Rettungsdienst in Memmingen/Unterallgäu

DLRG zieht Bilanz: Keine tödlichen Bade-Unfälle, aber gefährlicher Müll an Seen

Wasserretter beim Einsatz an einem Unterallgäuer Baggersee.

Wasserretter beim Einsatz an einem Unterallgäuer Baggersee.

Bild: DLRG (Archiv)

Wasserretter beim Einsatz an einem Unterallgäuer Baggersee.

Bild: DLRG (Archiv)

Was die DLRG in Corona-Zeiten in Memmingen und dem Unterallgäu in diesem Sommer erlebt hat.
Wasserretter beim Einsatz an einem Unterallgäuer Baggersee.
Von Redaktion Memminger Zeitung
24.09.2020 | Stand: 05:26 Uhr

Obwohl die Badeseen wegen Corona noch voller als sonst waren, registrierten die Lebensretter der DLRG im Unterallgäu und in Memmingen keine Badeunfälle mit Verletzten oder gar Toten. Dafür macht ihnen ein anderer Missstand zu schaffen.

„Für den Sommer 2020 können wir eine positive Bilanz ziehen“, sagt Tobias Weimer. Der Einsatzleiter der DLRG Memmingen/Unterallgäu führt das auch auf „die starke Präventionsarbeit“ seiner Hilfsorganisation zurück – aber auch auf die Vernunft der Badegäste.

Was den Wasserrettern allerdings aufgefallen ist, ist der zunehmende Müll an den Badeseen. „Dieser gefährdet neben der Natur auch andere Badegäste. Und auch für unsere Einsatzkräfte sind Glasscherben und Ähnliches eine große Gefahr – insbesondere bei Einsätzen, bei denen es schnell gehen muss“, so Weimer.

Einen solchen Einsatz gab es in Sinningen. Dort hatten nächtliche Besucher Kleidungsstücke am Seeufer entdeckt und daraufhin die Polizei verständigt. Nachdem ein Badeunfall nicht ausgeschlossen werden konnte, wurde auch die DLRG an besagtem Samstagmorgen um 4.37 Uhr von der Leitstelle Krumbach alarmiert, um die Württembergischen DLRG-Kollegen zu unterstützen. Trotz intensiver Suche konnte keine Person gefunden werden. Da auch niemand als vermisst gemeldet wurde, geht die Polizei davon aus, dass jemand lediglich seine Sachen am Ufer vergessen hat.

Weitere Einsatzorte lagen in Türkheim, Memmingen und Ottobeuren. Zudem waren acht DLRGler an zwei Tagen im Corona-Testzentrum am Münchner Hauptbahnhof im Einsatz. Allein dafür fielen zusammen rund 100 Stunden an. Insgesamt 22 Personen im Wasserrettungsdienst haben den Sommer über gut 450 Übungsstunden absolviert – davon 61 Stunden unter Wasser als Einsatztaucher.

Hinzu kam der reguläre Dienst im Bad Clevers in Bad Grönenbach, wo den Sommer über 24 Rettungsschwimmer insgesamt 126 Stunden an den Wochenenden leisteten – samt mehrerer Erste-Hilfe-Maßnahmen. Die Stadt Memmingen hatte aufgrund der geringen zulässigen Besucherzahlen in diesem Jahr auf die langjährige Unterstützung bei der Beaufsichtigung der Badegäste durch die DLRG verzichtet.

„Eine Besonderheit in diesem Sommer waren sicherlich die Einschränkungen bei Übungen und Einsätzen durch die Corona-Pandemie“, erklärt der örtliche DLRG-Sprecher Jürgen Bonnemann. Im Frühjahr konnten während des Lockdowns keine Übungen der Retter stattfinden. Für eventuelle Einsätze mussten Hygienekonzepte erstellt werden, um die Sicherheit der Einsatzkräfte zu gewährleisten. Auch die später wieder erlaubten Übungen konnten nur unter Einhaltung strenger Hygienevorschriften abgehalten werden. „Dies stellte alle Beteiligten vor große Herausforderungen, die aber gemeinsam sehr gut gemeistert wurden“, bilanziert die DLRG Memmingen/Unterallgäu.