Memmingen

Bei den Eiskunstläufern von Weiß-Blau Casino ruht der Betrieb

Ein Bild wie dieses wird es in diesem Jahr bei den Eiskunstläufern von Weiß-Blau Casino ’84 Memmingen nicht geben: Kinder und Jugendliche, die ihr Können beim großen Schaulaufen präsentieren.

Ein Bild wie dieses wird es in diesem Jahr bei den Eiskunstläufern von Weiß-Blau Casino ’84 Memmingen nicht geben: Kinder und Jugendliche, die ihr Können beim großen Schaulaufen präsentieren.

Bild: Weiß-Blau Casino (Archiv)

Ein Bild wie dieses wird es in diesem Jahr bei den Eiskunstläufern von Weiß-Blau Casino ’84 Memmingen nicht geben: Kinder und Jugendliche, die ihr Können beim großen Schaulaufen präsentieren.

Bild: Weiß-Blau Casino (Archiv)

Wegen Corona geht derzeit gar nichts. Warum Abteilungsleiterin Birgit Müller von einer „Extremsituation“ spricht.
20.11.2020 | Stand: 17:37 Uhr

Alles war in schönster Ordnung: Die Abteilung florierte, es gab so viele Neuzugänge, dass sogar ein Aufnahmestopp verhängt werden musste. Und das große Schaulaufen in der Eissporthalle mit hochkarätigen Gästen sollte Mitte März ein unvergesslicher Höhepunkt werden. Doch dann kam Corona. Seither ist bei den Eiskunstläufern von Weiß-Blau Casino (WBC) nichts mehr, wie es einmal war. Die langjährige Abteilungsleiterin und Trainerin Birgit Müller findet nur noch harte Worte, wenn sie die aktuelle Lage bei WBC beschreiben soll. Von „dramatischer Stimmung“ ist da die Rede, von „existenzieller Bedrohung“ und einer „Extremsituation“.

Doch der Reihe nach, Müller erinnert sich: Rund 65 Eiskunstläufer der rund 100 Mitglieder umfassenden Abteilung fieberten im vergangenen März dem großen Schaulaufen entgegen, das am 14. März über die Bühne gehen sollte. Doch es musste kurzfristig abgesagt werden. „Die komplette Arbeit einer ganzen Saison war mit einem Schlag vernichtet. Trainer, Eltern und Aktive hatten viel Arbeit, Zeit und Geld investiert – umsonst. Da wurde viel zerstört“, sagt Müller. Die Enttäuschung ist noch Monate danach deutlich zu spüren.

"Schutzmasken sind der Oberhammer"

Als der März-Schmerz ein bisschen nachgelassen hatte, hegte die gesamte WBC-Abteilung im Sommer die Hoffnung, dass im Herbst alles wieder besser werden würde. „Das kriegen wir schon irgendwie hin, dachten wir“, blickt Müller zurück. Doch auch diese Zuversicht war bald zunichtegemacht, als sich die Eiskunstläufer mit den Hygiene-Auflagen konfrontiert sahen, die sie nun hätten berücksichtigen müssen. „Der Oberhammer war, dass auch alle Nachwuchsläufer sogar beim Aufwärmen eine Schutzmaske hätten tragen müssen. Da wusste ich: Das kann nicht gehen, das machen wir nicht. Denn das hätte mit gesundem Sport nichts mehr zu tun gehabt, sondern nur noch mit Anspannung und Stress“, erklärt die erfahrene WBC-Abteilungsleiterin, die als Lehrerin arbeitet. Nicht zuletzt auch aufgrund der Erfahrungen, die sie in ihrem Beruf macht, unterstreicht Birgit Müller, dass die Gesundheit an allererster Stelle stehe. „Insbesondere bei denen, die mir anvertraut sind.“

Deswegen hat sie auch großes Verständnis für die gegenwärtigen Einschränkungen. „Alles andere hätte geheißen, ein Risiko einzugehen, das zu groß gewesen wäre, eine Verantwortung zu übernehmen, die nicht zu tragen gewesen wäre.“ Die Abteilungsleitung habe in diesem Zusammenhang „sehr, sehr schwere Entscheidungen treffen müssen“. Diese hätten sich im Nachhinein aber als richtig erwiesen – auch wenn bei zwei Krisensitzungen viele Tränen geflossen seien.

Es wäre ihre 13. Saison gewesen

Bis zum heutigen Tage ruht der Betrieb bei der Eiskunstlauf-Abteilung. Birgit Müller glaubt auch nicht, dass sich das in diesem Winter noch einmal ändert. „Wir haben zwar die Zusage der Stadt, dass wir unter Umständen am 23. Dezember zumindest noch mit dem Training beginnen können“, berichtet Müller. Doch sie macht sich keine Illusionen: „Wenn die Auflagen beibehalten werden müssen, sehe ich keine Chance, dass wir das machen können.“ Und so geht Birgit Müller davon aus, dass die komplette Eissaison für sie und ihre Läufer ins Wasser fallen wird. Es wäre ihre 13. als WBC-Abteilungsleiterin gewesen. Mut macht ihr die „Kooperationsbereitschaft und die gute Kommunikation mit der Stadt“, die sehr hilfsbereit sei, betont Müller.

„Die Stadt hat uns schon einiges für die Zukunft zugesagt. Deswegen hoffen wir nun auf bessere Zeiten“, sagt die Abteilungsleiterin der Eiskunstläufer im Corona-November 2020, der schlimmsten Phase der Vereinsgeschichte von Weiß-Blau Casino ’84 Memmingen.