Straßenverkehr

Auf der Suche nach der eierlegenden Wollmilchsau in Memmingen

Eisenbahn Allgäu

Mit dem angestrebten Mobilitätskonzept soll auch die kombinierte Nutzung unterschiedlicher Verkehrsmittel verbessert werden.

Bild: Ralf Lienert (Archivbild)

Mit dem angestrebten Mobilitätskonzept soll auch die kombinierte Nutzung unterschiedlicher Verkehrsmittel verbessert werden.

Bild: Ralf Lienert (Archivbild)

Stadtrat in Memmingen beschließt Leitziele für ein Mobilitätskonzept, das möglichst vielen Ansprüchen gerecht werden soll. Was dabei im Fokus steht.
16.12.2021 | Stand: 18:00 Uhr

Das angestrebte Mobilitätskonzept für den Raum Memmingen ist wieder einen Schritt weiter: Die Stadträte stimmten in ihrer jüngsten Sitzung geschlossen den erarbeiteten Leitzielen zu. Mit dem Konzept soll ein bedarfsgerechtes, innovatives sowie umwelt- und klimafreundliches Mobilitätsangebot für alle Bürger geschaffen werden. Im Mittelpunkt stehen Verbesserungen im Bus- und Bahnverkehr sowie im Fuß- und Radverkehr. Dabei soll auch die kombinierte Nutzung unterschiedlicher Verkehrsmittel verbessert werden. Die 2020 begonnene Erarbeitung des Mobilitätskonzepts soll im November 2022 abgeschlossen sein.

Bürger werden mit einbezogen

Vor dem Hintergrund des Klimawandels strebt der Freistaat Bayern eine Verkehrswende an. Um diese voranzubringen, wurde Memmingen als Modellregion „Zukunft der Mobilität“ auserkoren. Das Konzept wird vom Ingenieurbüro SSP Consult in Stuttgart in enger Kooperation mit dem bayerischen Verkehrsministerium und einer Lenkungsgruppe erarbeiten, in der Vertreter der Stadtverwaltung und des Stadtrats sitzen. Zudem werden Nachbarkommunen, Akteure aus der Wirtschaft, Verkehrsdienstleister, Interessen- und Umweltverbände sowie insbesondere die Bürger eingebunden. So hat etwa ein Bürgerworkshop in der Stadthalle mit etwa 50 Teilnehmern stattgefunden. Weitere Bürgerbeteiligungen werden folgen.

„Mit dem Konzept soll letztlich auch die Attraktivität unserer Stadt und unserer Region gesteigert werden“, sagte Dritter Bürgermeister, Dr. Hans-Martin Steiger (SPD), in der Ratssitzung. Von „guten Zielen, die sehr ambitioniert sind“, sprach Professor Dr. Dieter Buchberger (Grüne). Gleichzeitig gab er zu bedenken, dass das Konzept später auch wirklich in die Tat umgesetzt werden müsse und nicht in einer Schublade verschwinden dürfe. Jürgen Kolb (Freie Wähler) und Sebastian Baumann (FDP) verwiesen darauf, dass man es sich in der Lenkungsgruppe nicht leicht gemacht habe. Auf der Suche nach der „eierlegenden Wollmilchsau“, wie Kolb es schmunzelnd ausdrückte, habe man um jedes Wort gerungen. „Ich bin aber zuversichtlich, dass wir das Konzept umsetzen können.“ Baumann sagte mit Blick nach vorn, dass man bei der anstehenden Erstellung eines Maßnahmenkatalogs auch wirklich die Interessen aller Verkehrsteilnehmer im Blick haben müsse. „Die Maßnahmen müssen lebbar und bezahlbar sein.“

Das weitere Vorgehen

Nachdem der Memminger Stadtrat jetzt die Leitziele des Konzepts beschlossen hat, beginnt nun die dritte Phase. Hier steht die Frage im Mittelpunkt: Was hindert uns, was hilft uns, die Ziele zu erreichen? In Phase vier werden sich die Beteiligten der Frage annehmen: Was müssen wir tun, um die Ziele zu erreichen? Am Ende dieser Stufe soll eine Maßnahmen-Konzeption stehen. In der fünften und letzten Phase geht es schließlich um die Erarbeitung eines Realisierungskonzepts. Dann lautet die entscheidende Frage: Wie gehen wir bei der Umsetzung vor?

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