Ottobeuren/Mindelheim

Folgen der Fusion

Medizin Kreistag diskutiert über Kliniken
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Von baus/hku
22.10.2019 | Stand: 15:22 Uhr

Die Fusion der Unterallgäuer Kreiskliniken mit dem Klinikverbund Kempten-Oberallgäu ist besiegelt: Knapp zwei Wochen vor dem Start am 1. November wurden die Verträge unterschrieben (wir berichteten gestern). Zuvor war das Thema im Unterallgäuer Kreistag. Der bisherige Vorstand der Kreiskliniken, Franz Huber, erläuterte den Sachstand.

Ab dem 31. Oktober werde demnach die Schlussbilanz für das Kommunalunternehmen Kreiskliniken erstellt, das dann aufgelöst wird. „Im Februar soll die ganze Transaktion abgeschlossen sein“, sagte Huber, der zu den vier Geschäftsführern des neuen Verbundes gehören wird.

Er umfasst die Kliniken Mindelheim, Ottobeuren, Kempten, Immenstadt, Sonthofen und Oberstdorf und bildet den größten Klinikverbund in kommunaler Trägerschaft in Schwaben. Mit rund 4000 Arbeitsplätzen zählt er zu den größten Arbeitgebern im Allgäu. In diese Zahl mit eingerechnet sind die rund 800 Beschäftigten der Kreiskliniken in Mindelheim und Ottobeuren, deren Arbeitsverträge in den neuen Verbund übertragen werden. Die bisherigen Regelungen – unter anderem zu Gehalt, Arbeitszeiten, Urlaub und Kündigungsschutz – bleiben so erhalten. Allerdings seien Versetzungen nicht ausgeschlossen, sagte Huber auf Nachfrage von Kreisrat Stefan Welzel (CSU). Im Bereich der Pflegekräfte und Ärzte sei dies momentan zwar nicht absehbar. „Es kann aber Verwaltungsbereiche geben, in denen es à la longue zu Zentralisierungen und damit zu Veränderungen kommen kann“, so Huber.

Welzels Parteikollege Robert Plersch wollte wissen, ob der neue Verbund Auswirkungen auf die geplanten Aus- und Umbauten der bisherigen Kliniken habe, was Landrat Hans-Joachim Weirather (FW) verneinte. „Alles wird genauso umgesetzt, wie wenn wir alleine geblieben wären.“ Auch zu den Kurzzeitpflegeplätzen, nach deren Erhalt sich Roswitha Siegert (CSU) erkundigt hatte, gebe es „jetzt und in Zukunft ein klares Bekenntnis“.

Ingrid Fickler (CSU) fragte schließlich erneut nach dem medizinischen Konzept. Hier gebe es bereits Eckpunkte, so Weirather. Das Mindelheimer Krankenhaus solle als Grund- und Regelversorger erhalten bleiben und zudem eine Neuausrichtung erfahren. Konkreter wurde der Aufsichtsratsvorsitzende Gebhard Kaiser. Denkbar sei, in Mindelheim die Gastroenterologie und die Kardiologie zu stärken, in Kempten könnten Onkologie sowie Unfall- und Bauch-Chirurgie ausgebaut werden. Erst in den nächsten drei Jahre werde sich die Kliniken-Landschaft durch die geplanten medizinischen Schwerpunkte verändern.

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Das Krankenhaus in Ottobeuren solle laut Weirather weiterhin über alle Einrichtungen verfügen, die für die Behandlung von Notfällen notwendig sind und sich darüber hinaus auf Orthopädie spezialisieren. Die Sorge Ficklers, dass der geplante dritte Operationssaal, der ab April 2020 gebaut werden soll, damit überflüssig sein könnte, teilte Weirather nicht. Der OP werde unbedingt gebraucht.