Autonomes Fahren

Freihändig auf der Autobahn - Allgäuer entwickeln autonome Assistenzsysteme für Autofahrer

Ludwig Kastner ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Fahrassistenz und vernetzte Mobilität der Hochschule Kempten. Mit den elektronischen Geräten im Kofferraum des Wagens wird zum Beispiel getestet, wie gut Fahrassistenzsysteme des Autos funktionieren.

Ludwig Kastner ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Fahrassistenz und vernetzte Mobilität der Hochschule Kempten. Mit den elektronischen Geräten im Kofferraum des Wagens wird zum Beispiel getestet, wie gut Fahrassistenzsysteme des Autos funktionieren.

Bild: Volker Geyer

Ludwig Kastner ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Fahrassistenz und vernetzte Mobilität der Hochschule Kempten. Mit den elektronischen Geräten im Kofferraum des Wagens wird zum Beispiel getestet, wie gut Fahrassistenzsysteme des Autos funktionieren.

Bild: Volker Geyer

Allgäuer Wissenschaftler nehmen Fahrassistenten unter die Lupe. Dabei entstand ein System, das autonomes Fahren ermöglicht. Wie der Assistent funktioniert.
05.11.2021 | Stand: 05:45 Uhr

Ludwig Kastner sitzt entspannt hinterm Steuer eines SUV. Der Wagen fährt mit etwa 80 km/h hinter einem Lkw auf der Autobahn. Soweit nichts Besonderes – wäre da nicht der Umstand, dass der 27-Jährige die Hände nicht am Steuer hat und der Wagen dennoch wie von Geisterhand um eine Kurve lenkt. Das Auto verfügt über entsprechende Assistenzsysteme, die autonomes Fahren ermöglichen – zumindest für einen kurzen Zeitraum.

Denn die Elektronik des Wagens fordert den Fahrer im Abstand von etwa 15 Sekunden im Display und durch ein Tonsignal regelmäßig dazu auf, das Steuer wieder zu übernehmen. Auf diese Weise kontrolliert das Auto, ob der Fahrer jederzeit Herr der Lage ist. Das ist Vorschrift, um die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer zu gewährleisten.

Institut in Memmingen: Namhafte Autohersteller stellen moderne Autos zur Verfügung

Kastner ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der Hochschule Kempten und der SUV ein Testfahrzeug des Instituts für Fahrerassistenz und vernetzte Mobilität (IFM), das seinen Sitz im Benninger Gewerbegebiet gleich neben dem Memminger Flughafen hat. Auf dem Dach thront eine spezielle Antenne für den Empfang von besonders genauen GPS-Daten und im Kofferraum ist jede Menge Elektronik verbaut.

Damit testen die Wissenschaftler, wie gut die Assistenzsysteme funktionieren. Zugleich entwickelt das Institut aber auch Testverfahren, um festzustellen, wie gut Otto Normalverbraucher mit den Fahrassistenten zurechtkommt. Dafür stellen namhafte deutsche Automobilbauer der Hochschule im Rahmen von Kooperationen ihre modernsten Gefährte zur Verfügung. (Lesen Sie auch: Mit 100 Sachen durch Paris? - Ein Fahrsimulatur aus dem Allgäu macht das möglich)

Aber die Wissenschaftler testen nicht nur, sondern entwickeln Assistenzsysteme auch weiter. Laut Kastner – der in München Fahrzeugtechnik studiert und dann an der Hochschule Kempten den Master für Fahrassistenzsysteme abgelegt hat – arbeitet das Institut seit etwa zwei Jahren an der Weiterentwicklung eines Spurhalteassistenten. Dieser orientiert sich etwa an den Seitenlinien der Straßen.

Assistent soll vom Fahrer lernen und sich an dessen Fahrweise anpassen

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Weil aber jeder Autofahrer individuell einen anderen Abstand zu diesen Linien einhält, soll der Assistent vom Fahrer lernen und sich an dessen Fahrweise anpassen. Diese Form von künstlicher Intelligenz spielt eine große Rolle bei der Weiterentwicklung des autonomen Fahrens.

Technisch wäre laut Kastner in Sachen selbstfahrende Autos bereits viel mehr möglich, als auf deutschen Straßen erlaubt ist. Mit Blick auf die Verkehrssicherheit seien aber noch viele Tests nötig, bis Autos wirklich einmal ihre Besitzer von ganz allein zur Arbeit oder in den Urlaub fahren dürfen. Wann das sein wird, ist offen. Die schrittweise Einführung neuer Technik hat nach Kastners Worten aber auch den Vorteil, dass sich die Menschen langsam an die neue Mobilität gewöhnen können.

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