Geschichte

Bei Kanalarbeiten Reste der Memminger Stadtmauer freigelegt

Bei Kanalbauarbeiten in der Krautstraße dokumentiert Archäologe Fabian Hopfenzitz Reste der Stadtmauer.

Bei Kanalbauarbeiten in der Krautstraße dokumentiert Archäologe Fabian Hopfenzitz Reste der Stadtmauer.

Bild: Manuela Frieß/Pressestelle Stadt Memmingen

Bei Kanalbauarbeiten in der Krautstraße dokumentiert Archäologe Fabian Hopfenzitz Reste der Stadtmauer.

Bild: Manuela Frieß/Pressestelle Stadt Memmingen

Archäologen dokumentieren und vermessen derzeit den Fund in der Krautstraße in Memmingen. Erste Erkenntnisse gibt es bereits.
Bei Kanalbauarbeiten in der Krautstraße dokumentiert Archäologe Fabian Hopfenzitz Reste der Stadtmauer.
Von Redaktion Allgäuer Zeitung
31.03.2021 | Stand: 15:00 Uhr

Es ist keine Überraschung, dass bei den Arbeiten an den Kanälen in der Krautstraße uralte Zeugen Memminger Geschichte zutage kommen. Wenn man sich das Reststück Stadtmauer neben der Parkhauseinfahrt ansieht und gedanklich bis zum Hexenturm verlängert, dann musste bei diesen Arbeiten irgendetwas davon noch gefunden werden. „Uns war vorher schon klar, dass wir hier Überbleibsel der Stadtmauer sehen werden, nur wie und wo genau, das haben wir jetzt erst genau vor Augen“, sagt der archäologische Grabungstechniker Dr. Fabian Hopfenzitz in der Memminger Krautstraße.

Kurzes Zeitfenster für Archäologen

Zusammen mit Uwe Weißfloch von der Unteren Denkmalschutzbehörde und dem Städtischen Heimatpfleger Dr. Wolfram Arlart hat er die ausgegrabenen Mauerreste besprochen. „Wir haben gemeinsam mit dem Bauunternehmen hier ein kurzes Zeitfenster eingeplant, damit die Funde dokumentiert werden können“, gibt Weißfloch Auskunft. „Es handelt sich hier um das mächtige Fundament der Stadtmauer, das wohl im 17. oder 18. Jahrhundert 2,40 Meter breit aus Abbruchziegeln gemauert wurde“, erläutert Hopfenzitz die Ausgrabung.

„Wäre die Mauer in diesem Abschnitt viel älter, dann hätten wir hier Tuffstein als Baumaterial. Abbruchziegel jedoch zeugen von einem jüngeren Bauabschnitt, der aber schwer datiert werden kann“, so der Archäologe. „Abbruchziegel bedeutet, dass es zweitverwendetes Material ist, das hier genutzt wurde. Man hat gespart und Ziegel von abgebrochenen Gebäuden einfach ein weiteres Mal verbaut“, ergänzt Heimatpfleger Arlart.

Bauarbeiten verzögern sich nicht

Lesen Sie auch
Die Bereiche außerhalb der Memminger Stadtmauer bei der Hohen Wacht werden grundlegend umgestaltet. Darunter fallen sowohl die Spielplätze als auch die Wege und Sitzgelegenheiten. Letztlich soll die Aufenthaltsqualität auf dem Areal entlang des Kaisergrabens für Jung und Alt gesteigert werden.
Altstadt

Memmingen will Areal bei Stadtmauer aus Dornröschenschlaf wecken

Dass die Mauer komplett durch die Kanalarbeiten in den 1960er Jahren schon einmal durchbrochen ist, nehmen die drei Experten zur Kenntnis. Ziel der aktuellen Dokumentation ist nun, alles was jetzt freigelegt wurde genau zu vermessen und soweit möglich zu untersuchen. Das dauert nicht lang und verzögert die Bauarbeiten nicht, betonen die Experten. Nach der Untersuchung wird der Fund – sorgsam mit Vlies und Split abgedeckt – gänzlich unter der Teerdecke der Straße verschwinden. Da die erneuerten Kanäle dort zum Liegen kommen, wo die alten verliefen, werden die Überreste der alten Stadtmauer durch die Baumaßnahme jedoch nicht weiter geschädigt, sondern in ihrem Zustand konserviert.

Sollten bei den weiteren Arbeiten in der Künergasse, Auf der Kappel oder in der Gießergasse ebenfalls noch Funde zur Frühgeschichte Memmingens zutage kommen, dann ist Archäologe Fabian Hopfenzitz auch dort zur Stelle und wird alles genauestens dokumentieren.