Pro und Contra zum Herbstbeginn

Der Herbst ist da: Kommt da Freude auf?!

Der 23. September markiert kalendarisch den Herbstanfang. Die Reaktionen darauf fallen - auch in unserer Redaktion in Memmingen - unterschiedlich aus.

Der 23. September markiert kalendarisch den Herbstanfang. Die Reaktionen darauf fallen - auch in unserer Redaktion in Memmingen - unterschiedlich aus.

Bild: Federico Gambarini, dpa (Symbolfoto)

Der 23. September markiert kalendarisch den Herbstanfang. Die Reaktionen darauf fallen - auch in unserer Redaktion in Memmingen - unterschiedlich aus.

Bild: Federico Gambarini, dpa (Symbolfoto)

Zum Herbstanfang herrschen in der Redaktion Memmingen gemischte Gefühle. Wie zwei Autorinnen auf den Beginn der dunklen, kalten Jahreszeit blicken.
23.09.2022 | Stand: 11:30 Uhr

Der 23. September ist der kalendarische Herbstanfang. (Wann der Herbst aus meteorologischer Sicht beginnt und warum es hier eine Abweichung gibt, erfahren Sie hier.) Bei unseren Redaktionsmitgliedern Maike Scholz und Verena Kaulfersch in Memmingen beschwört das ganz unterschiedliche Gefühle herauf.

  • Maike Scholz: Der Sommer 2022 ist vorbei. Jetzt steht uns eine lange, kalte und vor allem dunkle Jahreszeit bevor. Buntes Laub, gemütliche Abende bei Tee und heißer Schokolade sowie Keksen: Natürlich könnte man sich die Situation schönreden. Aber seien wir doch ganz ehrlich. Der Herbst ist nicht schön. Das bunte Laub wird ganz schnell zu einem klebrigen und rutschigen Matsch auf Straßen und Gehwegen, gemütliche Abende bei Sturm und Regen gehen mir eher auf den Keks. Die Sonne verschwindet hinter dicken Wolken, gleichzeitig wird sich der morgendliche Nebel in Niesel- und dann Dauerregen verwandeln.

"Das lange Warten auf den nächsten Sommer hat begonnen"

Es ist dunkel, wenn wir morgens aus dem Haus gehen und auch dunkel, wenn wir abends zurückkommen. Eisdielen und Freibäder machen dicht; gleichzeitig dauert es noch bis zur Öffnung von Skiliften. Ein Mehr an Kleidung ist auch noch nötig. Zwiebel-Look ist das Stichwort für den Herbst. Ich mag Zwiebeln schon nicht als Zutat im Essen. Für mich hat jetzt definitiv die lange Zeit des Wartens auf den nächsten Sommer begonnen.

  • Verena Kaulfersch: Zugegeben: Als neulich im Supermarkt der Tee-Aufsteller mit der Aufschrift „So schmeckt der Winter“ vor mir aufragte, da habe ich gezuckt. Der Gedanke an kältere Temperaturen und die dunkle Jahreszeit ist noch gewöhnungsbedürftig. Aber stattdessen zwölf Monate im Jahr Hitzewelle und knalliger Sonnenschein? Furchtbare Vorstellung. Das Leben wäre ein immerwährendes Grillfest – in mehr als einer Hinsicht.

"Der Herbst hat eine heilsame Botschaft: Es ist okay, mal herunterzufahren"

Wir würden im Schweiße unseres Angesichts gebrannte Mandeln auf dem Jahrmarkt essen und „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ im Freibad auf dem Smartphone streamen. Es gäbe nie wieder Schnee, dafür nervige Sommerhits in Dauerschleife. Da genieße ich lieber den Geruch von Herbstlaub, den Farbrausch der Natur. Klar – es wird auch dunkel, grau und eklig: Aber nach sommerlichem Aktionismus und in Zeiten von Selbstoptimierungstrends und Effizienz-Mantras vermittelt die Jahreszeit eine ganz heilsame Botschaft: Es ist durchaus okay, Puls und Lautstärke des Lebens mal herunterzufahren und zur Ruhe zu kommen.

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