Allgäu Airport

Ukraine-Flüchtlinge: Wie ist die Situation am Flughafen Memmingen?

Am Flughafen Memmingen ist vom Krieg in der Ukraine neben Kiew und Lemberg aktuell ein drittes Ziel im Flugplan betroffen. Augenscheinlich kommen auch Flüchtende mit Maschinen aus Osteuropa an.

Am Flughafen Memmingen ist vom Krieg in der Ukraine neben Kiew und Lemberg aktuell ein drittes Ziel im Flugplan betroffen. Augenscheinlich kommen auch Flüchtende mit Maschinen aus Osteuropa an.

Bild: Stefan Puchner, dpa (Archiv)

Am Flughafen Memmingen ist vom Krieg in der Ukraine neben Kiew und Lemberg aktuell ein drittes Ziel im Flugplan betroffen. Augenscheinlich kommen auch Flüchtende mit Maschinen aus Osteuropa an.

Bild: Stefan Puchner, dpa (Archiv)

Kommen am Flughafen Memmingen aktuell viele Flüchtlinge aus der Ukraine an? Und was passiert mit ihnen? Das sagt Allgäu-Airport-Geschäftsführer Ralf Schmid.
18.03.2022 | Stand: 15:05 Uhr

Bereits Anfang März hatte sich der Allgäu Airport bereit erklärt, Drehscheibe für Ukraine-Flüchtlinge zu werden. Man wolle die Fluggesellschaft Wizzair dabei unterstützen, kostenlos Flüchtende aus Grenzgebieten nahe der Ukraine auszufliegen, hieß es.

Wie sieht die Lage derzeit am Flughafen Memmingen aus? Laut Airport-Geschäftsführer Ralf Schmid sei auffällig, dass aktuell viele Frauen und Kinder aus den Wizzair-Maschinen aus Rumänien aussteigen würden. Es gebe auch einige Sonderflüge für Flüchtende von den Flughäfen Suceava und Iaşi nahe der ukrainischen Grenze. Flüge aus der Ukraine sind nicht mehr möglich, da der Luftraum für die zivile Luftfahrt gesperrt ist.

Genaue Zahlen zu einreisenden Geflüchteten am Allgäu Airport gibt es nicht, da keine Visapflicht herrscht. "Wir erfassen diese Menschen nicht und sehen ihnen auch nicht an, ob es sich um Menschen aus der Ukraine oder beispielsweise aus Rumänien handelt", sagt Schmid.

"80 bis 90 Prozent dieser vielleicht als Flüchtlinge zu bezeichnenden Menschen werden bei uns am Airport abgeholt - sei es durch Helfer, Bekannte oder Verwandte. Sie reisen weiter." Nur ein kleiner Prozentsatz habe keine Ansprechpartner. Am Flughafen Memmingen würden sich die Behörden und die Polizei um diese Menschen kümmern und sie entsprechend verteilen, beispielsweise auf das Ankerzentrum Augsburg.

Ralf Schmid ist Geschäftsführer des Allgäu Airports bei Memmingen.
Ralf Schmid ist Geschäftsführer des Allgäu Airports bei Memmingen.
Bild: Matthias Becker (Archiv)

Flughafen Memmingen: Drittes Flugziel von Ukraine-Krieg betroffen

Am Flughafen Memmingen ist vom Krieg in der Ukraine neben Kiew und Lemberg aktuell ein drittes Ziel im Flugplan betroffen. Derzeit seien keine Flüge mehr von und nach Chișinău in Moldawien möglich, sagt Schmid. Stattdessen werde der rund 150 Kilometer entfernte Flughafen in Iaşi/Rumänien angeflogen. Chișinău liegt nahe der ukrainischen Grenze zur umkämpften Region um die Oblast Odessa.

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Man habe persönliche Kontakte zu Mitarbeitern der Flughäfen in Lemberg und Kiew. Beide Airports standen bis Ende Februar auf dem Flugplan des Flughafens Memmingen und wurden mehrmals wöchentlich von Wizzair und Ryanair angeflogen. "Wir haben den Menschen, die dort tätig sind, Hilfe angeboten. Etwa, indem ihre Frauen und Kinder zu uns ausreisen können", sagt Schmid.