Unterallgäu/Bad Wörishofen

Er will mit Leidenschaft gestalten

Landratswahl, Grüne, Nominierung

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Bild: Sandra Baumberger

Landratswahl, Grüne, Nominierung

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Wahlkampf Grüne nominieren Daniel Pflügl in Bad Wörishofen einstimmig zum Landrats-Kandidaten
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Von Sandra Baumberger
12.01.2020 | Stand: 15:53 Uhr

Als das Wahlergebnis verkündet wurde, war Daniel Pflügl überwältigt: Alle 38 Wahlberechtigten, die zur Nominierungsversammlung von Bündnis 90/Die Grünen ins Gasthaus Rössle nach Bad Wörishofen gekommen waren, hatten sich für die Landratskandidatur des 44-Jährigen ausgesprochen.

Zuvor hatte der Kreissprecher der Grünen im Unterallgäu, der zudem im Vorstand in Schwaben und auch im bayerischen Landesausschuss seiner Partei aktiv ist, sich und seine politischen Ziele vorgestellt.

Mit zwei Schwestern sowie einem Adoptiv- und einem Pflegebruder im Unterallgäu aufgewachsen, ist er inzwischen selbst dreifacher Familienvater. Seine berufliche Laufbahn begann er bei der Bereitschaftspolizei, später war er als Verkehrserzieher an den Schulen sowie als Rauschgiftermittler tätig. Während seines Studiums der Verwaltungswissenschaften entwickelte er mit Mitstudenten ein Verkehrskonzept für die Wörishofer Innenstadt. Aktuell arbeitet er bei der Kriminalpolizei Memmingen, die auch für das Unterallgäu zuständig ist. In seiner Freizeit treibt der frühere Triathlet gerne Sport und engagiert sich als Vorsitzender der Kreis-Verkehrswacht Mindelheim. Seit 2014 ist er im Bad Wörishofer Stadtrat Referent für Umwelt, Energie und Entwicklung.

Politisch sei es ihm ein Anliegen, dass die Sorgen der Bürger vor Ort direkt bei den politischen Entscheidungsträgern in München und Berlin ankommen, „sodass dort eine Politik gemacht werden kann, die sich am Menschen, an uns, orientiert und nicht an den tatsächlichen Problemen völlig vorbeigeht“. Und er wolle bei ihnen „auf der Matte stehen“, um für die drei Kurorte im Landkreis die nötige Unterstützung zu bekommen. Schließlich seien nicht nur Hotels und Gastronomie auf Touristen angewiesen, sondern auch Handwerksbetriebe und der Einzelhandel. Der Landkreis stehe wirtschaftlich bislang zwar gut da, viele Arbeitsplätze seien jedoch mit der Kfz-Branche verknüpft – in Zeiten des Klimawandels und der damit einhergehenden politischen Entscheidungen ein hochsensibles Konstrukt, so Pflügl. Ebenfalls nicht schulterzuckend hinnehmen wolle er den Niedergang der Landwirtschaft. Als Landrat könne er die EU- und Bundespolitik zwar nicht ändern, doch der Kreis könne sich überlegen, wie dieser Beruf wieder attraktiver werden könnte und wie die regionalen Produkte auch regional vermarktet werden könnten.

Ein weiteres Anliegen ist ihm die Verkehrspolitik. „Ich kann jetzt von Memmingerberg aus nach Albanien fliegen, aber wie ich am Sonntag mit dem Bus von Dirlewang nach Mindelheim kommen soll, kann mir immer noch niemand sagen“, so Pflügl. Statt in den Allgäu-Airport hätte das Geld in die Infrastruktur im ländlichen Raum investiert werden sollen. Dieser werde durch ein anständiges Mobilitätskonzept aufgewertet. Der Landkreis habe in den vergangenen Jahren zwar viele Projekte angestoßen, „aber wenn man in die Tiefe geht, wird’s manchmal schnell dünn“, ist Pfügls Eindruck. Es fehle die Leidenschaft, „wirklich was gestalten und voranbringen zu wollen“.

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Als Landrat müsse man auch die Dinge ansprechen dürfen, „die nicht so super laufen und die wir anpacken müssen“. Der Landkreis brauche einen „hochengagierten Gestalter, der bereit ist, hart zu arbeiten“, jemand, der das Unterallgäu liebe und dafür brenne – „und das tue ich aus tiefstem Herzen“, so Pflügl, dessen Bewerbungsrede mit lang anhaltendem Applaus quittiert wurde.

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