Eine Anlaufstelle für die Kunden zweier Banken

Interview Sparkasse und VR-Bank betreiben gemeinsame SB-Filiale in Steinheim. Modell für andere Orte?
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Von aku
08.01.2020 | Stand: 16:06 Uhr

Im Stadtteil Steinheim arbeiten die Sparkasse und die VR-Bank seit Kurzem enger zusammen – sie betreiben eine gemeinsame Selbstbedienungs-Filiale mit Geldautomat für die Kunden der beiden Geldhäuser. Über die Hintergründe und ob das der Beginn für weitere gemeinsame Projekte ist, sprach dieMZ mit Dirk Peters. Er ist Abteilungsdirektor Vertriebsmanagement und stellvertretendes Vorstandsmitglied der Sparkasse Memmingen-Lindau-Mindelheim.

Warum haben sich die beiden Banken zu der Kooperation entschieden?

Dirk Peters:Sowohl die VR-Bank Memmingen als auch die Sparkasse Memmingen-Lindau-Mindelheim haben in Steinheim zwei SB-Filialen ohne Mitarbeiter vor Ort betrieben. Die beiden SB-Standorte waren nur etwa 50 Meter voneinander entfernt und bei weitem nicht ausgelastet. Trotzdem war es beiden Instituten wichtig, in der Fläche auch zukünftig präsent für unsere Kunden zu bleiben.

Wie lief das Projekt ab?

Peters:Zum Jahreswechsel 2018/2019 begannen Gespräche über eine mögliche Kooperation in Steinheim. Im Frühjahr wurde der Sparkasse dann der Mietvertrag für den bisherigen SB-Standort durch die Vermieter gekündigt. Eine Suche nach einem alternativen gemeinsamen SB-Standort (auch unter Einbindung der Lokalpolitik) blieb erfolglos. Daher erschien beiden Instituten eine Kooperation für unsere Kunden und die Institute im von der VR-Bank gemieteten Gebäude in der Heimertinger Straße sinnvoll.

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Was bedeutet das konkret für die Kunden?

Peters:Das Platzangebot reicht auch für das weitere SB-Terminal der Sparkasse aus. Der bestehende Geldautomat wird nun gemeinsam betrieben. Kunden der Sparkasse können dort jetzt ebenfalls kostenlos Geld abheben.

Können Sie sich für die Zukunft eine weitere, noch engere Kooperation in der Region miteinander vorstellen – beispielsweise gemeinsam betriebene Filialen?

Peters:Die Kooperation in Steinheim zeigt, dass unter den gegebenen Rahmenbedingungen eine Kooperation in diesem konkreten Fall sinnvoll ist. Für unsere mitarbeiterbesetzten Filialen sieht die Entscheidungsgrundlage für beide Institute aber anders aus. Daher ist eine Kooperation bei Filialen vermutlich für beide Institute nicht sinnvoll.

Hat die Sparkasse vor, sich mittel- oder langfristig vollständig aus Steinheim zurückzuziehen und ihren Kundenkreis der VR-Bank zu „überlassen“ – im Gegenzug für die Übernahme von VR-Bank-Kunden in anderen Regionen?

Peters:Sowohl die VR-Bank als auch die Sparkasse hatten in Steinheim keine mitarbeiterbesetzte Filiale mehr. Somit haben beide Institute ihre aktive Kundenberatung nicht mehr aus Steinheim vorgenommen, sondern aus den umliegenden Filialen. Die Kundenberater beider Institute stehen für ihre Kunden in Steinheim jederzeit gerne zur Verfügung. Keines der beiden Institute will hier die Kunden nicht mehr betreuen. Ganz im Gegenteil: Der Selbstbedienungs-Standort zeigt, dass beiden Instituten die Kunden in Steinheim wichtig sind und der Standort eben nicht aufgegeben werden soll.

Was passiert mit den nun ehemaligen Räumlichkeiten der Sparkasse in Steinheim?

Peters: Die Sparkasse war Mieter in den bisherigen Räumlichkeiten. Die weitere Nutzung ist Sache des Vermieters.

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