Sanierungsprojekt

Altes Rathaus in Amendingen soll neues Schmuckstück werden

Alte Schule

So könnte das „Alte Rathaus“ in Amendingen einmal aussehen.

Bild: Architekturbüro Jakob

So könnte das „Alte Rathaus“ in Amendingen einmal aussehen.

Bild: Architekturbüro Jakob

Memminger Stadträte stimmen Vorentwurf zur Sanierung und Umgestaltung des Gebäudes zu. Musikverein bekommt dort ein neues Zuhause. Diskussion um Lärmschutz.
18.04.2021 | Stand: 06:00 Uhr

Das „Alte Rathaus“ im Stadtteil Amendingen wird grundlegend saniert und zum Teil umgebaut. Dem entsprechenden Vorentwurf des Architektenbüros Jakob aus Krumbach haben die Mitglieder des städtischen Bauausschusses in ihrer jüngsten Sitzung geschlossen zugestimmt. Mit den Bauarbeiten wird voraussichtlich im März 2022 begonnen, sodass das Haus im Sommer 2023 fertig ist. Die Kosten werden auf knapp 3,5 Millionen Euro geschätzt.

Das Haus am St-Ulrich-Platz beherbergt verschiedene städtische Dienststellen. So sind dort etwa die Kfz-Zulassungsstelle und das Veterinäramt untergebracht. Darüber hinaus gibt es einen Versammlungsraum des örtlichen Bürgerausschusses. Im Osten des Gebäudes befindet sich eine kleine Halle, die von der Feuerwehr genutzt wurde. Da die Floriansjünger vor zwei Jahren in die neue Amendinger Feuerwache an der Donaustraße umgezogen sind, kann die Halle abgerissen werden.

Multifunktionsraum für Amendinger Dorfgemeinschaft

Laut dem städtischen Baureferat ist die Generalsanierung des ehemaligen Gemeindehauses aufgrund des baulichen und energetischen Zustands dringend erforderlich. Zudem würden die Räume nicht den heutigen Erfordernissen der dortigen Ämter entsprechen. So soll durch die Umbauten der Grundriss optimiert werden. Zudem wird der Amendinger Musikverein in dem Haus eine neue Heimat finden. Die Musiker nutzen derzeit noch Räume im örtlichen Kindergarten. Nicht zuletzt sollen im „Alten Rathaus“ noch Räumlichkeiten für die Dorfgemeinschaft eingeplant werden. Darüber hinaus wird die Gebäudetechnik auf den neusten Stand gebracht. Dabei soll eine möglichst hohe Energieeffizienz erreicht werden.

Den Vorentwurf stellten Architektin Ulrike Jakob und Projektleiter Andreas Bartenschlager den Stadträten vor. Demnach wird der Dachstuhl des Gebäudes komplett abgerissen und neu aufgebaut. In ihm soll unter anderem ein Saal für den Musikverein sowie ein großer Multifunktionsraum für die Dorfgemeinschaft und eine Küche entstehen. Die bestehende Photovoltaik-Anlage soll auch auf dem neuen Dach Platz finden. Das Gebäude bekommt zum Teil eine Putz- und eine Holzfassade. Eine moderne Dämmung sowie eine Pelletheizung und eine leistungsstarke Lüftungsanlage sind ebenfalls eingeplant. Laut Bartenschlager wird ein hoher Energiestandard angestrebt. Ferner soll das Gebäude künftig zwei Eingänge haben, wobei sich ein neuer Treppenaufgang mit Aufzug auf der Rückseite des Hauses befindet (siehe Illustrationen). Rund um das „Alte Rathaus“ sind 23 Pkw-Parkplätze und mehrere Fahrrad-Stellplätze vorgesehen.

Stadtrat Schwarz befürchtet Beschwerden von Anwohnern

Bei der anschließenden Diskussion begrüßten Vertreter aller Stadtratsfraktionen die geplante Sanierung und die Umgestaltung des Hauses. „Das ist eine sehr gute Planung“, sagte beispielsweise die in Amendingen wohnende Zweite Bürgermeisterin Margareta Böckh (CSU). Zugleich freut sie sich darüber, dass man damit zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen kann. Denn zum einen bekommen die Musiker ein neues Zuhause – und zum anderen werden durch den Umzug der Kapelle im Kindergarten Räume für eine Erweiterung frei.

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Kommentar

Die Amendinger sollten sich miteinander freuen

Indes merkte Professor Dr. Josef Schwarz an, dass es Probleme mit dem Lärmschutz geben könnte. Schließlich befinde sich das künftige Heim der Musiker mitten im Ort und der Probenraum sei zur Nachbarschaft hin ausgerichtet. Diese könnte sich gestört fühlen, wenn die Musiker abends länger Proben oder zusammensitzen. Sein Vorschlag, den Probenraum zur Straße hin auszurichten, wäre in den Augen der Planer wegen der Treppenhaussituation nur schwer umzusetzen. Hier merkte Böckh an: „Ich wohne seit etwa 40 Jahren neben einem Musikheim. Und ich genieße es immer, wenn die Musiker spielen. Das ist Leben im Dorf.“ Letztlich schlug sie vor, die bestmöglichen Schallschutzmaßnahmen zu ergreifen. Abschließend regte Jürgen Kolb (FW) an, auf die Nachbarn zuzugehen und diese bei der weiteren Planung „mitzunehmen“. Das schaffe sicher Akzeptanz.

Was Redakteur Volker Geyer über die befüchteten Beschwerden von Nachbarn denkt, lesen Sie hier.