Tourismus

So hat sich der Tourismus in Memmingen in den vergangenen Jahren entwickelt

Memmingen hat mit seiner guten Verkehrsanbindung, seinem mittelalterlichen Stadtkern und seinem historischen Erbe ein hohes touristisches Potenzial. Das soll nach der Pandemie wieder zum Tragen kommen.

Memmingen hat mit seiner guten Verkehrsanbindung, seinem mittelalterlichen Stadtkern und seinem historischen Erbe ein hohes touristisches Potenzial. Das soll nach der Pandemie wieder zum Tragen kommen.

Bild: Fotos: Thomas Schwarz, Alexandra Wehr (Archiv)

Memmingen hat mit seiner guten Verkehrsanbindung, seinem mittelalterlichen Stadtkern und seinem historischen Erbe ein hohes touristisches Potenzial. Das soll nach der Pandemie wieder zum Tragen kommen.

Bild: Fotos: Thomas Schwarz, Alexandra Wehr (Archiv)

Mehr Hotels, weniger Übernachtungen: Wie die Pandemie einen Strich durch das Wachstum des Gästemarkts in Memmingen gemacht hat. Doch es gibt Lichtblicke.
07.04.2022 | Stand: 11:42 Uhr

Was die Hotelbetten und Übernachtungszahlen angeht, hat sich Memmingen in den vergangenen 15 Jahren kontinuierlich nach oben entwickelt. Bis zum Ausbruch von Corona. „Die Pandemie hat das stabile Wachstum der Vergangenheit um fünf Jahre zurückgeworfen“, sagt Doreen Seeberger, Leiterin der Tourist Information Memmingen.

Der große Einbruch kam 2020 und auch im zweiten Pandemiejahr 2021 waren die Zahlen nicht besser. Doch die Touristik-Fachfrau ist zuversichtlich, dass sich – bei gutem Wetter – der Binnentourismus bis Ende 2022 wieder komplett erholt haben wird. Außerdem hat sie mit ihrem Team einiges auf die Beine gestellt, was den Tourismus in Memmingen ankurbeln soll.

Seit 2006 hat sich der Hotelmarkt in Memmingen nach oben entwickelt

Seeberger ist erst seit zwei Jahren im Amt. Um die Entwicklung des hiesigen Tourismus einschätzen zu können, hat sie nun ein paar Jahre mehr dafür ins Auge gefasst. Die Zahlen dafür kommen vom Bayerischen Landesamt für Statistik.

  • Hotelmarkt: Seit 2006 hat sich der Hotelmarkt in Memmingen dynamisch nach oben entwickelt – und damit auch die Gästezahlen. Gab es 2006 noch zwölf Hotels mit 582 Betten, waren es 2021 schon 22 Häuser mit 996 Betten. Doch da ist in Seebergers Augen noch Luft nach oben: 200 Betten mehr täten der Stadt gut, sagt sie. Und da es momentan nur Standardhotels gibt, wäre aus ihrer Sicht eine optimale Ergänzung eine Aufstockung der Kapazitäten in den Bereichen Premium-Budget, Life-Style und im Premium-Sektor. Damit potenzielle Investoren auf Memmingen aufmerksam werden, müsse man noch stärker mit der Anbindung nach München und an den Flughafen werben, sagt Seeberger.
  • Übernachtungen: Auch die Zahl der Übernachtungen stieg seit 2006 deutlich an. Auffällig ist dabei die Verteilung nach Herkunft: Der Anteil der internationalen Gäste legte um 230 Prozent zu, der Anteil der deutschen Gäste um 91 Prozent. Der internationale Zuwachs hat vor allem mit dem Ausbau des Allgäu Airports zu tun. Und diese Gäste sind gern gesehen in Memmingen, bleiben sie doch erfahrungsgemäß länger in der Stadt und geben dort auch mehr Geld aus.

Tourismus-Bilanz: 187.553 Übernachtungen in Memmingen im Jahr 2019

2019, im letzten pandemiefreien Jahr, wurden 187.553 Übernachtungen in Memmingen gezählt – 2021 waren es ganze 65 Prozent weniger (121.689). Genutzt haben Memmingens Hotelbetten im vergangenen Jahr 51.502 Personen, das waren nur noch 47 Prozent im Vergleich zu 2019. Die Auslastung lag bei nur 34,7 Prozent. Massiv eingebrochen ist dabei die urlaubstouristische Nachfrage in Form von Kurzreisen bis auf die starken Sommermonate, während der Geschäftsreisetourismus weniger schwere Verluste zu verzeichnen hatte.

Seeberger hat festgestellt, dass die Übernachtungen vor Corona stärker gestiegen sind als die Ankünfte, dass also die Gäste länger geblieben sind (im Schnitt 1,7 Nächte). Sie wertet das als Indikator für Memmingens wachsende Bedeutung im Städte- und Geschäftsreisetourismus.

Projekte in Memmingen: Thema "Freiheit" wird behandelt

  • Projekte: Die Tendenz bis zur Pandemie zeigt, dass Memmingen als Ziel für Touristen an Attraktivität gewonnen hat. Um noch mehr Reisende in die Stadt zu ziehen, hat die Tourist Information im vergangenen Jahr einiges für das Vermarktungskonzept getan. Vor allem mit den Themen „Freiheit“ (als Stadt, in der vor fast 500 Jahren die Bauernartikel verfasst wurden), historische Stadtmauer (gerade erst wurde der deutschlandweit älteste bislang bekannte überdachte Wehrgang zugänglich gemacht) und Altstadterlebnis soll die Neugierde auf Memmingen geweckt werden.
MM Tourismus Doreen Seeberger ist seit zwei Jahren die Leiterin von Memmingen Tourismus, der früheren Stadtinformation. Hier mit Bürgermeister Manfred Schilder.
MM Tourismus Doreen Seeberger ist seit zwei Jahren die Leiterin von Memmingen Tourismus, der früheren Stadtinformation. Hier mit Bürgermeister Manfred Schilder.
Bild: Alexandra Wehr/Pressestelle

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Die Stadt wirbt nun einheitlich mit dem Slogan „Memmingen genau mmeins“ und bedient jetzt auch die Social-Media-Kanäle Facebook uns Instagram. Außerdem erhielt 2021 die touristische Webseite www.tourismus-memmingen.de ein neues, frischeres Gesicht. „Flexibilität ist ein wichtiges neues Schlagwort“, sagt Seeberger.

Der Gast entscheide heute oft kurzfristig über einen Ausflug und suche dazu im Vorhinein gezielt Infos im Internet, was eine Stadt zu bieten hat und was man dort erleben kann. „Zum ersten Mal seit Bestehen des Tourismusamtes verkaufen wir seit 2021 Postkarten und Magnete“, berichtet sie zudem. Diese klassischen Souvenirs erwarte ein Gast, wenn er in eine Tourist Info kommt.

Tagestourismus in Memmingen soll über den Werten vor Corona liegen

  • Ausblick: „Im Tagestourismus erwarten wir heuer sogar Zahlen, die über den Werten vor Corona liegen“, prognostiziert Seeberger. „Die Menschen zieht es nach draußen und sobald die ersten Sonnenstrahlen rauskommen, werden sie ihre neue alte Freiheit in vollen Zügen genießen wollen.“ Und für spontane Ausflüge, Tagesbesuche oder Wochenendkurztrips eigne sich Memmingen mit seiner „super-zentralen“ Lage in Süddeutschland bestens. Der internationale Tourismus werde jedoch noch etwas länger brauchen, bis er sich erholt, da rechnet sie mit nur rund 80 Prozent des Volumens von 2019.

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