Einzelhandel

Flohmarktladen schließt in der Ulmer Straße in Memmingen

Die beiden ehrenamtlichen SKM-Mitarbeiterinnen Elke Häring (links) und Christa Geyer gehören seit vielen Jahren zum Team des Flohmarktladens in der Ulmer Straße 32 in Memmingen.

Die beiden ehrenamtlichen SKM-Mitarbeiterinnen Elke Häring (links) und Christa Geyer gehören seit vielen Jahren zum Team des Flohmarktladens in der Ulmer Straße 32 in Memmingen.

Bild: Uwe Hirt

Die beiden ehrenamtlichen SKM-Mitarbeiterinnen Elke Häring (links) und Christa Geyer gehören seit vielen Jahren zum Team des Flohmarktladens in der Ulmer Straße 32 in Memmingen.

Bild: Uwe Hirt

Geschäft des Memminger Sozialvereins SKM soll an anderer Stelle wieder öffnen. Verantwortliche haben Räume in der Kuttelgasse im Auge. Wann es weitergehen soll.
28.03.2021 | Stand: 15:00 Uhr

Die Regale sind gut gefüllt. Das Angebot reicht von Kleidung über Haushaltswaren bis hin zu Büchern, Spielen und CDs. Die gut erhaltenen Gegenstände warten allesamt im Flohmarktladen des SKM in Memmingen auf neue Besitzer. Doch die lassen an diesem Nachmittag auf sich warten. Bis auf die beiden ehrenamtlichen SKM-Mitarbeiterinnen Elke Häring und Christa Geyer ist niemand in den verwinkelten Räumen in der Ulmer Straße 32. „Wir haben meistens nur bis zu 15 Kunden am Tag“, erzählt Christa Geyer, die bereits seit 15 Jahren im Flohmarktladen arbeitet. Früher seien es mehr gewesen. „Die Erträge gehen seit Jahren kontinuierlich zurück“, sagt SKM-Geschäftsführer Helmut Gunderlach. Dies sei zum Teil der Lage des Geschäfts geschuldet. „Es ist etwas weit ab vom Schuss“, ergänzt Renate Frey, die hauptamtlich als Verwaltungsangestellte beim "Katholischen Verein für Soziale Dienste" (SKM) arbeitet. Daher haben sich die Verantwortlichen dazu entschlossen, den Laden in der Ulmer Straße aufzugeben. Ende des Monats ist Schluss – aber nicht aller Tage Abend. Denn der SKM möchte den Flohmarktladen gerne in seinen Räumen in der Kuttelgasse wieder eröffnen.

Entscheidung der Stadt Memmingen steht noch aus

„Dazu fehlt uns aber noch der nötige Bescheid von der Stadt“, sagt Gunderlach. Denn die Kommune müsse einer Nutzungsänderung zustimmen. Nur dann könne der Laden in der Kuttelgasse eröffnet werden. Beim SKM hofft man nun, dass dies im Mai der Fall sein wird. Die dortigen Räume sind laut Frey wesentlich besser für ein Ladengeschäft geeignet als der alte Standort. Denn die jetzigen Räume seien recht klein und verwinkelt. Dagegen könne man in der Kuttelgasse die Ware besser in einem großen Raum präsentieren. „Und wir hoffen aufgrund der Lage natürlich auch auf mehr Laufkundschaft als in der Ulmer Straße“, blickt Frey zuversichtlich nach vorn. Zudem soll das Angebot etwas verändert werden. „Wir wollen weg von Büchern und Elektrogeräten und den Schwerpunkt noch mehr auf Kleidung und Hauhaltsgegenstände legen“, sagt Frey: „Auch eine Kinderabteilung wäre schön.“ Darüber hinaus kann sich die Koordinatorin vorstellen, dass Künstler später einmal ihre Werke im neuen Laden ausstellen können.

Angebote für den kleinen Geldbeutel

„Wir wollen die Menschen, die auf günstige Angebote angewiesen sind, nicht im Stich lassen“, begründet Gunderlach den Wunsch, in die Kuttelgasse umzuziehen und das Geschäft nicht für immer schließen zu müssen. Gleichzeitig hebt er aber hervor, dass im Flohmarktladen jedermann einkaufen kann. Man benötige keinen Berechtigungsnachweis, wie etwa bei der Tafel. „Zu uns kann jeder kommen, der sich für gut erhaltene Gebrauchtwaren interessiert.“ Die Artikel, die der SKM verkauft, sind allesamt gespendet. „Wir kaufen nichts an“, stellt Gunderlach klar. Und die Einnahmen fließen zu 100 Prozent in die Arbeit des SKM. Den Verkauf übernehmen ehrenamtliche Mitarbeiter. „Allerdings wird es immer schwieriger, neue Ehrenamtliche zu finden, die sich längerfristig bei uns engagieren wollen“, sagt Gunderlach. Umso glücklicher sei er darüber, dass sich Männer und Frauen wie Christa Geyer so sehr für den SKM einsetzen. Die 71-Jährige sagt auf die Frage, wer denn so alles im SKM-Laden einkauft: „Das ist sehr unterschiedlich. Es sind aber nicht nur Menschen, die wenig Geld zur Verfügung haben.“ So würden zum Beispiel auch Flohmarktliebhaber vorbeischauen und nach Schnäppchen stöbern. Zudem gebe es auch Stammkunden. „Das sind vor allem ältere Leute“, sagt Christa Geyer. "Die kommen auch einfach so mal vorbei, um mit jemand reden zu können. Und wir hören gerne zu."