Wirtschaft

Besonderes Wohnprojekt aus Holz wächst in Memmingen

Fa Zettler, Wohnbauprojekt Volkratshofen

In Volkratshofen baut die Firma Zettler Bau eine Mehrfamilien-Wohnanlage in Hybridbauweise. Unser Bild zeigt (von links) den früheren Staatsminister Josef Miller, Architektin Anna Zettler und Firmeninhaber Wolfgang Zettler bei der Präsentation eines Modells einer nachhaltig herstellbaren Außenwand.

Bild: Armin Schmid

In Volkratshofen baut die Firma Zettler Bau eine Mehrfamilien-Wohnanlage in Hybridbauweise. Unser Bild zeigt (von links) den früheren Staatsminister Josef Miller, Architektin Anna Zettler und Firmeninhaber Wolfgang Zettler bei der Präsentation eines Modells einer nachhaltig herstellbaren Außenwand.

Bild: Armin Schmid

Im Stadtteil Volkratshofen entstehen 29 Wohnungen für neun Millionen Euro in sogenannter Hybridbauweise. Was das bedeutet.
04.05.2021 | Stand: 12:00 Uhr

In einer Wohnung leben, die aus einer gut abgestimmten Kombination aus Holzständer- und Massivbauweise entstanden ist, macht die Firma Zettler Bau möglich. Nachhaltiger Geschosswohnungsbau in Verbindung mit Holzbauweise rückt im Hinblick auf den Klimaschutz immer mehr in den Mittelpunkt des Interesses und bietet auch immer mehr Umsetzungsmöglichkeiten. Nachhaltiges und energiesparendes Bauen steht daher auch für Zettler bei der Umsetzung einer Neubaus mit drei Mehrfamilienhäusern beziehungsweise insgesamt 29 Wohnungen samt Tiefgarage in Volk-ratshofen im Vordergrund.

Laut dem Firmeninhaber Wolfgang Zettler kommt dabei die relativ neue Form der Hybridbauweise zum Einsatz. „Wir wollen die Baustoffe so einsetzen, dass ihre Eigenschaften optimal zur Geltung kommen.“ Der nachwachsende, natürliche Baustoff Holz komme dabei vorwiegend zur Herstellung von tragenden Wänden zum Einsatz. Durch den hohen Vorfertigungsgrad in der firmeneigenen Holzbauabteilung werde es möglich, dass die Holzkonstruktion schon nach wenigen Tagen fertiggestellt sei und daher einen zügigen Baufortschritt erlaubt.

Warum dennoch Beton nötig ist

Beton wird laut Wolfgang Zettler für aussteifende Bereiche wie etwa Treppenhäuser oder in Form von Decken für schallschutzrelevante Bereiche eingesetzt. Durch Betonelemente lasse sich auch der Brandschutz erheblich verbessern. Als Dämmmaterial wird Holzwolle eingesetzt. Dadurch wird der KfW 55 Standard erreicht. Alle drei Mehrfamilienhäuser werden zudem über eine gemeinsame Heizzentrale beziehungsweise über eine Pelletheizung mit Wärme versorgt.

Das Projekt in Volkratshofen hat auch für die Firma Zettler und deren rund 100 Mitarbeiter große Bedeutung. Das Investitionsvolumen liegt laut Firmeninhaber bei rund neun Millionen. Euro. Erfreulich sei in diesem Zusammenhang, dass bereits alle Wohnungen verkauft sind.

Recycling ist möglich

Die Details erläuterte Wolfgang Zettlers Tochter Anna. Laut der Architektin sind alle drei Mehrfamilienhäuser durch eine Tiefgarage miteinander verbunden. Jedes Haus wird von dort aus beziehungsweise über einen Aufzug und Treppenhaus bis ins Dachgeschoss hinauf erschlossen. Anna Zettler betonte, dass durch die Hybridbauweise viele nachwachsende Rohstoffe verwendet werden. Elemente der Holzwände können wiederum einfach recycelt oder wiederverwendet werden können. Beim Bau der Wohnanlage in Volkratshofen werden durch die Holzbauweise letztlich rund 240 Tonnen CO² eingespart.

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Ende des Jahres sollen die ersten beiden Häuser bezugsfertig sein. Der frühere Staatsminister Josef Miller betonte, dass derzeit bereits jedes vierte Haus in Bayern in Holzbauweise entsteht. „Die Gesamttendenz ist weiter steigend“, sagte Miller. Da Klimaschutz zu den großen Herausforderungen unserer Zeit gehört, könne man bei der Hybridbauweise von einem wegweisenden Bausystem sprechen. Hohe Vorfertigung, kurze Bauzeit, guter Brand- und Schallschutz und positives Raumklima seien beachtlichen Vorteile.

Die aktuellen Probleme mit der Rohstoffversorgung betreffen die Firma Zettler noch nicht. Laut Inhaber hat die Firma genügend Baumaterial auf Lager. Allerdings gäbe es extreme Preissteigerungen. „Für den europäischen Markt wären genug Baumaterial da.“ Der Nachfrageschub kommt demnach aus den USA und China. Wolfgang Zettler hofft, dass sich die Situation im Laufe des Jahres wieder beruhigt.