Stadtentwicklung

Anwohner befürchten Verkehrs-Chaos in ihrem Viertel in Memmingen

Bürgerinitiative

Die Bürgerinitiative „Grenzhofstraße-Nordweg“ fordert angesichts eines geplanten Wohngebiets auf dem Grenzhofareal ein entsprechendes Konzept von der Stadt zur Reduzierung der Verkehrsbelastung in ihrem Viertel. Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, hat die Initiative 615 Unterschriften bei Anwohnern gesammelt. Die Liste hat Christian Eckhard (vorne rechts) jetzt an Oberbürgermeister Manfred Schilder (links) übergeben.

Bild: Uwe Hirt

Die Bürgerinitiative „Grenzhofstraße-Nordweg“ fordert angesichts eines geplanten Wohngebiets auf dem Grenzhofareal ein entsprechendes Konzept von der Stadt zur Reduzierung der Verkehrsbelastung in ihrem Viertel. Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, hat die Initiative 615 Unterschriften bei Anwohnern gesammelt. Die Liste hat Christian Eckhard (vorne rechts) jetzt an Oberbürgermeister Manfred Schilder (links) übergeben.

Bild: Uwe Hirt

Bürgerinitiative „Grenzhofstraße-Nordweg“ fordert Tempo-30, eine Rechts-vor-links-Regelung und genügend Parkplätze. 615 Unterschiften an Rathauschef übergeben.
12.11.2021 | Stand: 18:00 Uhr

Die Stadt Memmingen und die „i+R Allgäu GmbH“ planen zusammen den Bau von bis zu 450 Wohnungen auf dem Grenz-hofareal. Indes befürchten Anwohner mit Blick auf das Großprojekt, dass der Straßenverkehr in der Grenzhofstraße und im Nordweg erheblich zunehmen wird und es zu Verkehrsbehinderungen kommt. Die Bürgerinitiative „Grenzhofstraße-Nordweg“ fordert deshalb ein entsprechendes Verkehrskonzept (wir berichteten). Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, hat die Initiative 615 Unterschriften von Anwohnern der angrenzenden Wohngebiete gesammelt und an Oberbürgermeister Manfred Schilder übergeben. Das Stadtoberhaupt sicherte eine genaue Beurteilung der Situation zu und betonte: „Ich nehme die Sache sehr ernst.“

Architektenwettbewerb für Großprojekt

Wie berichtet, haben die Stadt und „i+R“ zusammen einen städtebaulichen Realisierungswettbewerb für das Großprojekt ausgelobt, an dem 20 Planungsbüros teilnehmen können. Neben Wohnungen sollen auf dem etwa 3,8 Hektar großen Grenzhofareal auch Gebäude für Gastronomie, Dienstleistungen, Büros und Ärzte sowie eine Kindertagesstätte entstehen. Laut OB Schilder ist der Wettbewerb erst angelaufen und somit in Sachen Grenzhofareal noch nichts endgültig entschieden.

Christian Eckhard von der Bürgerinitiative fasst deren Forderungen so zusammen: eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30 Stundenkilometer und die Aufhebung des Vorfahrtsrechts in der Grenzhofstraße und im Nordweg. Stattdessen soll künftig die Regel „rechts vor links“ gelten. Das würde den Verkehr beruhigen. Darüber hinaus pocht die Initiative darauf, dass in dem geplanten Wohngebiet ausreichend Parkplätze geschaffen werden. Bislang sind 450 Tiefgaragenplätze und 90 oberirdische Stellplätze in der Diskussion. Das wären nach Ansicht der Anwohner viel zu wenig Abstellplätze. Schließlich habe jeder Haushalt in Deutschland im Schnitt jetzt schon 1,5 Autos. „Ein autofreies Wohnareal mit viel Grün zu planen und dabei billigend in Kauf zu nehmen, dass die angrenzenden Wohngebiete einen noch größeren Parkdruck erfahren, ist unsozial“, sagt Eckhard. Zudem muss in den Augen der Anwohner der Verkehr aus dem künftigen Wohngebiet auf die großen Verkehrsadern der Stadt geleitet werden – „und nicht einfach nur auf die Grenzhofstraße“.

Durchgangsverkehr reduzieren

Wie Eckhard weiter erläutert, seien die Grenzhofstraße und der Nordweg heute schon mit mehr als 3000 Fahrzeugen am Tag belastet. Dabei diene die Straße hauptsächlich als Durchgangsstraße zwischen Adenauerring und Buxheimer Straße. Nach Schätzung der Bürgerinitiative würden weit mehr als die Hälfte aller Autofahrer die beiden Straßen nur zum Durchfahren nutzen. Und wegen des neuen Wohngebiets und des geplanten Baus eines neuen Klinikums beim Memminger Autobahnkreuz würde der Verkehr noch weiter zunehmen. Nach Eckhards Worten besagt ein Gutachten, dass aufgrund der vorgesehenen Wohnbebauung samt Gastronomie, Dienstleistungsangeboten, Ärzten und Kindertagesstätte etwa 2000 Kfz-Fahrten von und zum Grenzhofareal erwartet werden.

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