Energieversorgung

Eine Photovoltaik-Anlage in einer wiederverfüllten Kiesgrube, umgeben von Gras und Schafen?

KB Photovoltaik

Eine Photovoltaik-Freiflächenanlage soll bei Unterbinnwang errichtet werden.

Bild: Franz Kustermann

Eine Photovoltaik-Freiflächenanlage soll bei Unterbinnwang errichtet werden.

Bild: Franz Kustermann

Die Kronburger Gemeinderäte segnen eine Bauvoranfrage für eine Photovoltaik-Anlage in einer wiederverfüllten Kiesgrube ab. Könnten dort einmal Schafe grasen?
27.05.2021 | Stand: 06:00 Uhr

Der Gemeinderat Kronburg hat jetzt einer Bauvoranfrage für die Errichtung einer Photovoltaik-Freiflächenanlage in einer wiederverfüllten Kiesgrube bei Unterbinnwang zugestimmt. Die Voranfrage hatte die Firma Walter Greif & Thomas Kreuzer mit Sitz in Kronburg/Greuth eingereicht.

Zum Einsatz kommen sollen pro Hektar etwa 2600 Module mit einer Leistung von jeweils 380 Watt. Die Photovoltaik-Anlage soll auf einer Teilfläche der wiederverfüllten Kiesgrube des Unternehmens Otto-Greif errichtet werden. Aufgrund der bisherigen Nutzung sei die Fläche für eine landwirtschaftliche Nutzung nicht mehr uneingeschränkt gut geeignet.

Laut den Antragstellern lassen die Module den Bewuchs mit Gras und Kräutern zu. Ohne eine großflächige Versiegelung des Bodens wäre dann eine landwirtschaftliche Nutzung „eingeschränkt möglich“ – etwa zur Beweidung mit Schafen. Der Versiegelungsgrad liegt laut den Bauwerbern deutlich unter fünf Prozent. Zudem könne die Anlage auch mit Naturschutzmaßnahmen, wie etwa Biotopen, kombiniert werden.

Bürgermeister von Kronburg: Photovoltaik-Anlagen nicht überall machbar

Laut Bürgermeister Hermann Gromer sind Photovoltaik-Freiflächenanlagen aber nicht im gesamten Gemeindegebiet machbar, wohl aber auf sogenannten Konversion-Flächen: Also etwa Gruben, wo einst der Abbau von Kies oder Lehm stattgefunden hat, oder direkt neben Autobahnen.

Wie der Rathauschef weiter berichtete, werden solche Anlagen bayernweit „bevorzugt auf Konversionsflächen erlaubt“. Falls die Gemeinde dies ablehnen würde, könnte das fehlende gemeindliche Einvernehmen sogar durch das Landratsamt ersetzt werden, meinte Gromer.

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Nach den Worten des Rathauschefs müssen nun höchstwahrscheinlich der Flächennutzungsplan und der entsprechende Bebauungsplan geändert sowie eine Nutzungsänderung beantragt werden. Die Kosten für diese Planung könnte die Gemeinde aber über einen städtebaulichen Vertrag auf den Antragsteller „umlegen“.