Bauvoranfrage

Aus „Wohnen am Park“ wird in Bad Grönenbach vorerst nichts

BG Wohnen

Im Bereich eines Villen-Grundstücks im Bad Grönenbacher Ortsteil Thal soll ein größeres Wohnprojekt entstehen. Eine Bauvoranfrage lehnte der Marktgemeinderat aber zunächst ab.

Bild: Armin Schmid

Im Bereich eines Villen-Grundstücks im Bad Grönenbacher Ortsteil Thal soll ein größeres Wohnprojekt entstehen. Eine Bauvoranfrage lehnte der Marktgemeinderat aber zunächst ab.

Bild: Armin Schmid

Unternehmen wollte in Unterthal drei Mehrfamilienhäuser mit bis zu 24 Einheiten errichten. Doch Räte lehnen das mit knapper Mehrheit ab. Das sind die Gründe.
08.04.2021 | Stand: 12:00 Uhr

Eine erneute Bauvoranfrage zur Errichtung von Mehrfamilienhäusern im Bereich eines Villen-Grundstücks in Unterthal hat der Bad Grönenbacher Marktgemeinderat in seiner jüngsten Sitzung knapp abgelehnt. Für das exponiert gelegene Grundstück wurden in den vergangenen Jahren zahlreiche Nutzungsoptionen diskutiert. Keine davon fand eine Mehrheit im Marktrat. Angedacht waren bereits eine Seniorenwohnanlage, Tiny-Häuser und auch Mehrfamilienhäuser.

Der Geschäftsleiter Johann Grimm von der Firma G&M präsentierte den aktuellen Planungsstand zum Projekt „Wohnen am Park“. Im Jahr 2019 habe man 30 Wohneinheiten bei maximaler Auslastung des Grundstücks und ungeklärter Parksituation bauen wollen. Grimm berichtete, dass die Planung jetzt angepasst wurde und nun einen Umfang von 21 bis 24 Wohneinheiten verteilt auf drei Mehrfamilienhäuser hat. Die Wohnungen sollen 55 bis 100 Quadratmeter groß werden. Eine Nutzungsmöglichkeit für stilles Gewerbe wäre laut Grimm auch gegeben. Es werden 56, meist überdachte Stellplätze mit eingeplant. Zudem sollen kostenlose Parkplätze für die Öffentlichkeit entstehen. Ziel sei es, nachhaltigen Wohnraum für lokale Firmen und deren Mitarbeiter zu schaffen. Zudem benötige man dringend Patientenunterkünfte für die in der Villa untergebrachte Praxis.

Lärmschutzwand geplant

Mit Blick auf die angrenzenden Grundstücksflächen sei eine „Umforstung“ des südlichen Baumbestands angedacht. Im Norden erfolge in Abstimmung mit dem Grundstücksnachbarn eine Neuvermessung. Die Ausgleichsflächen werden auf dem Grundstück einer Familie entstehen, die auch einer teilweisen Nutzung des Parkgrundstücks für das Projekt „Wohnen am Park“ zugestimmt habe. Die Grundstücksgröße umfasst rund 5800 Quadratmeter. Die Grundfläche der Gebäude und Garagen soll circa 2370 Quadratmeter umfassen. Die Geschossflächen erstrecken sich auf 3667 Quadratmeter. Zum Bahngleis und Industriegebiet hin ist ein Lärmschutzwall geplant. Die Gebäude sollen sich laut Johann Grimm gut in das Landschaftsbild einführen. „Eine protzige Stadtvilla wollen wir nicht bauen.“ Allerdings handle es sich schon um ein größeres Projekt.

CSU-Marktrat Markus Schönmetzler erkundigte sich nach der Option für stilles Gewerbe. Grimm meinte, dass es sich um Büroräume, Praxen oder Physiotherapie handeln könnte. Zweite Bürgermeisterin Ilse Dorn betonte, dass ihr das Wohnbauvorhaben zu groß erscheint. Auch FW-Ratsmitglied Jürgen Höret bekräftigte, dass er an der Planung nicht viel erkennen kann, das in den Ortsteil Thal reinpasst. FW-Markträtin Katharina Guggenberger fügte an, dass Thal nur rund 150 Einwohner habe. In diesem Fall würden 50 bis 60 dazukommen. CSU-Ratsmitglied Gerhard Trunzer stand dem Planentwurf hingegen wohlwollend gegenüber. Das sei einer der besseren Vorschläge unter denen, die man bislang diskutiert habe. Er meinte, dass man auf dieser Basis weitermachen sollte.

Teil der Wohnungen soll verkauft werden

Johann Grimm erläuterte, dass ein Teil der Wohnungen verkauft werden soll. Diesbezüglich stehe man mit der Firma Pester in Kontakt. Einen Teil werde die Firma G&M behalten und auch die Hausverwaltung sicherstellen. Ilse Dorn betonte, dass man in Thal keine städtische Verdichtung wolle und auch die Verkehrssituation beengt sei. Mit Blick auf die entstehenden Lärmimmissionen könne ein Nutzungskonflikt zur onkologischen Praxis entstehen. Einer Bebauung mit drei Wohnblöcken à sieben Wohneinheiten könne Sie nicht zustimmen. Bürgermeister Bernhard Kerler meinte, dass die Lage da draußen Kopfzerbrechen verursacht. Thal habe eben keine geschlossene Siedlungsstruktur. Trotzdem sehe er das Wohnbauprojekt eher positiv. Über die Größe könne man sicher diskutieren.

Lesen Sie auch
##alternative##
Bauprojekt in Bad Grönenbach

Räte erteilen „Wohnen am Park“ erneut eine Absage

Das Ratsgremium lehnte die Bauvoranfrage letztlich mit 10:9-Stimmen ab. Rathauschef Kerler betonte, dass man sich nun intern abstimmen müsse, wie es mit dem Bauvorhaben weitergehen kann. (sar)