Planungen

„Bleiche“: So will die Stadt Memmingen dem Artenschutz gerecht werden

Im Gebiet „Bleiche“ in der Gemarkung Eisenburg soll ein allgemeines Wohngebiet entstehen.

Im Gebiet „Bleiche“ in der Gemarkung Eisenburg soll ein allgemeines Wohngebiet entstehen.

Bild: Maike Scholz

Im Gebiet „Bleiche“ in der Gemarkung Eisenburg soll ein allgemeines Wohngebiet entstehen.

Bild: Maike Scholz

Ein Baugebiet soll in Eisenburg entstehen. Diese Maßnahmen werden für Amphibien getroffen.
03.06.2022 | Stand: 18:00 Uhr

Im Bereich der „Bleiche“ in Eisenburg soll gebaut werden. Dort soll ein Wohngebiet entstehen. „Ein bekanntes Thema“, so Uwe Weißfloch, Leiter des Stadtplanungsamtes, in der Sitzung des Bau-, Planungs- und Umweltausschusses. Dort stand das vielfach diskutierte Thema erneut auf der Tagesordnung. Es sollte um Ergebnisse der Beteiligung der Behörden und sonstigen Trägern öffentlicher Belange und der Öffentlichkeit gehen. Bei diesem Prozess können beispielsweise Einwände und Hinweise zum Vorhaben abgegeben werden.

Besondere Situation aufgrund der Amphibien

Aufgrund der besonderen Situation, dass das geplante Baugebiet bestehende Wandergebiete von Amphibien betrifft, werden im Bebauungsplan zusätzliche Festsetzungen getroffen. Diese haben laut Weißfloch zum Ziel, Eingriffe zu minimieren und die Situation für die Amphibien zu verbessern. Die Neuerungen seien mit der Unteren Naturschutzbehörde abgestimmt. Zur Festsetzung gehört nun, dass Stein- und Schottergärten ausgeschlossen werden. Das solle künftig für alle Bebauungspläne gelten, bei der „Bleiche“ beginne man mit dieser Regelung. Außerdem neu: Für die Einfriedung wird der Abstand „Zaun – Boden“ auf mindestens 15 Zentimeter erhöht.

Empfehlungen für Häuslebauer

Weitere Empfehlungen sollen den Häuslebauern ausgesprochen werden. So wird angeregt, Kellerlichtschächte mit Gittern zu versehen, um ein Abstürzen der Tiere, die ins Baugebiet gelangen, zu verhindern. Schutzvorrichtungen sollten auch an Gullydeckeln getroffen werden. Der Einsatz von Rasenmährobotern soll vermieden werden. Außerdem möchte die Stadt darauf hinweisen, dass die Garten- und Fassadenbeleuchtung an Privathäusern insektenfreundlich gestaltet wird.

So sollen die Tiere geschützt werden

Es gibt weitere Maßnahmen, um die Amphibien zu schützen, die laut Weißfloch nach einem Vor-Ort-Termin entstanden sind. Rund um das Baugebiet wird es dauerhafte Amphibien-Leiteinrichtungen geben. Zusätzlich dazu werden Wege-Querungsmöglichkeiten geplant, um das Durchkommen von Amphibien ins Baugebiet zu verhindern. Der bestehende Durchlass unter der Amendinger Straße soll für die Wanderung der Tiere nach Süden ertüchtigt werden. In den Retentionsflächen westlich des Baugebietes sind dauerhafte Laichgewässer für die Amphibien vorgesehen. „Es ist ein Eingriff, das ist klar“, so Weißfloch. Es werde aber alles versucht, um das Beste für den Artenschutz zu unternehmen. Es erfolge mit diesen Kriterien nun eine weitere Auslegung, bei der die Stadtverwaltung aber keine Einwände erwarte.

Ausschussmitglied Michael Rampp (ÖDP) bezog noch einmal Stellung – gegen das Wohngebiet-Vorhaben. Es liege dort eine Aue an, die von Bebauung freizuhalten sei. Er sehe die Notwendigkeit, Wohnraum zu schaffen, doch eher in Bereichen wie dem Grenzhofareal.

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