Umweltschutz durch Recup-Mehrwegbecher

Drei Jahre nach Einführung der Recup-Becher in Memmingen: Wie kommen sie an?

Recup Becher im Allgäu

Das Backhaus Häussler unterstützt weiterhin den Recup in Memmingen - obwohl es eigentlich nicht rentabel ist.

Bild: Matthias Becker (Archiv)

Das Backhaus Häussler unterstützt weiterhin den Recup in Memmingen - obwohl es eigentlich nicht rentabel ist.

Bild: Matthias Becker (Archiv)

Im Januar 2018 wurden in Memmingen Recup-Becher eingeführt, die Müll reduzieren sollen. Einige Anbieter von damals sind aber mittlerweile ausgestiegen.
14.01.2021 | Stand: 06:00 Uhr

Er soll dazu beitragen, Müll zu reduzieren und so die Umwelt zu schützen: Der Recup-Becher. Vor gut drei Jahren wurde er in Memmingen eingeführt. Gegen einen Euro Pfand können Kunden ihren Kaffee in diesem Mehrwegbecher mitnehmen und ihn anschließend bei allen teilnehmenden Partnern zurückgeben – so die Theorie. Doch mittlerweile sind einige der ursprünglichen Anbieter nicht mehr Teil des Systems.

Eine Übersichtskarte auf dem Recup-Internetauftritt zeigt, dass es in Memmingen nur noch eine recht überschaubare Anzahl an Anbietern gibt: Die Filialen des Backhauses Häussler, die Bäckerei Maier sowie die Schule FOS/BOS. Die Bäckerei Brommler beispielsweise ist demzufolge ausgestiegen, genauso wie das Hamptons. Andreas Brommler, Mitinhaber der gleichnamigen Bäckerei, war jedoch nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Obwohl es nicht wirtschaftlich ist: Backhaus Häussler bietet Recup weiterhin an

Auch das Backhaus Häussler hat den Recup-Becher zwischenzeitlich nicht mehr angeboten. Geschäftsführer Hermann Markus Häussler sagt, er habe sich dann aber dazu entschieden, das Pfandsystem weiter zu unterstützen – auch wenn er nachvollziehen könne, dass andere aussteigen: „Es ist mit Sicherheit im Moment nicht wirtschaftlich, aber es passt in unsere Philosophie.“ Häussler lege viel Wert auf Umwelt- und Klimaschutz. „Wir sind fast CO2-neutral und 80 Prozent der Wärme im Backhaus wird mit Holzhackschnitzeln erzeugt“, erklärt er.

Der anfallende Pappmüll ist ihm daher ein Dorn im Auge. Alleine an den 13 Häussler-Standorten gehen ihm zufolge täglich insgesamt über 1000 Pappbecher über die Theke. Recup-Becher bietet Häussler in den fünf Memminger Filialen an. Aber der Geschäftsführer schätzt, dass der Anteil der Nutzer des Mehrwegbechers bei unter fünf Prozent liegt. (Lesen Sie dazu auch: Allgäuer Umweltmuffel? Warum funktioniert der "Recup"-Becher nicht bei uns?)

Nach dem Coffee-to-go: Wohin mit dem gebrauchten Recup-Becher?

Häussler glaubt, die Handhabung könne der Grund dafür sein, warum bisher nur wenige Menschen auf den Recup umgestiegen sind. Es verbleibe oft ein Tropfen Kaffee darin, weshalb man ihn eher ungern in die Handtasche stecken möchte. „Wo tust du den Becher hin?“, fragt er. „Einen Pappbecher schmeißt du halt weg.“ Hinzu komme, dass der Kunde doch erst einmal einen Euro für den Pfandbecher setzen müsse.

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Auch wenn der Becher nicht so gut angenommen wird, wie erhofft, sagt Häussler: „Im Moment halten wir daran fest.“ Für ihn sei der Recup immer noch das beste System, dass es am Markt gibt. Er verstehe aber, wenn andere Unternehmen nicht mehr mitmachen möchten. Diese müssten, wie er selbst auch, Lizenz-Gebühren für das System zahlen. „Und viele Unternehmen haben zu kämpfen. Wir haben alle zu kämpfen.“

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