Wettbewerb

Er ist deutscher Doppel-Quizmeister - und in Memmingen bekannt

Quizmeister

Bei der Siegerehrung der deutschen Doppel-Quizmeisterschaft in Berlin (von links): Sebastian Klussmann, Sebastian Jacoby (beide bekannt aus der Fernsehsendung „Gefragt – Gejagt“), Martin Ehrl und Christoph Paninka sowie Holger Waldenberger und Nicolai Simon.

Bild: privat

Bei der Siegerehrung der deutschen Doppel-Quizmeisterschaft in Berlin (von links): Sebastian Klussmann, Sebastian Jacoby (beide bekannt aus der Fernsehsendung „Gefragt – Gejagt“), Martin Ehrl und Christoph Paninka sowie Holger Waldenberger und Nicolai Simon.

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Christoph Paninka freut sich über erstmaligen Erfolg mit Teampartner Martin Ehrl. So sind die beiden zum Titel gekommen.
06.11.2021 | Stand: 18:00 Uhr

Die Konkurrenz ist groß und aus dem Fernsehen bekannt. Sebastian Jacoby, Sebastian Klussmann und Holger Waldenberger mussten aber dieses Mal ihm und seinem Mitstreiter den Vortritt lassen: Christoph Paninka hat gemeinsam mit Martin Ehrl in Berlin die deutsche Doppel-Quizmeisterschaft gewonnen.

Kein Unbekannter in Memmingen

Christoph Paninka ist in Memmingen kein Unbekannter, lehrte am Marianum in Buxheim. Derzeit ist der gebürtige Donauwörther in Teilzeit am Gymnasium in Neuburg beschäftigt. Deutsch und Geschichte waren seine Studienfächer – und nehmen auch eine wichtige Funktion beim Quizzen ein. Außerdem organisiert der 52-Jährige in Memmingen auch selbst Quizveranstaltungen. Eine ist jetzt wieder in Planung. Wie es ihm kurz nach dem Titelgewinn geht und was es zum Quizzen braucht, erzählt Christoph Paninka im Gespräch mit unserer Zeitung.

Eine große Leidenschaft

Christoph Paninkas Leidenschaft ist groß – für das Texten von Liedern, für das Singen, für die Straßenmusik und natürlich für das Quizzen. Alles habe für ihn schon als kleiner Junge angefangen: „Mit der Oma habe ich immer Kreuzworträtsel gelöst“, erinnert er sich zurück. Prägend sei der Unterricht eines Pfarrers in der dritten Klasse gewesen. Einmal im Monat habe er ein Quiz vorbereitet. „Ich durfte irgendwann auch Fragen stellen. Ich fühlte mich geehrt. Heute denke ich, er wollte mich einfach aus dem Spiel nehmen“, sagt der 52-Jährige mit einem Augenzwinkern. „Dalli Dalli“ mit Hans Rosenthal sowie „Der große Preis“ mit Wim Thoelke: Als Familie habe man gemeinsam am Abend gequizzt. „Das waren in den 80er-Jahren die Schowmaster.“ Als er 16 Jahre alt war, habe er erstmals seinen Vater beim simulierten Quizzen vor dem Fernseher geschlagen. „Ich war aber auch motivierter“, meint Paninka.

Unterschiede beim Quizzen

Er unterscheide zwischen dem seriösen Quizzen – beispielsweise bei Wettbewerben – und dem Fernsehquiz. „Jeder gegen Jeden“ im Jahr 1999, „Millionenquiz“ im Jahr 2000 und „Deutschlands klügster Lehrer“: Letztere Sendung sei sein Durchbruch gewesen. Dort habe er die Vor- und Zwischenrunde gewonnen. Zu Gast war Christoph Paninka unter anderem auch bei „Wer wird Millionär?“ im Jahr 2008, im „Quizduell“ (2016) und beim „Quiz-Champion“ im Jahr 2018. Zudem würde er über Radio, Zeitung und im Internet quizzen.

Quiz-Verein richtet Wettbewerb in Berlin aus

Der mehrfache bayerische Quizmeister reiste dann Ende Oktober dieses Jahres mit seinem Spielpartner Martin Ehrl aus München zu den deutschen Quizmeisterschaften nach Berlin. Diese werden vom deutschen Quiz-Verein ausgerichtet; darüber kennen sich auch Martin Ehrl und Christoph Paninka. 119 Teams traten beim Doppel an. In Martin Ehrl habe er einen guten Quizpartner gefunden. Man sei auf Augenhöhe, ergänze sich. „Martin Ehrl hat ein unglaubliches Allgemeinwissen, vor allem auch im Bereich der Wissenschaft. Ich kenne mich in den Bereichen Musik, Geschichte und Literatur aus.“ 2018 habe man erstmals gemeinsam gespielt, sei Vizemeister geworden.

Zehn Runden sind zu meistern

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Zehn Runden, insgesamt 100 Fragen und sieben Minuten Zeit pro Runde: „Es war ein ganz groteskes Set“, erzählt Paninka. Sprich: Die Fragen seien schwer gewesen, das habe teilweise demotiviert. „Wir haben uns aber durchgekämpft.“ Am Ende wurden 60 von 100 Punkten gezählt. Das Duo hätte keine großen Erwartungen gehabt. Als dann aber der zehnte Platz mit der Punktzahl 50 vergeben wurde, wurden beide hellhörig. „Je enger die Abstände der Punkte, umso größer wurde unsere Hoffnung.“ Und tatsächlich: Am Ende gab es zwei Teams mit 60 Punkten. Holger Waldenberger und Nicolai Simon standen gegen Christoph Paninka und Martin Ehrl. Ausschlaggebend war dann die Punktzahl der letzten Runde. 6,5 schlugen bei Paninka und Ehrl zu Buche; die Konkurrenten lagen bei vier Punkten. „Da brachen dann alle Dämme“, sagt der 52-Jährige. Das erste Mal deutscher Quizmeister im Doppel.

Die Welt für sich entdecken

Was das Quizzen ausmacht? Da muss Christoph Paninka nicht lange überlegen: „Jedes Kind entdeckt die Welt für sich. Quizzen trägt dazu bei, Zusammenhänge zu verstehen und so die Welt zu entdecken. Außerdem gibt es immer wieder Aha-Erlebnisse, also neue Erkenntnisse.“ Er schwärmt weiter: „Außerdem geht es um ein Miteinander im eigentlichen Gegeneinander. Aber ich möchte meinem Gegenspieler ja nichts Böses, sondern ihn besser kennenlernen.“

Ein Tipp für den typischen „Sofa-Quizzer“? „Lesen und sich möglichst für alles interessieren und sich darüber dann informieren.“