Zugewachsener See

Boos will den Fuggerweiher sanieren, doch bei der Finanzierung hakt es

Das Areal des Fuggerweihers in Reichau ist mit Buschwerk und anderen Pflanzen überwachsen. In die Bemühungen für eine Sanierung ist wieder Bewegung gekommen. Geprüft wird derzeit, welche Fördermöglichkeiten bestehen.

Das Areal des Fuggerweihers in Reichau ist mit Buschwerk und anderen Pflanzen überwachsen. In die Bemühungen für eine Sanierung ist wieder Bewegung gekommen. Geprüft wird derzeit, welche Fördermöglichkeiten bestehen.

Bild: Armin Schmid

Das Areal des Fuggerweihers in Reichau ist mit Buschwerk und anderen Pflanzen überwachsen. In die Bemühungen für eine Sanierung ist wieder Bewegung gekommen. Geprüft wird derzeit, welche Fördermöglichkeiten bestehen.

Bild: Armin Schmid

Der See in Reichau ist zugewachsen.  Eine Sanierung könne die Gemeinde allein nicht stemmen, sagt Bürgermeister Helmut Erben. Nun sollen Förderprogramme helfen.

18.08.2020 | Stand: 16:45 Uhr

In das zähe Ringen, das die Bemühungen um eine Sanierung des Fuggerweihers in Reichau (Boos) begleitet, kommt wieder Bewegung. Der Booser Gemeinderat hat eine aktuelle Kostenaufstellung für die Ertüchtigung der Teichanlage anfertigen lassen. Bürgermeister Helmut Erben meinte, dass demnach rund 150 000 Euro erforderlich sein werden. Seit vielen Jahren kommt das Projekt trotz intensiver Bemühungen nicht voran. Auch eine Initiative des früheren Landrats Hans-Joachim Weirather blieb ohne Erfolg. Es konnte letztlich keine Einigung darüber erzielt werden, wer den Besitz des Weihers und die anfallenden Sanierungskosten übernimmt.

Der Weiher gehört den Fugger

Derzeit befindet sich das mit Buschwerk und Pflanzen überwachsene Weiher-Areal in fuggerschem Besitz. Der Standpunkt der Gemeinde Boos ist für Bürgermeister Erben klar: Man werde das Gelände nur zu einem symbolischen Preis in Besitz nehmen können. Und das auch nur, wenn die Sanierungskosten nicht hauptsächlich zulasten der Kommune gehen. Erben begründet dies mit der angespannten Haushaltslage und den zahlreichen angefangenen und anstehenden Projekten, die die Gemeinde finanzieren müsse.

Ohne signifikante Zuschüsse und Fördergelder besteht nach Meinung des Bürgermeisters keine Aussicht, dass die Gemeinde Boos den Teich sanieren wird. Abhilfe schaffen soll das Förderprogramm RZWas (Richtlinien für Zuwendungen zu wasserwirtschaftlichen Vorhaben), aus dem man finanzielle Zuwendungen für wasserwirtschaftliche Maßnahmen erhalten könne. Laut Erben will man nun prüfen, in welcher Höhe eine Förderung möglich wäre.

Starkregen verursacht Überflutungsschäden bei Anwohnern

Dass eine Lösung gefunden werden muss, liegt für ihn auf der Hand: nicht zuletzt deshalb, weil Anlieger und Anrainern in Reichau bei Starkregen mit Überschwemmungs- und Überflutungsschäden zu kämpfen hätten. Nach einer Sanierung hätte man dagegen die Möglichkeit, das Oberflächenwasser über den Fuggerweiher geregelt abfließen zu lassen.

Für die Umsetzung des Projekts würden laut dem Rathauschef Grundstücksflächen der Anlieger benötigen. Helmut Erben ist jedoch zuversichtlich, dass sich hierzu eine Lösung finden lässt: „Im Interesse der betroffenen Reichauer Bürger muss es unser Ziel sein, einen ausreichenden Hochwasserschutz herzustellen.“

Derzeit sei man dabei, unterschiedliche Sichtweisen mit dem Wasserwirtschaftsamt abzuklären. Dabei geht es beispielsweise um einen Nachweis der Standsicherheit für die Dammanlage.

Maßnahmen zur Ertüchtigung am Damm würden die Kosten nach Ansicht Erbens deutlich nach oben treiben. Zudem warte man eine Aussage über die Höhe der zu erwartenden Fördermittel ab.