Eishockey-Bundesliga

Eishockey-Finalrunde: ECDC-Frauen werden Vierte

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In der Finalrunde der Eishockey-Bundesliga unterlagen die Frauen des ECDC Memmingen (weiße Trikots) im Spiel um Platz drei am Sonntag dem ERC Ingolstadt mit 1:2. Bereits im Halbfinale am Samstag hatten sich die Indians-Frauen nach ebenso großem Kampf dem ESC Planegg mit 2:3 beugen müssen.

Bild: Alwin Zwibel

In der Finalrunde der Eishockey-Bundesliga unterlagen die Frauen des ECDC Memmingen (weiße Trikots) im Spiel um Platz drei am Sonntag dem ERC Ingolstadt mit 1:2. Bereits im Halbfinale am Samstag hatten sich die Indians-Frauen nach ebenso großem Kampf dem ESC Planegg mit 2:3 beugen müssen.

Bild: Alwin Zwibel

Die Frauen-Mannschaft des ECDC Memmingen unterliegt im Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft Planegg knapp mit 2:3, im Spiel um Platz drei Ingolstadt mit 1:2.
14.03.2021 | Stand: 16:56 Uhr

Als der Tross der Frauen-Mannschaft des ECDC Memmingen am Samstag gegen 14 Uhr in Richtung Füssen aufbricht, fährt er auf der A 7 einer verheißungsvoll in der Sonne glänzenden Alpenkette entgegen. Eine viel versprechende Kulisse, die hoffnungsfroh stimmt. Rund sieben Stunden später, gegen 21 Uhr, sind aber alle Seifenblasen geplatzt: Soeben haben die Indians-Frauen das Halbfinale um die Deutsche Eishockey-Meisterschaft der Frauen gegen den ESC Planegg-Würmtal mit 2:3 (0:0; 1:3; 1:0) verloren und damit den Einzug ins Finale verpasst.

Das bestreiten am Sonntagnachmittag in der Arena des Bundesleistungszentrums (BLZ) der Überraschungsfinalist Berlin, der im Halbfinale den hohen Favoriten Ingolstadt ausgeschaltet hat, und eben ECDC-Bezwinger Planegg. Die Frauen aus Oberbayern gewannen mit 4:1 und sind Deutscher Meister 2020/21.

Spiel um Platz drei, ECDC gegen Ingolstadt: Am Sonntagvormittag stehen sich im Spiel um Platz drei die Memminger Indians und Ingolstadt gegenüber. Auch hier haben die Memmingerinnen das Nachsehen. Sie verlieren nach großem Kampf erneut äußerst knapp, diesmal mit 1:2 (1:2; 0:0; 0:0) und müssen sich am Ende mit Platz vier begnügen. Das Kleine Finale beginnt für Memmingen mit einer kalten Dusche: Bereits nach 32 Sekunden geht Ingolstadt mit 1:0 in Führung, in der fünften Spielminute mit 2:0. Hoffnung keimt auf, als Sonja Weidenfelder in der 17. Minute den Anschlusstreffer zum 1:2 erzielt. Bei diesem Spielstand geht es auch in die erste Drittelpause. Ab dem zweiten Drittel steht nun Emma Schweiger für Jenny Harß im Memminger Tor. Harß hat im Halbfinale einen harten Schuss auf die Gesichtsmaske bekommen und noch einen Tag später Kopfschmerzen.

Kassie Roache trifft nur den Pfosten

Richtig viel Power steckt auch in dem Schuss von ECDC-Kanadierin Kassandra Roache in der 24. Minute. Doch die Scheibe landet am Pfosten des Ingolstädter Kastens. Die Indians kommen dem Ausgleich nun immer näher. Im weiteren Verlauf des Drittels fallen aber auf beiden Seiten keine Treffer mehr. Der ECDC drückt und drückt – und läuft bis zur Schlusssirene einem knappen Rückstand hinterher. Wie am Vorabend im Halbfinale.

Halbfinale ECDC gegen Planegg: Wie im ersten Halbfinalspiel am Samstagnachmittag bleibt auch hier das erste Drittel torlos. Kein Wunder: Im Duell der Dauerrivalen der vergangenen Jahre kommt es auch zum Showdown der beiden Nationaltorhüterinnen: „Jenny“ Harß (Memmingen) und „Franzi“ Albl (Planegg). Wobei die aus Füssen stammende Torfrau der Oberbayern bereits früh geschlagen scheint, doch ECDC-Nationalverteidigerin Carina Strobel schlenzt in der 19. Spielminute die Scheibe in doppelter Überzahl an den Pfosten. Unter den Augen von Frauen-Nationaltrainerin Franziska Busch und Interims-Sportdirektor Christian Künast vom Deutschen Eishockey-Bund (DEB) geht’s im zweiten Durchgang tempo- und torreich weiter: In der 25. Spielminute markiert Julia Zorn in doppelter Überzahl das 1:0 für Planegg. Savannah Rennie gleicht vier Minuten später aus. Doch durch einen Doppelschlag von Janina Fuchs und Justine Reyes gehen die Planeggerinnen mit einem Zwei-Tore-Vorsprung in die Pause. In den Schlussabschnitt gehen die Indians-Frauen dann in eigener Überzahl: Doch sie können dieses Powerplay nicht nutzen, um den wichtigen Anschlusstreffer zu erzielen.

Lena Schurr erzielt das 2:3

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So lief die Auftaktpartie der Frauen des ECDC Memmingen gegen Ingolstadt

„Aber wer braucht schon eine Überzahl?“, denkt sich in der 45. Spielminute wohl Lena Schurr, als sie für das 2:3 sorgt. Dabei bleibt es. In der dramatischen Schlussphase fällt kein weiterer Treffer mehr. Es folgt das gleiche Bild wie am Samstagnachmittag: Ausgelassen Feiernde auf der einen Seite, niedergeschlagene Verliererinnen auf der anderen.

Halbfinale Berlin gegen Ingolstadt: Einen richtig lauten Paukenschlag gibt es gleich im ersten Halbfinale: Hier verliert am Samstagnachmittag der hohe Favorit ERC Ingolstadt, der Tabellenerste nach der Hauptrunde, mit 1:2 (0:0; 1:1; 1:0) gegen die „Eisbären Juniors“ aus Berlin. Diese waren nach der Hauptrunde Vierte. Mit dem glücklichen, aber keineswegs unverdienten Finaleinzug bestätigen die Berlinerinnen den starken Eindruck, den sie eine Woche zuvor schon in Memmingen hinterlassen haben. Zum Abschluss der Bundesliga-Hauptrunde haben sie den ECDC-Frauen das Leben richtig schwer gemacht und bei ihnen zweimal nur knapp verloren.

"Berlin sollte man niemals unterschätzen"

Im ersten der beiden Spiele in Memmingen hat sich Amelie Cyrulies am Knie verletzt. Sie humpelt nun in Füssen mit Krücken durch die Halle und verfolgt das Spiel von der Tribüne aus. Freudestrahlend beobachtet sie nach der Schlusssirene von oben ihre kreischenden und hüpfenden Mannschaftskameradinnen unten auf dem Eis – und sagt: „Tja, Berlin sollte man niemals unterschätzen.“

feuert unten, an der Bande, die ebenfalls verletzte Ingolstädterin Marie Delarbre, die mit dem ECDC bereits Meisterin war, wutentbrannt ihre Krücken in die Ecke. Enttäuscht verlässt sie die Halle in Richtung Kabine. Einen Tag später kann Delarbre aber schon wieder lachen – während die mit großen Hoffnungen gestarteten Memmingerinnen niedergeschlagen das Eis verlassen. Sie haben alles gegeben, haben gekämpft – und sind gescheitert.