Prozess

Ehestreit mit Messerangriff landet vorm Landgericht

Vorm Landgericht Memmingen musste sich ein Mann verantworten, der seinen Partner zweimal mit einem Messer angegriffen hatte.

Vorm Landgericht Memmingen musste sich ein Mann verantworten, der seinen Partner zweimal mit einem Messer angegriffen hatte.

Bild: Ralf Lienert

Vorm Landgericht Memmingen musste sich ein Mann verantworten, der seinen Partner zweimal mit einem Messer angegriffen hatte.

Bild: Ralf Lienert

Memminger muss über fünf Jahre in Haft, weil er seinen Partner schwer verletzt hat. Wie es zu den Streits kam.
26.03.2021 | Stand: 18:00 Uhr

Die Ehe zwischen den gleichgeschlechtlichen 29 und 44 Jahre alten Partnern aus Memmingen stand nie unter einem positiven Stern. Der ältere der beiden war wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt und musste sich vor dem Memminger Landgericht verantworten (wir berichteten). Dort wurde er nun zu fünf Jahren und sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Im Mai 2020 hatte er seinen Lebenspartner in zwei Fällen mit einem Messer durch Stiche und Schnitte im Brustbereich verletzt, beim zweiten Mal sogar lebensgefährlich.

Die Beziehung der beiden Männer, die gemeinsam in einer Sozialwohnung lebten, war von Anfang an beidseitig geprägt von starker Aggressivität, viel Streit und vor allem hohem Alkoholkonsum. Die Polizei wurde sehr oft als Streitschlichter gerufen und die Wohnung der beiden war ein oft besuchtes Einsatzziel.

Täter und Opfer konnten zum Tathergang selbst wenig beitragen. Ihr Alkoholpegel bewegte sich an diesem Tag um die 2,5 Promille, Tatzeugen gab es nicht. Die im Prozess vor dem Landgericht aussagenden 25 Zeugen waren überwiegend Polizeibeamte, die erst nach den Taten dienstlich in die Angelegenheit involviert waren.

Die Aussagen der Sachverständigen aus den Bereichen Medizin, Forensik und Psychiatrie beschrieben Täter und Opfer als Menschen mit hoher Aggressivität, als hochgradige Alkoholiker mit wenig Motivation zu Veränderungen und geringen Chancen auf therapeutische Erfolge.

Der Angeklagte war in der Verhandlung auch nicht bereit, über sich und seine Gedanken zum Fall zu reden. Er verweigerte auch Aussagen über seinen bisherigen Lebensweg.

Die Beziehung beenden?

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Zum Ende der Verhandlung kam so von mehreren Seiten der Rat an die beiden Männer, der Ehe ein Ende zu setzen – wozu der Angeklagte Zustimmung signalisierte. Zunächst muss er jedoch die Strafe von fünfeinhalb Jahren Haft abbüßen. Ob es dem 44-jährigen Straftäter in dieser Zeit gelingen wird, seine Motivation für Verbesserungen zu stärken, blieb auch für das Memminger Landgericht lediglich eine Fragestellung.