Kommentar

Die Amendinger sollten sich miteinander freuen

Alte Schule

So soll das "Alte Rathaus" in Amendingen nach der Sanierung ausehen.

Bild: Architekturbüro Jakob

So soll das "Alte Rathaus" in Amendingen nach der Sanierung ausehen.

Bild: Architekturbüro Jakob

"Altes Rathaus" in Amendingen wird neue Heimat des Musikvereins. Stadtrat befürchtet Anwohner-Beschwerden. Redakteur Volker Geyer plädiert für mehr Gemeinsinn.
18.04.2021 | Stand: 06:00 Uhr

Es ist bezeichnend für die zunehmende Ich-Bezogenheit unserer Gesellschaft. Normalerweise müssten sich doch alle Stadträte ohne Wenn und Aber mit den Musikern in Amendingen freuen dürfen, dass diese jetzt einen tollen Proberaum bekommen – und zwar mitten im Ort, wo die Musik spielt, um im Bild zu bleiben. Aber so einfach ist es heutzutage leider nicht mehr. Denn in die ehrlich empfundene Freude der Stadträte mischt sich eine innere Stimme ein. Es ist die Stimme der Erfahrung. Und die sagt: „Hast Du da nicht etwas vergessen? Was ist mit den Anwohnern? Die werden sich doch beschweren, wenn die Musik zu laut oder zu lang spielt. Davon hört man doch immer wieder. Schließlich beschweren sich Leute auch über Kirchen- und Kuhglocken oder das Gequake von Fröschen in Nachbars Garten.“ So oder ähnlich muss es in den Ohren von Dr. Josef Schwarz geklungen haben, als er aus leidiger Erfahrung auf mögliche Beschwerden hinwies. Bleibt zu hoffen, dass der Vorschlag von Jürgen Kolb, die Nachbarn bei der weiteren Planung „mitzunehmen“, von Erfolg gekrönt wird. Aber vielleicht ist es ja ganz anders in Amendingen – und die Anwohner freuen sich einfach mit den Musikern.

Mehr über die geplante Sanierung des "Alten Rathauses" in Amendingen lesen Sie hier.