Kulturangebot

An 50 Orten in Memmingen „Kunst im Geschäft“ entdecken

44 Kunstschaffende sind bei der zehnten Auflage der Aktion „Kunst im Geschäft“ vertreten. Zu ihnen gehört der Memminger Kulturpreisträger Pit Kinzer, dessen Installation „Der Sprung ins Ungewisse“ das Bild in der Ulmer Straße prägt.

44 Kunstschaffende sind bei der zehnten Auflage der Aktion „Kunst im Geschäft“ vertreten. Zu ihnen gehört der Memminger Kulturpreisträger Pit Kinzer, dessen Installation „Der Sprung ins Ungewisse“ das Bild in der Ulmer Straße prägt.

Bild: Walter Müller

44 Kunstschaffende sind bei der zehnten Auflage der Aktion „Kunst im Geschäft“ vertreten. Zu ihnen gehört der Memminger Kulturpreisträger Pit Kinzer, dessen Installation „Der Sprung ins Ungewisse“ das Bild in der Ulmer Straße prägt.

Bild: Walter Müller

44 Künstler und Künstlerinnen stellen bei der inzwischen zehnten Auflage in Behörden, Einrichtungen und Geschäften aus. Die Aktion läuft bis 12. Oktober.
26.09.2020 | Stand: 18:00 Uhr

Zum inzwischen zehnten Mal ist bei der Aktion des Stadtmarketing-Vereins Memmingen „Kunst im Geschäft“ zu erleben – und ausgerechnet diesmal war sie bedingt durch die Corona-Pandemie in Bedrängnis gebracht worden. Umso bemerkenswerter ist die erneute Rekordbeteiligung bei dieser Ausstellungsaktion: 50 Geschäfte und Einrichtungen wie Banken, die Volkshochschule oder das Landgericht Memmingen sind dabei und bieten den insgesamt 44 vertretenen Künstlern und Künstlerinnen bis Montag, 12. Oktober, Gelegenheit, ein breites Publikum anzusprechen.

Einen Eindruck davon vermittelte die Eröffnung der Aktion bei Graf Architekten in der Ulmer Straße, wo ein besonderes Freiluft-Exponat des Memminger Kulturpreisträgers Pit Kinzer – „Der Sprung ins Ungewisse“ – nun das Straßenbild prägt. Dort erinnerte Oberbürgermeister Manfred Schilder an die Absicht der Stadt: „Kunst in den Aufenthaltsraum der Menschen zu bringen und sie erlebbar zu machen.“ Dieser niederschwellige Zugang für die Öffentlichkeit, fügte Schilder hinzu, „hat sich in mittlerweile zehn Jahren hervorragend bewährt“. Dies zeigt sich an der Zahl der Ausstellungsorte – lag sie nach Angaben der Stadt anfangs bei 22, so hat sie sich nun mehr als verdoppelt. Allein im Vergleich zur Auflage 2019 kamen beim diesjährigen „künstlerischen Stadtspaziergang“ fünf Stationen hinzu.

Gutscheine zu gewinnen

Für die Entdeckungstour gibt es einen zusätzlichen Ansporn, auf den Schilder und Michael Schönleber als Vorstandsmitglied des Stadtmarketing-Vereins hinwiesen: Wer sich der Aufgabe stellt, unter den Exponaten – von Gemälden über Skulpturen bis hin zu Installationen – die zwei Werke mit den Titeln „Frida“ und „Frau farbig frei sucht …“ zu finden, kann einen von drei Einkaufsgutscheinen für den Memminger Einzelhandel gewinnen.

Verteilt sind die Ausstellungsstücke über die ganze Stadt. Hier seien exemplarisch zwei davon erwähnt, die auch während der Vorstellung der Gesamt-Aktion gezeigt wurden. Pit Kinzer hatte auf Anfrage von Architektin Elke Graf sein Werk „Der Sprung ins Ungewisse“ aus den 2006 geschaffenen „Gerngroß Models XXL“ zur Verfügung gestellt. Mit einer im Original nur zwei Zentimeter großen Turmspringer-Figur aus einer Modelleisenbahn-Abteilung hat der Künstler eine lebensgroße Fotodarstellung geschaffen, die nun zwischen dem Parishaus und dem Haus Ulmer Straße 8 quasi in die Straße eintaucht.

Anderer Blick auf "Deutsche Geschichten"

Eine große Werkschau bietet das Landgericht am Hallhof. Dort sind etliche Werke – die pigmentbearbeiteten Groß-Fotografien des gebürtigen Illertisseners Alfons Alt – im Erdgeschoss und im Obergeschoss der Eingangshalle ausgestellt. „Weder Fotografie noch Malerei, aber beides zugleich“, bezeichnet Alt seine Arbeit unter dem Titel „Deutsche Geschichten“, die wie alle übrigen Ausstellungen „im Geschäft“ bis 12. Oktober zu sehen ist. Dem durch Fotografie entstandenen Motiv verleiht Alfons Alt malerisch eigene Akzente und gelangt so zu einer persönlichen und ausdrucksstarken Darstellung von Historie. Alt lebt heute in Marseille, wo er in einer stillgelegten Tabakmanufaktur eine experimentelle Werkstatt für alternative Fotografie gegründet hat.

„Eine Win-win-Situation für Geschäfte, die potenzielle zusätzliche Kunden erreichen, wie für die Besucher, die Kunst in vielseitigen Ausdrucksformen im Alltag finden können“, beschrieb Alexandra Hartge, die die Geschäftsstelle des Stadtmarketing-Vereins führt. Ihrer Meinung nach liegt der Erfolg – vor allem auch für die ausstellenden Künstler, die so ein großes Publikum ansprechen – auf der Hand.