfen schließlich die professionellen Rider – nach drei Jahren Corona-Pause – ihr Können wieder unter Beweis stellen. Unterteilt in die Gruppen „U14“ und „Open Men“ beziehungsweise „Women“ treten die Kandidaten an. Sie alle müssen Mitglied in einem dem DWWV (Deutscher Wasserski- und Wakeboard-Verband) angeschlossenen Verband sein.

Das bunt gemischte Publikum in Memmingen ist begeistert

Auf die Qualifikationsrunde folgt der „Best Trick Contest“, bei dem besonders spektakuläre Sprünge gezeigt werden. Das bunt gemischte Publikum ist begeistert. Kleinkinder, Erwachsene und auch ein paar Hunde verfolgen die Teilnehmer mit großen Augen. Auch wenn es hier und da Patzer und Stürze gibt, muss die Wasserwacht Memmingen, die für die Sicherheit zuständig ist, nie eingreifen.

Angeheizt von Moderator Bastian Dörr gibt es immer wieder Applaus. Auch die verschiedenen Essens- und Getränkestände sowie die Musik von DJ Hao Tran sorgen für gute Stimmung. Eine ältere Zuschauerin, die anonym bleiben möchte, gibt allerdings zu, dass sie sich ein wenig mehr erhofft habe: „Ich habe aber keine Ahnung!“, fügt sie lachend hinzu. „Bevor ich aber daheim auf der Terrasse sitze, schaue ich lieber hier zu.“ Wer Ahnung hat, das sind die vier Schiedsrichter. Bewertet werden verschiedene Aspekte. Der Trick an sich sei selbstverständlich wichtig, aber mindestens genauso entscheidend sei die Ausführung.

Ein ehemaliger Wakeboard-Weltmeister gewinnt in Memmingen

Die Jury beobachtet ebenfalls die Nutzung der Hindernisse. Wird ein Feature ausgelassen? Bewegt der Rider sich nur links, rechts oder ausgeglichen auf beiden Seiten des Wassers? „Es geht um Style, Technik und Schwierigkeitsgrad“, erklärt Moderator Dörr dem Publikum.

Am Ende haben gleich acht Teilnehmer überzeugt. Den ersten Platz bei der „Open Men“ belegt der ehemalige Wakeboard-Weltmeister Philipp Koch, bei den Frauen gewinnt Avelina Freimut „Gold“. Janno Mannebeck darf sich unter den U14-Teilnehmern als Sieger bezeichnen. Maximilian Bamler, Sven Harlinghausen, Eileen Iljuschnikow, Philip Sperber und Ben-Luca Müller sichern sich jeweils die zweiten und dritten Plätze.

Die Gewinner feiern allesamt am Ende eines langen Sommertages gebührend auf der Bühne, während die Abendsonne auf der Wasseroberfläche glitzert und die Temperatur sich nun auch gefühlt angenehmen 23 Grad nähert.