Trinkwasser

Egg plant Leitung nach Lauben

Die Gemeinde Egg an der Günz will im kommenden Jahr ihre Trinkwasserversorgung durch eine neue Quellleitung und eine Verbundleitung nach Lauben auf sichere Beine stellen.

Die Gemeinde Egg an der Günz will im kommenden Jahr ihre Trinkwasserversorgung durch eine neue Quellleitung und eine Verbundleitung nach Lauben auf sichere Beine stellen.

Bild: Franz Kustermann

Die Gemeinde Egg an der Günz will im kommenden Jahr ihre Trinkwasserversorgung durch eine neue Quellleitung und eine Verbundleitung nach Lauben auf sichere Beine stellen.

Bild: Franz Kustermann

Damit das Trinkwasser nicht knapp wird, baut die Gemeinde Egg an der Günz eine größer Quellleitung und eine neue Verbindung zum Nachbarort Lauben.
15.10.2020 | Stand: 12:53 Uhr

Die Gemeinde Egg will ihre Trinkwasserversorgung auf sichere Beine stellen: Im kommenden Frühjahr soll die über 100 Jahre alte, 2,5 Kilometer lange Quellleitung durch eine größer dimensionierte Verbindung ersetzt werden. Bisher konnte trotz guter Quellschüttung aufgrund des begrenzenden Querschnittes nicht mehr Trinkwasser in den Hochbehälter geleitet werden, selbst wenn genügend Niederschläge vorhanden waren. Da zudem in den vergangenen zwei Jahren im Sommer die Quellschüttung deutlich zurückgegangen ist, soll zudem eine Verbundleitung zwischen Egg und Lauben gebaut werden.

Wie Bürgermeister Wolfgang Walter (Freie und überparteiliche Wählervereinigung) ausführt, wird die neue Quellleitung rund 810 000 Euro netto und die Verbundleitung rund 292 000 Euro kosten. Hierbei wird eine staatliche Förderung von etwa 400 000 Euro beziehungsweise rund 185 000 Euro erwartet.

Die Quellleitung wird im Spülbohrverfahren unter die Erde gezogen: Laut Walter hat dies den Vorteil, dass hierbei nur ein geringer Eingriff in die Grundstücke erfolgen und der Wald nicht abgeholzt werden muss. Nur an den Bohrpunkten sei eine oberflächige Öffnung des Bodens erforderlich. Da nur die sogenannten „Findlinge“ (größere Felsbrocken zur Grenzmarkierung) im Bohrbereich entfernt werden müssen, bringe dieses Verfahren wesentlich geringere Kosten als die offene Grabenverlegung.

"Kostengünstigste Variante"

Die 2,3 Kilometer lange Verbundleitung zwischen den beiden Gemeinden hingegen kann – weitestgehend auf dem Grund der Gemeinde Egg – mit dem sogenannten Pflugverfahren eingebracht werden. Für Walter „die schnellste und kostengünstigste Variante“, bei der die Gemeinde Lauben die zusätzliche Leitungslänge von 370 Metern auf eigene Kosten verlegt. Laut Walter gab es im Vorfeld auch verschiedene Überlegungen, mit anderen Gemeinden einen Trinkwasserverbund herzustellen. Lauben sei jedoch die „sinnvollste und wirtschaftlichste Variante“. Im „Havariefall“ wäre es sogar möglich, das Wasser von Egg auch nach Lauben zu pumpen. Die „Mischbarkeit“ des Wassers sei problemlos gegeben. Um eine Verkeimung zu vermeiden, müsse das Wasser in der Verbundleitung allerdings alle drei bis sieben Tage ausgetauscht beziehungsweise durchgespült werden.

Bürgermeister Walter sieht eine gesicherte Wasserversorgung für Egg und seine Ortsteile als „wichtigste Maßnahme überhaupt“. Er nannte dies „eine generationenübergreifende Maßnahme“. Im Hinblick auf die Klimaveränderung und der damit verbundenen Knappheit der Niederschläge habe die Wasserversorgung „Vorrang vor allen anderen Investitionen“. Der Gemeinderat schloss sich dieser Meinung an, zumal das wichtige Thema bereits in der vergangenen Legislaturperiode angestoßen wurde.

Bedenken geäußert

Zu einer längeren Diskussion kam es lediglich bei der Ausführungsart bezüglich der Quellleitung: „Offener Graben und durchgängiges Rohr oder Spühlbohrverfahren mit Entlüfter?“ Gemeinderat Rudolf Braunmiller (Freie und überparteiliche Wählervereinigung) hatte Bedenken, dass die an den Hochpunkten notwendigen „Lüfter“ störungsanfällig sein könnten und eine regelmäßige Wartung entsprechend Geld kostet.

Der leitende Ingenieur Harald Widler vom Büro Fassnacht entgegnete, dass dies bei einem durchgängigen Rohr nicht der Fall sei. Außerdem werde dieses System bereits seit mehr als 20 Jahren angewandt; bisher stets ohne besondere Vorkommnisse. Den Wartungsaufwand hält der Planer daher für „überschaubar“.

Da die Fertigstellung bereits für Ende kommenden Jahres geplant ist, wird nach Angaben von Gemeindechef Wolfgang Walter „eine Zwischenfinanzierung unumgänglich sein“: Zum einen seien die gemeindlichen Einnahmen zurzeit „schlecht vorhersehbar“. Zum anderen erfolge zeitgleich bereits die Erneuerung von Kanal, Wasser und Straßenbau im ersten Baugebiet von Egg.