Heimertingen

Auf dem Reiter-Areal wird der Platz knapp

HT Reiter Areal

Auf einer Fläche neben der Memminger Ach in Heimertingen sollen vier Häuser mit 24 Wohnungen entstehen. Die Gebäude werden jedoch wohl weiter von dem Gewässer entfernt gebaut als bisher geplant.

Bild: Armin Schmid

Auf einer Fläche neben der Memminger Ach in Heimertingen sollen vier Häuser mit 24 Wohnungen entstehen. Die Gebäude werden jedoch wohl weiter von dem Gewässer entfernt gebaut als bisher geplant.

Bild: Armin Schmid

Die geplante Wohnanlage in der Dorfmitte muss weiter weg von der Memminger Ach und einem Fahrsilo gebaut werden. Welche Rolle die Mülllabfuhr bei der Entscheidung spielt.
23.11.2020 | Stand: 11:58 Uhr

Noch bevor die erste Baugrube ausgehoben und der erste Ziegel verlegt ist, wird beim Bauprojekt auf dem Reiter-Areal in Heimertingen der Platz knapp. Mit den geänderten Bauanträgen setzten sich die Mitglieder des Heimertinger Gemeinderats nun in ihrer Sitzung auseinander.

Architekt Christian Füss erläuterte, dass man im März mit 24 Wohneinheiten verteilt auf vier Wohngebäude in die Genehmigungsphase für das Projekt Reiter-Areal eingestiegen ist. Dies sei auch mit der Gemeinde so abgestimmt gewesen. Im Zuge der Beteiligung der Träger öffentlicher Belange seien mehrere Problemstellungen im Hinblick auf die geplante Bebauung des 4500 Quadratmeter großen Innerortsbereichs aufgetreten.

Zum einen müsse man mit dem Bauvorhaben von der direkt nebenliegend vorbeifließenden Memminger Ach wegrücken, machte der Planer deutlich. Zudem befindet sich ein Fahrsilo eines landwirtschaftlichen Betriebs in unmittelbarer Nähe, zu dem die Gemeinde mit der geplanten Wohnbebauung mindestens 25 Meter Abstand einhalten muss.

Bebaubare Fläche fast halbiert

In der nun geänderten Planung sind die Grundrisse der vier Wohngebäude von der Memminger Ach abgerückt und halten auch einen 25 Meter Abstandsradius zum Fahrsilo ein. „Die bebaubare Fläche hat sich dadurch nahezu halbiert“, bilanzierte Füss. Die für die Wohnbebauung nicht geeignete Fläche werde man aber für Stellplätze und Carports nutzen.

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Laut Projektentwickler Josef Staller (Firma Wild) handelt es sich letztlich von der Größe her gesehen um die gleichen Baukörper. Allerdings habe man die Gebäude aufgrund der nun beengten Platzverhältnisse enger zueinander stellen müssen. Zwei Baukörper werden aus Platzgründen direkt aneinandergebaut. In der ursprünglichen Planung waren insgesamt 48 Stellplätze für 24 Wohneinheiten vorgesehen. Dies verringere sich nun geringfügig auf 45 Parkplätze.

Die Zufahrt zum Reiter-Areal soll über den Brühlweg erfolgen. Josef Staller erläuterte, dass es Zwei- und Dreizimmerwohnungen mit 62 bis 88 Quadratmeter Wohnfläche geben wird. Darunter werden laut dem Projektentwickler auch viele Single-Haushalte sein. Er geht daher davon aus, dass die Anzahl der Stellplätze ausreichen wird. Die Wohnungen werden über eine zentrale Pelletheizung versorgt.

Die einzelnen Gebäude werden 17,5 auf 12 Meter groß werden und zweieinhalb Stockwerke haben. Über einen Aufzug wird in allen Gebäuden Barrierefreiheit erreicht.

Bürgermeister Josef Wechsel sprach die Problematik der Müllentsorgung an. Es könne nicht sein, dass 24 Haushalte ihre Mülltonne vorne am Gehsteig an der viel befahrenen und hochfrequentierten Ortsdurchfahrt und direkt an der B300 abstellen. Dies sei mit Apotheke, dem neuen VR-Bankgebäude und Bäckerei ohnehin ein neuralgischer Punkt in der Dorfmitte.

Vier Müllcontainer

Josef Staller sagte, dass das Müllfahrzeug aufgrund der Platzverhältnisse nicht in das Baugebiet hineinfahren kann. Man habe sich letztlich für vier große Müllcontainer entschieden, die über den Hausmeisterdienst zur Entleerung bereitgestellt werden. Hinsichtlich der Stellfläche für die Container wolle man einen kleinen Gartenteil am Gehweg ablösen. Der Bürgermeister gab zu bedenken, dass die Müllfahrzeuge bei dieser Variante während der Müllabholung immer noch an der B300 stehen und den Verkehrsfluss an der Ortsdurchfahrt in dieser Zeit einschränken.

Gemeinderat Clemens Bernhard hatte Bedenken, dass die Müllabholung eben faktisch gesehen auf dem Gehweg stattfinden wird. Bernhard meinte, dass die Firma Wild die kompletten Umbaukosten für die Müllstation übernehmen muss. Unter der Auflage, dass die Müllcontainer nicht auf öffentlichem Grund stehen dürfen, hat der Heimertinger Gemeinderat dem Bauantrag mit 11:1 Stimmen zugestimmt. Die Gegenstimme kam von Clemens Bernhard.

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