Ottobeuren

Für junge Kreative ist in Ottobeuren „Land in Sicht“

"Land in Sicht"

Bild: Brigitte Unglert-Meyer

"Land in Sicht"

Bild: Brigitte Unglert-Meyer

Präsentation Ergebnisse von Projektwoche als Installation im Museum für zeitgenössische Kunst. Start für mehr?
07.10.2019 | Stand: 15:43 Uhr

Kreativ und experimentierfreudig präsentieren sich derzeit junge Kulturschaffende im Museum für zeitgenössische Kunst in Ottobeuren. Die 13 Kunst- und Designschaffenden aus Metropolregionen in Deutschland, der Schweiz und Belgien im Alter von 25 bis 36 Jahren hatten sich eine Woche lang unter dem Motto „Land in Sicht“ mit unterschiedlichen Lebensverhältnissen in Stadt und Land auseinandergesetzt. Zum Beispiel mit teuren Wohn- und Arbeitsräumen in der Stadt, dafür schlechterem Öffentlichen Personennahverkehr auf dem Land. Mit ihren Ergebnissen haben sie eine Performance und Installationen gestaltet.

Bürgermeister German Fries zeigte sich bei der Eröffnung der Schau sehr angetan von dem „spürbaren jugendlichen Elan“ im Foyer des Ottobeurer Museums. Die beiden Initiatorinnen von „Land in Sicht“ waren Vanessa Müller vom Ottobeurer Atelier Brieftaube und Astrid Hesse aus Bremen. Sie dankten für die Unterstützung, die sie von Bürgern und Bürgerinnen bei der Beherbergung und Bewirtung sowie seitens der Gemeinde unter anderem von Museumsleiter Markus Albrecht erfahren haben. Die Gemeinde hatte den Gästen auch Räume zum Arbeiten zur Verfügung gestellt und sei dem Projekt offen gegenüber gestanden – obwohl sie nicht wissen konnte, was dabei herauskommt, betonte Hesse. Eingeladen zum Ideenaustausch waren Designer, Fotografen, Künstler, Musiker oder Modemacher. Die beiden Organisatorinnen sind davon überzeugt, dass ihr Projekt „Zukunft hat“ und der Start für mehr sein kann.

Die Teilnehmer zeigen in der Präsentation, wie sie in den wenigen Tagen als Außenstehende Ottobeuren erlebt und was sie über den Ort herausgefunden haben. Das ist zum Beispiel nachzulesen in einer „Ottobeurer Wandzeitung“ von Ben Jurca aus Bremen. In drei Bildern richtet Sara Förster, ebenfalls Bremen, zielsicher den Fokus auf Details der Klostermauer. Es laufen Videos oder Bildfolgen von örtlichen Motiven. Ein Hingucker war bei der Vernissage die Performance „Entschleunigung“ der Künstlerin Joanneke Jouwame aus Arnhem (Belgien). Wiederum ganz anders zeigt die Bremer Modedesignerin Luisa Recker Ergebnisse eines Fotoshootings mit Ottobeurern für ihre erste Modekollektion, aufgehängt an einem von einem Ottobeurer Handwerker zusammengeschweißten Metallgestell und kurioserweise auf einem Teppich der Abtei.

Das sind nur wenige Beispiele, wie ideenreich die jungen Kreativen bei ihren Recherchen waren. Nicht ganz einfach und etwas unübersichtlich ist es allerdings, die einzelnen Präsentationen im Foyer den Beschreibungen zuzuordnen oder sie überhaupt zu entdecken. So blieb zum Beispiel vielen die effektvolle Idee verborgen, in den Schließfächern die Fotodokumentation der Projektwoche unterzubringen.

Laut Museumsleiter Albrecht bleibt die Präsentation „Land in Sicht“ noch bis Sonntag, 13. Oktober, im Museum für zeitgenössische Kunst Diether Kunerth.

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