Verkehr

Der Bahnübergang in Fellheim wird geschlossen

FH Lokales Fellheimer Bahnübergang Hahnentanzweg

Ab Oktober ist der Bahnübergang im Fellheimer Hahnentanzweg endgültig gesperrt.

Bild: Siegfried Rebhan

Ab Oktober ist der Bahnübergang im Fellheimer Hahnentanzweg endgültig gesperrt.

Bild: Siegfried Rebhan

Ein Ersatzweg ist bereits angelegt. Warum es im Vorfeld zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung gekommen war.

07.09.2021 | Stand: 07:15 Uhr

Nach vielen Jahren sowie zahlreichen Gesprächen und Verhandlungen wird der Bahnübergang am Hahnentanzweg in Fellheim nun endgültig geschlossen. Bürgermeister Reinhard Schaupp erläuterte, dass die Deutsche Bahn der Gemeinde mitgeteilt hat, dass die Vorbereitungen für den Rückbau des Übergangs bereits begonnen haben. Er wird demnach voraussichtlich ab dem 4. Oktober für den gesamten Verkehr gesperrt. Die Bauarbeiten der DB Netz AG finden dann innerhalb von drei Wochen statt.

Änderung für den landwirtschaftlichen Verkehr

Die bislang bestehende Wegverbindung zu den östlich der Bahnlinie gelegenen Wiesen und Äckern ist künftig für den landwirtschaftlichen Verkehr beziehungsweise in ihrer derzeitigen Form nicht mehr nutzbar. Die Radweganbindung nach Boos steht nach der Schließung des am nördlichen Ortsende liegenden Bahnübergangs dann nicht mehr zur Verfügung. Die verkehrstechnische Anbindung der landwirtschaftlichen Flächen und des Radwegs nach Boos erfolgt dann künftig über einen im vergangenen Jahr westlich der Kiesgrube der Firma Lehrer ausgebauten Ersatzweg. Die Schließung des Bahnüberganges war bereits vor längerer Zeit beschlossene worden und wird nun seitens der DB Netz AG umgesetzt. Weit mehr als zehn Jahre lang setzte sich der Fellheimer Gemeinderat gegen die Schließung des Bahnüberganges am Hahnentanzweg zur Wehr.

Der Grund für die Schließung: Die Bahnstrecke Kempten-Neu-Ulm soll schneller und sicherer werden. Dafür sollen auf dieser Strecke mehrere Bahnübergänge beseitigt und andere so ausgebaut werden, dass sie für eine erhöhte Streckengeschwindigkeit von 160 Stundenkilometern tauglich sind. Einer der betroffenen Übergänge ist der am Hahnentanzweg in Fellheim.

Fellheim erreicht außergerichtlichen Vergleich

Lesen Sie auch
##alternative##
Kultur

Geschichtsweg in Fellheim kommt voran

Letztlich landete das Verfahren vor einigen Jahren sogar vor Gericht. Gegen den Planfeststellungsbeschluss vom März 2010 hatte die Gemeinde Einspruch erhoben und schließlich dagegen geklagt. Am Ende kam ein außergerichtlicher Vergleich zustande, der alle Forderungen des Fellheimer Gemeinderats berücksichtigt. Bedingung war, dass die Gemeinde den Ersatzweg, der durch die Schließung des Bahnübergangs als Zufahrt zur Booser Straße mit dem dortigen Bahnübergang notwendig wird, in Eigenleistung bauen kann. Dafür wurde mit der Bahn eine pauschalierte Kostenerstattung in Höhe von rund 200 000 Euro ausgehandelt.

Vollständige Anbindung des Radwegs noch nicht geklärt

Die vollständige Anbindung der Radwegtrasse ist nach Angaben von Bürgermeister Reinhard Schaupp noch nicht geklärt. Die Gemeinde habe bereits vor längerer Zeit den Bau der Verlängerung des Radwegs vom östlichen Ortsausgang entlang der Kreisstraße MN 14 zum bestehenden Ersatzweg aus Verkehrssicherheitsgründen beim Landratsamt Unterallgäu beantragt. Der Vorgang wird laut Rathauschef Schaupp beim Landratsamt noch bearbeitet.