Bad Grönenbach/Wolfertschwenden

Bauamt soll in Wolfertschwender Rathaus ziehen

Die Gemeinschaftsversammlung der VG Bad Grönenbach hat dem Umzug des Bauamts ins Wolfertschwender Rathaus (Foto) zugestimmt.

Die Gemeinschaftsversammlung der VG Bad Grönenbach hat dem Umzug des Bauamts ins Wolfertschwender Rathaus (Foto) zugestimmt.

Bild: Armin Schmid

Die Gemeinschaftsversammlung der VG Bad Grönenbach hat dem Umzug des Bauamts ins Wolfertschwender Rathaus (Foto) zugestimmt.

Bild: Armin Schmid

Nachdem der Austritt Wolfertschwendens aus der Verwaltungsgemeinschaft Bad Grönenbach vom Tisch ist, kommen Bad Grönenbach und Woringen der Gemeinde entgegen.
22.02.2021 | Stand: 12:16 Uhr

Einen Erfolg hat der Wolfertschwender Gemeinderat mit der Umsetzung seines Forderungskatalogs zur besseren Zusammenarbeit der Mitgliedsgemeinden innerhalb der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Bad Grönenbach erzielt. Letztlich werden die Forderungen der Rätegemeinschaft nahezu vollständig aufgegriffen, weiterverfolgt und umgesetzt. So soll etwa das Bauamt der VG in das Wolfertschwender Rathaus ziehen.

Wolfertschwenden stellt konkrete Bedingungen

Ende vergangenen Jahres hatte der Gemeinderat Wolfertschwenden entschieden, den Austritt aus der VG Bad Grönenbach nicht weiter zu verfolgen. Im Gegenzug hat das Ratsgremium konkrete Bedingungen an den Verbleib in der VG geknüpft. Im Prinzip waren die Wolfertschwender Räte der Auffassung, dass die Belange ihrer Gemeinde in der VG in der Vergangenheit nicht immer ausreichend berücksichtigt wurden. Dabei führten sie unter anderem zu wenig Bürgernähe, zu lange Bearbeitungszeiten und EDV-Probleme, die nicht sofort angegangen werden, als Beispiele an. Letztlich ist ein ganzer Forderungskatalog entstanden, der die Zusammenarbeit der drei VG-Gemeinden künftig verbessern soll.

Darunter fällt etwa die Gleichbehandlung der Mitgliedsgemeinden, eine Rückinfo zum Vollzug von Gemeinderatsbeschlüssen und eine jährliche VG-Mitarbeiterversammlung. Ebenso ein Geschäftsverteilungsplan, der die Zuständigkeit der Einzelgemeinden und die der VG eindeutig regelt. Gefordert wurde auch, dass ein Teil der Verwaltung ins Wolfertschwender Rathaus verlegt wird. Im Fokus stand dabei die Umsiedlung des Bauamts.

Forderungen durchaus berechtigt

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VG-Austritt abgeblasen: Wolfertschwenden bleibt drin

Während der vergangenen Sitzung der VG-Gemeinschaftsversammlung stellte der Vorsitzende Bernhard Kerler den aktuellen Sachstand zum Kriterien- und Forderungskatalog der Gemeinde Wolfertschwenden vor. Kerler meinte, dass die Forderungen aus Wolfertschwenden durchaus berechtigt seien und man an der Umsetzung arbeiten werde. Eine wichtige Vereinbarung betraf den einstimmigen VG-Beschluss, dass das Bauamt möglichst bald ins Wolfertschwender Rathaus zieht. Kerler erläuterte, dass dies schon im Sommer der Fall sein könnte. Die Raumkapazitäten im Grönenbacher Rathaus seien erschöpft. Für die Neubesetzung der Geschäftsstellenleitung sei kein Büro mehr vorhanden. Man könne lediglich in ein Besprechungszimmer ausweichen. Da im Wolfertschwender Rathaus ungenutzte Raumkapazitäten zur Verfügung stehen würden, biete sich eine Verlagerung an. Da das Bauamt durch seine stark technische Ausrichtung weitestgehend selbstständig arbeite, sei die Verlagerung dieses Fachbereichs in den Nachbarort zielführend.

Ilse Dorn meinte, dass die Grönenbacher Bürger das Bauamt vermissen werden. Sie regte feste Sprechzeiten in Bad Grönenbach und Online-Terminvereinbarungen an. Der Woringer Bürgermeister Jochen Lutz hatte keine Bedenken, dass die Verlagerung des Bauamts nicht klappen wird: „Wir sollten das angehen.“ Gerhard Trunzer meinte, dass man in Wolfertschwenden ein zusätzliches Dienstfahrzeug für das Bauamt benötigt. VG-Vorsitzender Kerler antwortete, dass man über zwei Dienstfahrzeuge verfüge und jeweils ein Auto in Grönenbach und Wolfertschwenden positionieren werde. „Das sollte ausreichen.“ Zur Verlagerung des Bauamts meinte Kerler, dass es anfangs nicht einfach wird. Aber es werde sich einspielen.

Elementarer Bestandteil

Die Umsetzung eines Geschäftsverteilungsplans soll bis Ende des Jahres erfolgen. Erich Ernst fragte nach, warum dieser elementare Bestandteil nicht früher verwirklicht worden sei. Kerler antwortete, dass ein Großteil der Aufgabenbereiche geregelt sei. Den Abschluss der Planung wolle man der neuen Geschäftsstellenleitung überlassen. Diese Stelle müsse aber noch besetzt werden. Einzelne Fachbereich sollen funktioneller aufgestellt werden. Allerdings habe man bei rund 20 Mitarbeitern keine unerschöpflichen Kapazitäten. Längere Krankheitsfälle oder Vertretungen könne man nicht immer gleich kompensieren.

Um eine durchgehende Funktionssicherung der IT sicherzustellen, wurden zusätzlich zur IT-Personalstelle weitere 10 000 Euro für ein externes Stundenkontingent in den Haushalt eingestellt. Auch das Bauamt soll personell besser aufgestellt werden. Kerler berichtete, dass derzeit eine Leitung gesucht wird.

Warum unser Redakteur Johannes Schlecker diese Entwicklung begrüßt lesen Sie hier.