Tiere

Damit die Straße kein Kröten-Massengrab wird

LT Kröten

Mitglieder der Ortsgruppe Legau-Illerwinkel stellen den Schutzzaun für Kröten, Molche und Lurche in Lautrach auf.

Bild: Kurt Kraus

Mitglieder der Ortsgruppe Legau-Illerwinkel stellen den Schutzzaun für Kröten, Molche und Lurche in Lautrach auf.

Bild: Kurt Kraus

Naturschützer stellen im Frühjahr Schutzzäune in Lautrach und Umgebung auf. Damit ist die Arbeit jedoch nicht getan: Zweimal täglich sind Kontrollgänge nötig.
11.03.2021 | Stand: 12:00 Uhr

Es wird Frühjahr und bald sind sie wieder unterwegs: Kröten, Frösche, Molche und Lurche kriechen aus ihren Winterquartieren und suchen ihre Laichplätze auf. Auch in Lautrach werden die Amphibien bald wieder unterwegs sein. Eine besondere Gefahrenstelle für die Tiere stellt dabei die Zufahrt vom Schrofen zu den Sportplätzen dar. Auf der engen Straße zwischen dem Waldhang und der Lautracher Ach besteht kaum eine Möglichkeit, den Erdkröten, Grasfröschen oder Schwanzlurchen auszuweichen.

Daher hat die Ortsgruppe Legau-Illerwinkel vom Bund Naturschutz im vergangenen Jahr und auch heuer wieder einen Schutzzaun aufgestellt, den die Tiere nicht überwinden können. Entlang des Zaunes wurden große Plastikeimer eingegraben, in welche die Amphibien idealerweise fallen. So können sie leichter eingesammelt und an sicherer Stelle wieder ausgesetzt werden. Das Material für den Zaun stellte die Gemeinde Lautrach, denn „Amphibienschutz ist aktiver Naturschutz und gehört daher zu den Pflichtaufgaben einer Gemeinde“, sagt Lautrachs Gemeinderätin Christiane Krüger-Birk. Sie hat den Zaun zusammen mit August Gerblinger aus Legau und weiteren ehrenamtlichen Helfern errichtet.

Wichtiger Bestandteil der Nahrungskette

Kröten, Frösche und Molche seien wichtig für unseren Lebensraum, denn zum einen stünden Spinnen, Würmer und Schnecken auf ihrem Speisezettel, zum anderen seien sie ein wichtiger Bestandteil der Nahrungskette, unter anderem für verschiedene Vogelarten, erklärt sie.

Der Bund Naturschutz übernimmt auch am frühen Morgen und nach Einbruch der Dämmerung die täglichen Kontrollgänge. Die Helferinnen und Helfer seien mit Taschenlampen und Warnwesten ausgerüstet, berichtet Krüger-Birk, und sollten daher gut erkennbar sein.

Die Autofahrer bittet sie trotzdem um eine vorsichtige Fahrweise. Im vergangenen Jahr konnten laut Krüger-Birk fast 800 Tiere gesammelt und sicher über die Straße gebracht werden. Da sich die Wanderzeit der Amphibien über einen längeren Zeitraum erstreckt, sind Freiwillige, welche die Aktion unterstützen wollen, herzlich willkommen. Interessierte sollten sich melden unter der E-Mail-Adresse bn-illerwinkel@posteo.de.

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