Lachen/Hetzlinshofen

Ausbau von Gehweg sorgt für Unmut

Der geplante Teilausbau eines Gehwegs in der Bergstraße in Hetzlinshofen ist umstritten.

Der geplante Teilausbau eines Gehwegs in der Bergstraße in Hetzlinshofen ist umstritten.

Bild: Armin Schmid

Der geplante Teilausbau eines Gehwegs in der Bergstraße in Hetzlinshofen ist umstritten.

Bild: Armin Schmid

Anlieger in Hetzlinshofen halten das Projekt für unnötig und verweisen auf die Einschätzung der Polizei. Warum die Gemeinde Lachen dennoch an dem Vorhaben festhält.

15.09.2020 | Stand: 12:08 Uhr

Der nachträgliche Ausbau eines Gehwegs in der Bergstraße in Hetzlinshofen sorgt bei Anliegern für Unverständnis und Verärgerung. Auslöser sind Resterschließungsarbeiten im Bereich der Bergstraße, die aufgrund gesetzlicher Vorgaben bis Ende März 2021 abgerechnet werden müssen, da ansonsten die Verjährung droht. Zentrale Fragen der Anlieger sind nun, ob der Gehweg aufgrund des moderaten Verkehrsaufkommens erforderlich ist, warum er nur in einem Teil der Bergstraße ausgebaut wird und warum es vonseiten der Gemeinde keine klärenden Gespräche gegeben hat, bei denen man eine Einigung hätte erzielen können.

Der Sprecher der Anlieger, Uwe Kollross, erklärt, dass die Bergstraße von 1990 bis 2006 bebaut wurde, der betreffende Gehweg jedoch nicht. Er sei der Gemeinde nicht so wichtig gewesen. Mitte des Jahres habe der Gemeinderat jedoch den Ausbau des Gehwegs beschlossen. Als Begründung sei die Verbesserung der Sicherheit genannt worden. Allerdings soll nur der Teil ausgebaut werden, den die Anlieger mitbezahlen müssen, nicht jedoch der entlang des historischen Bereichs. Dabei sei die Sicherheit all die Jahre zuvor kein Thema gewesen, so Kollross.

Vorschlag von Gemeinde abgelehnt 

Er spricht für sechs Anliegerfamilien, die der Meinung sind, dass man verkehrsberuhigende Maßnahmen in Betracht ziehen sollte, bevor ein teurer Ausbau des Gehwegs in die Wege geleitet wird. „Eine Tempo-30-Zone wäre aus unserer Sicht eine gute und kostengünstige Alternative“, erklärt Kollross. Dieser Vorschlag werde von der Gemeinde allerdings abgelehnt. Er betont, dass die Anlieger nicht vor den Ausbaukosten für die Straße zurückschrecken, aber die Kosten für den Gehweg einfach für nicht erforderlich erachten.

Für Unverständnis sorgt in diesem Fall auch, dass Bürgermeister Josef Diebolder ein Beratungsangebot für den Gemeinderat von Manfred Guggenmos, Verkehrsbeauftragter bei der Polizeiinspektion Memmingen, abgelehnt habe. Dieser teilt auf Anfrage mit, dass es in einem größeren Bereich von Hetzlinshofen keine Gehwege gibt. Was Verkehrsunfälle angelangt, sei die Bergstraße völlig unauffällig. Letztlich könne man die Situation aus seiner Sicht so belassen. Andererseits sei er auch immer froh, wenn ein Gehweg gebaut wird, da sich die Situation der Verkehrssicherheit ein Stück weit verbessert, so Guggemos. Allerdings müsse es dann auch ein vernünftiger Gehweg in der erforderlichen Breite und mit nicht überfahrbarem Bordstein sein. Darüber müsse er mit dem Bürgermeister noch reden.

„Tempo 30 ebenfalls sinnvoll“

Der Gehweg sollte auch durchgängig sein. Der geplante Bereich, der den historischen Straßenteil ausklammert, hat laut dem Verkehrsbeauftragten nicht so viel Sinn. Letztlich sei es aber auch so, dass jeder Anlieger wisse, dass der Gehweg im Bebauungsplan enthalten sei und daher mit dem Gehwegausbau zu rechnen war. Eine Tempo-30-Zone wäre in seinen Augen aber ebenfalls eine sinnvolle Option. „Dem steht die Polizei positiv gegenüber.“ Dass der Bürgermeister sein Beratungsangebot für den Gemeinderat abgelehnt hat, findet Guggenmos bedauerlich.

Rathauschef Josef Diebolder teilt auf Anfrage mit, dass die Gemeinde eine Bringschuld einzulösen habe. Schließlich habe man den betreffenden Gehweg längst geplant, das Projekt aber noch nicht umgesetzt. Und auch die Resterschließung müsse realisiert werden, bevor Verjährung drohe und die Kosten nicht mehr an die Anlieger weitergereicht werden können. Dies sei ein normaler Vorgang. Schließlich müssten auch alle anderen Anlieger im Ort ihre Erschließungskosten bezahlen.

Dass der Gehweg in der Bergstraße im historischen Teil noch nicht umgesetzt werden kann, findet Diebolder bedauerlich. Dies liege im Wesentlichen daran, dass die Grundstücksangelegenheiten noch nicht ausreichend geklärt sind. „Es sieht aber gut aus und wir bleiben an dem Thema dran.“ Man werde den Gehweg dann eben zu einem späteren Zeitpunkt vervollständigen müssen. Der Bürgermeister geht davon aus, dass die Baumaßnahmen bereits in Kürze beginnen werden.