Lautrach

Altes Dampfauto auf Hochglanz gebracht

Ein 100 Jahre altes Dampfauto der Marke Stanley ist die neue Attraktion des Oldtimer-Privatmuseums von Hans Bienert aus Lautrach. Unser Bild zeigt Bienert (vorne) mit dem neuen Gefährt sowie (im Fahrzeug von links) Robin Vogel und Otto Endres.

Ein 100 Jahre altes Dampfauto der Marke Stanley ist die neue Attraktion des Oldtimer-Privatmuseums von Hans Bienert aus Lautrach. Unser Bild zeigt Bienert (vorne) mit dem neuen Gefährt sowie (im Fahrzeug von links) Robin Vogel und Otto Endres.

Bild: Franz Kustermann

Ein 100 Jahre altes Dampfauto der Marke Stanley ist die neue Attraktion des Oldtimer-Privatmuseums von Hans Bienert aus Lautrach. Unser Bild zeigt Bienert (vorne) mit dem neuen Gefährt sowie (im Fahrzeug von links) Robin Vogel und Otto Endres.

Bild: Franz Kustermann

Das Oldtimer-Privatmuseum in Lautrach ist um eine Attraktion reicher.
29.09.2020 | Stand: 12:10 Uhr

Das Privatmuseum des Lautracher Oldtimerliebhabers Hans Bienert ist um eine Attraktion reicher: Fast zwei Jahre lange arbeitete der einstige Malermeister mit befreundeten Technikern daran, ein 100 Jahre altes Dampfauto der Marke Stanley auf Hochglanz zu bringen und fahrbereit zu machen. Wie alle seine mittlerweile 18, zum Teil höchst seltenen Vehikel, soll auch der neueste Hingucker demnächst sogar eine Straßenzulassung bekommen. Von 1898 bis 1924 hatten die Gebrüder Stanley in den USA (Newton, Massachusetts) über 10 000 dieser Fahrzeuge gebaut. Als man die Tin-Lizzy schon für 400 Dollar kaufen konnte, hatte das Dampfauto dem Hersteller bereits satte 4000 Dollar eingebracht: Vorne, unter der Haube, wird ein großer Wasserkessel von einem „Brennrechen“ mit Gas oder Benzin befeuert.

Tempo 60 in der Spitze

Die Abgase werden über einen Schornstein per Unterstrom unter dem Fahrzeug nach hinten abgeleitet. Der im Kessel entstehende Druck von etwa zehn Bar bewegt die zwei nebeneinanderliegenden Kolben des Dampfmotors im hinteren Teil des Fahrzeuges, das ohne jegliches Getriebe entweder vorwärts oder rückwärts angetrieben wird. Das Auto erreicht eine Spitzengeschwindigkeit von bis zu 60 Kilometer. Dabei läuft das Gefährt fast so leise wie ein E-Auto. Nur ein leichtes Tuckern ist zu hören. Und aus dem Auspuff kommt lediglich Wasserdampf heraus, ebenso beim Hupen. Allerdings muss der 45 Liter fassende Dampfkessel rund 20 Minuten vor der Fahrt angeheizt werden. Erworben hat Bienert das Auto von Jodok Krumbacher in Oberstdorf, von dem der Tüftler auch schon seine Dampfmaschine gekauft hatte. Robin Vogel hat das Vehikel mit einem straßentauglichen Elektroniksystem ausgestattet. Wer die Ausstellung von Hans Bienert besuchen möchte, kann sich unter (0176) 43142112 anmelden.