Corona-Debatte

Unterallgäuer Landrat Alex Eder stellt Antrag zur Öffnung der Grundschulen

Die Kinder im Unterallgäu sollten ab kommender Woche wieder in die Schule gehen, fordert Landrat Alex Eder (Freie Wähler) in einem Antrag an die Regierung von Schwaben.

Die Kinder im Unterallgäu sollten ab kommender Woche wieder in die Schule gehen, fordert Landrat Alex Eder (Freie Wähler) in einem Antrag an die Regierung von Schwaben.

Bild: Radek Petrácek, dpa (Symbolbild)

Die Kinder im Unterallgäu sollten ab kommender Woche wieder in die Schule gehen, fordert Landrat Alex Eder (Freie Wähler) in einem Antrag an die Regierung von Schwaben.

Bild: Radek Petrácek, dpa (Symbolbild)

Unterallgäus Landrat Alex Eder hat bei der Regierung von Schwaben einen Antrag zur Öffnung der Grundschulen ab 18. Januar eingereicht. Wie er das begründet.
12.01.2021 | Stand: 17:38 Uhr

In einem sechsseitigen Schreiben fordert der Unterallgäuer Landrat, zumindest die Grundschulen im Landkreis ab kommender Woche für den Präsenzunterricht zu öffnen. Voraussetzung sei, dass sich die Corona-Infektionslage nicht erheblich verschlechtere.

In seinem Antrag führt Eder Studien an, wonach Schulen und Schüler bei Einhaltung der Hygiene-Maßnahmen keine Pandemie-Treiber seien. Die Erfahrung im Landkreis Unterallgäu habe gezeigt, dass unter den aktuellen Hygienevorgaben keine Infektionsketten an Schulen festgestellt werden konnten. Es habe laut Eder zwar Corona-Fälle gegeben, aber keine Verbreitung innerhalb der Klassen. Auch Lehrer seien nicht stärker gefährdet als andere Berufsgruppen - Studien zufolge sei sogar das Gegenteil der Fall.

Corona-Öffnungen der Grundschulen im Unterallgäu: Alex Eder will diese Bedingungen

Eder verweist zudem auf Bildungsexperten, die wie er der Meinung seien, dass gerade im Grundschulalter Präsenzunterricht nicht ersetzbar sei. Als rechtlicher Leiter des Schulamtes im Landkreis Unterallgäu beantrage er deshalb, die Grundschulen ab 18. Januar unter folgenden Bedingungen zu öffnen:

  • Maskenpflicht auf dem gesamten Schulgelände, außer am Platz sitzend im festen Klassenverbund mit gleichbleibendem Sitznachbarn, beim Sportunterricht mit Abstand und an der frischen Luft mit Abstand.
  • Befreiung von der Präsenzpflicht für Kinder von Eltern, die aus Sorge vor einer Ansteckung ihr Kind nicht in die Schule schicken wollen.
  • Verschiebung der Schulöffnungen um eine weitere Woche bei erheblicher Verschlechterung der Infektionslage im Unterallgäu.

Alex Eder: Auch weiterführende Schulen bald öffnen

Eder findet zudem: „Sollte die Öffnung der Grundschulen keinen negativen Effekt auf die Infektionszahlen haben, muss unbedingt auch eine baldige Öffnung der weiterführenden Schulen geplant werden.“

Der Unterallgäuer Landrat erinnert sich in diesem Zusammenhang: „Bereits nach dem ersten Lockdown hat das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit zusammen mit einer Expertengruppe als Ziel formuliert: Schulschließungen dürften nur der letzte Schritt sein.“ Kinder und Familien sollten seiner Ansicht nach nicht erneut unter der Schulschließung leiden müssen.

Der im vergangenen Jahr neu ins Amt gewählte Landrat hatte bereits im Oktober mit einem Schul-Vorstoß in der Corona-Pandemie für Schlagzeilen gesorgt. Damals entschied er entgegen der Vorgaben des bayerischen Gesundheitsministeriums, dass Grundschüler an ihrem Platz keine Maske tragen müssen. Dem schob die Regierung von Schwaben wenige Tage später aber den Riegel vor.