Memmingen/Lindau

Im letzten Spiel vor den Pre-Playoffs: Matchstrafe für ECDC-Spieler Kasten

MM Eishockey DEB-Oberliga ECDC Memmingen Indians - EV Lindau Islanders 0:2

Dieses Foto erzählt in komprimierter Form, wie diese Spielzeit für die Indians bislang verlaufen ist: Marvin Schmid (rotes Trikot, hinten), der eine überragende Saison spielt, hat Lindaus Goalie Lucas Di Berardo elegant verladen, lupft den Puck listig über den am Boden liegenden Torhüter – und setzt die Scheibe an den Posten.

Bild: Rebhan

Dieses Foto erzählt in komprimierter Form, wie diese Spielzeit für die Indians bislang verlaufen ist: Marvin Schmid (rotes Trikot, hinten), der eine überragende Saison spielt, hat Lindaus Goalie Lucas Di Berardo elegant verladen, lupft den Puck listig über den am Boden liegenden Torhüter – und setzt die Scheibe an den Posten.

Bild: Rebhan

Die Memminger Indians treffen das Tor nicht und verlieren gegen ihren Rivalen EV Lindau mit 0:2. Warum sie am Freitag schon wieder auf denselben Gegner treffen.
17.03.2021 | Stand: 17:24 Uhr

Es läuft die 57. Spielminute. Es steht 2:0 für den EV Lindau (EVL). Vor dem Tor der Memminger Indians kommt es zu einem Gerangel, das es beim Eishockey in jedem Oberliga-Spiel mehrfach gibt. Doch plötzlich eskaliert die Situation. Christopher Kasten vom ECDC und der Lindauer Brayden Low beschimpfen sich heftig. Die Schiedsrichter gehen dazwischen und trennen die Kampfhähne.

Danach ziehen sie sich zur Beratung an die Mittellinie zurück. Es geht nun um das Strafmaß. Nach ungewöhnlich langer Diskussion verkünden die Hauptschiedsrichter Erich Singaitis und Artur Votler ihr Urteil: zwei Strafminuten für Low wegen Stockschlags – und eine Matchstrafe für Kasten. Für Laien: Das ist die Höchststrafe beim Eishockey. Beim Spielgericht des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) werden am Mittwoch drei Spiele Sperre und eine Geldstrafe in Höhe von 300 Euro beantragt. Es fällt aber noch keine Entscheidung.

Assistenzkapitän Christopher Kasten fehlt in den Pre-Playoffs

So oder so: Der wichtige Verteidiger der Memminger Indians wird seinem Team auf jeden Fall in den beiden Pre-Playoff-Spielen gegen den Hauptrunden-Achten Lindau fehlen. Diese finden am Freitag ab 20 Uhr in Memmingen sowie am Sonntag ab 17 Uhr in Lindau statt. Wer sich hier durchsetzt, zieht in die Play-offs der besten acht Mannschaften der Eishockey-Oberliga Süd ein. Zu denen zählen die Indians in dieser Spielzeit nach der Hauptrunde nicht. Nach einer überragenden Saison 2019/20, in der sie erst am letzten Spieltag von Rang eins verdrängt wurden, schließen sie die „Corona-Runde“ 2020/21 auf Rang neun ab.

Auf die Frage, warum das so ist, liefert die Partie gegen Lindau an diesem Abend Antworten: Schon mehrfach sagte Indians-Trainer Sergej Waßmiller in dieser Saison bei der Pressekonferenz nach einem Spiel: „Wenn Du keine Tore schießt, kannst Du kein Spiel gewinnen.“ An dieser Abschlussschwäche wollten die Indians in der besonders langen, mehr als zweiwöchigen Pause vor dem Lindau-Spiel eigentlich arbeiten. Nach zuvor zwei 2:4-Niederlagen gegen die „Islanders“ in dieser Saison starten die Indians auch druck- und schwungvoll. Mit 1:0 in Führung gehen aber die Männer vom Bodensee. Diese halten sie bis zur ersten Drittelpause. Bereits nach 40 Sekunden feuert ECDC-Topscorer Linus Svedlund im zweiten Durchgang die Scheibe an den Pfosten des Lindauer Tors. Und in der 34. Spielminute hat ECDC-Stürmer Marvin Schmid den starken Lindauer Goalie Lucas Di Berardo bereits elegant verladen – und lupft den Puck über den am Boden liegenden Torhüter hinweg an den Pfosten.

ECDC Memmingen: Lukas Steinhauer und Joey Vollmer im Einsatz

Im Memminger Tor zeigt Lukas Steinhauer einige unglaubliche Saves – und bleibt ohne Gegentor. Warum er erst zur Spielmitte für Joey Vollmer eingewechselt wurde, erklärt Sportlicher Leiter Sven Müller auf Anfrage unserer Redaktion am Mittwoch wie folgt: „Wir haben zwei sehr gute, gleichwertige Torhüter. Deshalb wollten wir nach der langen Pause und vor dem wichtigen Wochenende nochmals beide spielen lassen.“

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Starke Vorstellung des ECDC Memmingen gegen Bad Tölz

Torhüter-Sorgen hat der ECDC also keine. Doch die Offensive präsentiert sich an diesem Abend wie so oft schon in dieser Saison: Sie zieht ihr technisch feines und sehr schnelles Überfall-Eishockey auf. Eine Angriffswelle nach der anderen schwappt auf das Lindauer Tor. Doch Goalie Di Berardo und seine Verteidiger lassen nichts zu.

Lindaus Trainer: Stabile Defensive in den Play-offs wichtig

Islanders-Coach Gerhard Puschnik wird nach dem Spiel bei der Pressekonferenz sagen: „In der Defensive sind wir in den vergangenen Wochen relativ stabil geworden. Das ist wichtig für die Play-offs. Und vorne sind wir immer für ein, zwei Tore gut.“ Das stimmt: Florian Lüsch erzielt in der 24. Spielminute seinen zweiten Treffer und macht dadurch den Sack für sein Team bereits zu.

Und die Indians? Wie so oft schon in dieser Saison dominieren sie über weite Strecken den Gegner – und laufen dennoch einem Rückstand hinterher. Bis weit ins letzte Drittel hinein. Langsam läuft ihnen nun die Zeit davon. Und die Wut wächst: Als Memmingens Assistenzkapitän Kasten in der 52. Minute wegen Beinstellens für zwei Minuten auf die Strafbank geschickt wird, protestiert er aus der Kühlbox heraus lautstark gegen diese Entscheidung.

EV Lindau: Kasten hat Low „aufs Übelste beschimpft“

Entsprechend geladen fährt er – nachdem er seine Strafe abgesessen hat – einen wuchtigen Open-Ice-Check. Und kurz darauf, in der 57. Spielminute, gerät er mit dem Lindauer Brayden Low aneinander – und „beleidigt ihn aufs Übelste“. Das schreibt der EV Lindau nach dem Spiel auf seiner Internetseite.

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Das Spiel ECDC-Lindau in der Zusammenfassung

Ergebnis: ECDC Memmingen – EV Lindau 0:2 (0:1; 0:1; 0:0).

Tore: 0:1 (07:38) Lüsch (Ochmann, Heatley), 0:2 (23:40) Lüsch (Klingler, Farny: PP 1).

Strafminuten: Memmingen zehn + fünf + 20 (Matchstrafe für Christopher Kasten wegen „unsportlichen Verhaltens“), Lindau acht.

Referees: Hauptschiedsrichter: Singaitis und Votler; Linesmen: Menz und Schwebius.

Aufstellung: Für den ECDC spielten: Torhüter: Vollmer (30:10), Steinhauer (29:50) – Verteidigung: de Paly, Svedlund; Kittel, Kasten; Stange, Ledlin; Stobbe – Angriff: Peter, Schmid, Fitzgerald; Herm, Huhn, Hofmann; Abstreiter, Grözinger, Pfalzer; Miettinen, Ahlroth, Wolter.