Naturschutz

Für ein insektenfreundliches Günztal

Naturaufnahmen Egger Wald Schmetterlinge und Störche im Günztal

Was muss getan werden, um die Lebensbedingungen der Insekten im Günztal zu verbessern? Dieser Frage geht ein neues Projekt der Stiftung Kulturlandschaft Günztal nach.

Bild: Siegfried Rebhan

Was muss getan werden, um die Lebensbedingungen der Insekten im Günztal zu verbessern? Dieser Frage geht ein neues Projekt der Stiftung Kulturlandschaft Günztal nach.

Bild: Siegfried Rebhan

Stiftung startet Projekt mit neuem Team und größerem Wirkungskreis. Auch die Maschinenringe und die örtlichen Bauern werden mit ins Boot geholt

Von Redaktion Memminger Zeitung
08.06.2020 | Stand: 06:00 Uhr

Das Thema „Insektenschutz“ ist spätestens seit dem Volksbegehren in aller Munde. Auch das Team der Stiftung Kulturlandschaft Günztal hat sich gefragt, welche Lebensbedingungen Insekten im Günztal vorfinden und was getan werden kann, um diese zu verbessern. Antworten darauf soll das neue Projekt „Insektenfreundliches Günztal – naturschonende Grünlandwirtschaft im Biotopverbund“ liefern.

Bisher hatte die Projektarbeit der Stiftung ihren Schwerpunkt in den Landkreisen Ost- und Unterallgäu. Nun wird der Wirkungskreis mit der Biologin Julia Sing auf den Landkreis Günzburg erweitert. Das Projektgebiet entspricht damit dem gesamten Wassereinzugsgebiet der Günz (rund 710 Quadratkilometer) und erstreckt sich vom Alpenvorland bis zur Donau auf einer Fließstrecke von rund 92 Kilometern.

Auch in Ottobeuren hat die Günztal-Stiftung ihr Team verstärkt. Um die Projektziele verfolgen zu können, unterstützen seit Kurzem die Umweltwissenschaftlerin Deniz Uzman und der Agrarwissenschaftler Stefan Schütz die Naturschutzarbeit im neuen Büro in der Bahnhofstraße 38. Im Juni 2018 hatte das Bundesamt für Naturschutz Verbände und Einrichtungen dazu aufgerufen, Ideen für Projekte einzureichen, mit denen die Vielfalt der Insekten gefördert und geschützt werden kann. Die Stiftung Kulturlandschaft freut sich sehr, mit einem der ersten Projekte im Rahmen des „Insektenaufrufs“ zu starten. „Unsere Naturschutz-Projektarbeit erreicht damit eine neue Liga. Das hätte ich mir bei der Stiftungsgründung vor 20 Jahren nicht träumen lassen“, freut sich Vorsitzender Michael Nett. Über einen Zeitraum von sechs Jahren wird das Projekt mit einer Summe von über 2,6 Millionen Euro durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit sowie durch den Bayerischen Naturschutzfonds gefördert.

Zum Schutz der Biodiversität arbeitet die Stiftung seit vielen Jahren am Aufbau eines Biotopverbundes. Nun soll wissenschaftlich überprüft werden, wie gut sich dieser für Insekten eignet und wie er noch verbessert werden kann. „Wir wollen wissen, ob sich Insekten innerhalb dieses Biotopverbundsystems ausbreiten können“, erklärt Professor Thomas Fartman von der Universität Osnabrück. Dazu wird Professor Robert Paxton von der Universität Halle-Wittenberg als weiterer Verbundpartner Insekten auch genetisch untersuchen.

Von insektenschonender Mähtechnik, über neue Kleinlebensräume für Insekten bis zu Bildungsprogrammen und Infokampagnen wird damit in Zukunft viel für die Insektenvielfalt im Günztal getan. Dabei wird die Stiftung eng mit den Maschinenringen Unterallgäu und Allgäu-Schwaben, dem Landschaftspflegeverband Günzburg und den Landwirten vor Ort zusammenarbeiten. Nicht zuletzt möchte die Stiftung in den kommenden Jahren auch die Bevölkerung der Günztal-Gemeinden für den Insektenschutz interessieren und begeistern.