Nahverkehr

Erster Hybrid-Bus rollt im Memminger Stadtverkehr

Oberbürgermeister Manfred Schilder (links) ließ sich von Jürgen Haffelder, Geschäftsführer des Busunternehmens Angele-Reisen, auch die Rampe für Rollstuhlfahrer am neuen Hybrid-Linienbus zeigen.

Oberbürgermeister Manfred Schilder (links) ließ sich von Jürgen Haffelder, Geschäftsführer des Busunternehmens Angele-Reisen, auch die Rampe für Rollstuhlfahrer am neuen Hybrid-Linienbus zeigen.

Bild: Verena Kaulfersch

Oberbürgermeister Manfred Schilder (links) ließ sich von Jürgen Haffelder, Geschäftsführer des Busunternehmens Angele-Reisen, auch die Rampe für Rollstuhlfahrer am neuen Hybrid-Linienbus zeigen.

Bild: Verena Kaulfersch

Das Fahrzeug spart beim Kraftstoffverbrauch und sorgt für weniger Schadstoff- sowie Geräuschemissionen. Wie der Bus elektrische Energie erzeugt.
08.11.2020 | Stand: 16:31 Uhr

Durch die Straßen der Stadt fährt seit Kurzem ein neuer Hybrid-Linienbus: Der spart laut Jürgen Haffelder nicht nur beim Kraftstoffverbrauch und hat einen reduzierten Schadstoffausstoß – beim Stopp an der Haltestelle kommt er zudem ohne Geräusche aus. Darüber informierte der Geschäftsführer der Firma Angele-Reisen nun bei einem Treffen mit Oberbürgermeister Manfred Schilder. Beide blickten auch voraus auf die erste Stufe des neuen Stadtbuskonzepts, die ab Mitte Dezember starten soll.

„Clean Vehicles Directive“: So lautet der Name einer EU-Richtlinie, der zufolge ab 2026 emissionsarme oder -freie Modelle 65 Prozent der neu angeschafften Linienbusse ausmachen sollen. Mit dem Hybrid-Bus habe die Firma Angele als Betreiberin des Stadtverkehrs einen ersten Schritt in diese Richtung gemacht, sagte Haffelder.

Er gab einen Einblick in die Technik des Busses, der vor allem die Stadtbuslinien 1, 2 und 3 bedient. Jedes Mal, wenn das Fahrzeug bremst, wird die dabei entstehende Energie – die sogenannte Rekuperationsenergie – mit Hilfe eines Kurbelwellen-Starter-Generators in elektrische Energie umgewandelt. Diese wird in speziellen Modulen gespeichert und zur Versorgung des Bordnetzes genutzt, während der Dieselmotor an jeder Haltestelle automatisch abgeschaltet wird. Damit sinken laut Haffelder Kraftstoffverbrauch sowie Schadstoff- und Geräuschemissionen auf null. Aber auch während der Fahrt wird dem Geschäftsführer zufolge die gespeicherte Elektrizität genutzt, sodass der Dieselmotor weniger Energie erzeugen muss.

Der Effekt: Bei Treibstoffverbrauch und Schadstoffausstoß gibt es nochmals eine Einsparung von etwa 15 Prozent. Die Mehrkosten für die Hybrid-Ausführung des 250 000 Euro teuren Busses (zuzüglich Mehrwertsteuer) beliefen sich nach Angaben des Busunternehmens auf 20 000 Euro – zu 80 Prozent werden sie vom Freistaat Bayern gefördert. OB Schilder bedankte sich für den „unternehmerischen Mut“ der Firma Angele, die mit Blick auf Umweltschutz und Energieeinsparung einen „wegweisenden Schritt“ unternommen habe.

Ab Dezember soll das Hybrid-Fahrzeug dann auch als erster unter den Stadtbussen mit dem für sie vorgesehenen neuen Design durch Memmingen rollen. Vorgesehen ist ab 13. Dezember laut Haffelder auch die Umsetzung einiger Fahrplanverbesserungen im Zuge des Stadtbuskonzepts. In der Frage, ob dies trotz der durch die Corona-Pandemie erschwerten Bedingungen gelingen kann, zeigte sich OB Schilder zuversichtlich.