Entscheidung

Der Fuggerweiher in Reichau bleibt weiter im Dornröschenschlaf

Fuggerweiher Boos

Die Bemühungen zur Sanierung des mit Pflanzen völlig überwucherten Fuggerweihers in Reichau liegen wieder auf Eis.

Bild: Armin Schmid

Die Bemühungen zur Sanierung des mit Pflanzen völlig überwucherten Fuggerweihers in Reichau liegen wieder auf Eis.

Bild: Armin Schmid

Um die Sanierung des Gewässers wird schon seit zehn Jahren gerungen. Warum sich Booser Gemeinderäte jetzt gegen Kauf des überwucherten Weihers aussprechen.
04.11.2021 | Stand: 14:45 Uhr

Um die Sanierung des Fuggerweihers in Reichau wird schon seit etwa zehn Jahren gerungen. Jetzt sind die Bemühungen rund um die Instandsetzung des Weihers wieder zum Erliegen gekommen. Grund ist ein Beschluss des Booser Gemeinderats, laut dem die Kommune den Weiher nicht kaufen und somit auch nicht sanieren wird. Im Moment befindet sich das mit Buschwerk und Pflanzen durchwachsene Weiher-Areal im fuggerschen Besitz.

Bürgermeister Helmut Erben teilte auf Anfrage mit, dass man das Thema im Ratsgremium intensiv diskutiert habe und es keine leichte Entscheidung gewesen sei. Letztlich hätten finanzielle Überlegungen den Ausschlag gegeben. Einerseits habe man aufgrund bereits umgesetzter Investitionen eine angespannte Haushaltslage und andererseits würden noch weitere kostenintensive Projekte anstehen. In die Kanalsanierung am Mühlberg sind laut Erben rund zwei Millionen Euro geflossen. Zudem müsse man beispielsweise auch das Thema Bauhof angehen. Die Übernahme des Weihergeländes zu einem symbolischen Preis wäre laut Bürgermeister nicht das eigentliche Problem gewesen, sondern die Instandsetzung. Die Kostenschätzung für die Ertüchtigung der Teichanlage wären bei rund 150 000 Euro gelegen. Zudem seien die behördlichen Vorgaben bei einer derartigen Sanierung sehr engmaschig und intensiv. „Wir können da nicht ins Risiko gehen“, betonte Erben im Hinblick darauf, dass sich die Sanierungskosten im Laufe der Bauphase aufgrund jetzt noch nicht bekannter Problemstellungen doch noch weiter erhöhen könnten.

Haus Fugger ist überrascht von Entscheidung

Überraschend kam diese Entscheidung auch für das Haus Fugger. Peter Edeling , Leiter der Forstverwaltung, teilte auf Anfrage mit, dass man guter Hoffnung gewesen sei, dass der Weiher in den Besitz der Gemeinde übergehe. Wie es nun in der Angelegenheit weitergeht, werde man zunächst intern prüfen. (sar)