Rad-Serie

Damit der Drahtesel nicht gestohlen wird

Fahrradklau nimmt in Bremen ab

Was tun gegen Fahrraddiebstahl? Hilfreich kann es laut Polizei Memmingen sein, das Rad an einen festen Gegenstand zu ketten.

Bild: Ingo Wagner, dpa (Symbolbild)

Was tun gegen Fahrraddiebstahl? Hilfreich kann es laut Polizei Memmingen sein, das Rad an einen festen Gegenstand zu ketten.

Bild: Ingo Wagner, dpa (Symbolbild)

Rad-Diebstahl ist ärgerlich. Die Polizei Memmingen gibt Tipps, wie das Zweirad besser geschützt werden kann und worauf Besitzer achten sollten.
06.01.2022 | Stand: 12:13 Uhr

In den vergangenen Jahren bekam Memmingen als „Fahrradstadt“ stets recht gute Bewertungen. Was wirklich gut ist und was noch alles verbessert werden kann, beleuchten wir in unserer Rad-Serie.

Wenn das Fahrrad gestohlen wird, ist das mit viel Ärger verbunden. In Memmingen ist der Ärger darüber besonders groß: Im Fahrradklima-Test des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) bekommt die Stadt nur die Note 4,0 beim Thema Raddiebstahl. Im Jahr 2018 wurden der Polizei Memmingen zufolge 202 Räder gestohlen, 2019 waren es 205 und 2020 noch 129 Fahrräder. Die Aufklärungsquote der Diebstähle liegt zwischen sieben und zehn Prozent.

Die meisten Räder werden in Memmingen in der Innenstadt entwendet

„Die meisten Fahrräder werden in der Innenstadt oder in Wohngebieten entwendet“, erklärt Jochen Glaser, Erster Polizeihauptkommissar in Memmingen. Die Stadtteile seien kaum betroffen. Die Vorgehensweise beim Fahrradklau sei sehr unterschiedlich: „Je nachdem, ob sich ein Gelegenheitsdieb oder ein professioneller Langfinger am Fahrrad zu schaffen macht.“ Einen garantierten Schutz vor Diebstahl gibt es laut Glaser nicht. Doch er gibt Tipps, wie sich ein Radklau am besten verhindern lässt.

  • Schlösser: Beim Kauf eines Fahrradschlosses sollte man auf die Qualität des Materials achten und beispielsweise Schlösser mit durchgehärtetem Spezialstahl erwerben. Zwar gibt es laut Glaser keine einheitliche Zertifizierung der Qualität, aber die Stiftung Warentest testet regelmäßig Fahrradschlösser. Von einem Speichenschloss und dünnen Ketten-, Bügel-, oder Kabelschlössern rät die Polizei ab. Grundsätzlich gilt: je teurer und leichter das Rad, desto schwerer und teurer das Schloss. „Zwischen fünf und zehn Prozent des Fahrradpreises sollte für den Kauf eines Fahrradschlosses eingeplant werden“, sagt der Erste Polizeihauptkommissar. Gegen Diebstahl helfe es auch, wenn man sein Fahrrad an einen festen Gegenstand, wie einer Laterne oder einem Baum, befestige.
  • Kennzeichnung des Rads : Wer sich nicht nur auf Fahrradschlösser verlassen möchte, kann seinen Drahtesel zusätzlich durch Codierung oder elektronische Kennzeichnung schützen. Man kann laut Glaser einen versteckten Sender am Rad anbringen und diesen mit einem GPS-Tracker auf dem Handy verbinden. Wird das Rad bewegt, kann man es auf dem Display verfolgen. Zudem sei es ein Vorteil, sein Gefährt individuell zu markieren. Das kann mithilfe einer speziellen Codierung passieren: Man erhält sie beim ADFC oder der örtlichen Polizei. „Beim Codieren wird mit Hilfe einer Graviermaschine oder einem Aufkleber dauerhaft eine bestimmte Kombination am Fahrrad angebracht“, heißt es in einer Broschüre der Polizei. Diese enthält die verschlüsselte Wohnanschrift des Eigentümers.
  • Auch die Rahmennummer des Rads kann bei einem Diebstahl von Nutzen sein. Sie befindet sich meist in der Nähe der Tretlager, des Sattels oder des Steuerkopfes.
  • Diese Informationen lassen sich laut Jochen Glaser in einem Fahrradpass bündeln. In diesem kann man die Rahmen- und Codierungsnummer eintragen, ein Foto des Gefährts machen und die eigene Adresse angeben. Wer den Pass lieber digital haben möchte, kann sich den Pass auch als App auf das Smartphone laden.
  • Diebstahl: Was jetzt? „Nach einem Radklau sollte man auf jeden Fall Anzeige bei der nächstgelegenen Polizeidienststelle erstatten“, sagt Jochen Glaser. Ergänzend sollte man immer wieder beim örtlichen Fundamt nachfragen, ob das Fahrrad vielleicht dort in der Zwischenzeit abgegeben wurde.

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