Freiheitspreis in Memmingen

Steht die Pressefreiheit unter Druck?

Bei einer Podiumsdiskussion am Vorbabend der Verleihung des Freiheitspreises ging es im Kolbe-Saal in Memmingen um das Thema Pressefreiheit. Es diskutierten (von links): Alexander Hold (Freie Wähler), Oberbürgermeister Manfred Schilder, Moderator Gerd Horseling, Markus Rinderspacher (SPD) und Thomas Gehring (Grüne).

Bei einer Podiumsdiskussion am Vorbabend der Verleihung des Freiheitspreises ging es im Kolbe-Saal in Memmingen um das Thema Pressefreiheit. Es diskutierten (von links): Alexander Hold (Freie Wähler), Oberbürgermeister Manfred Schilder, Moderator Gerd Horseling, Markus Rinderspacher (SPD) und Thomas Gehring (Grüne).

Bild: Uwe Hirt

Bei einer Podiumsdiskussion am Vorbabend der Verleihung des Freiheitspreises ging es im Kolbe-Saal in Memmingen um das Thema Pressefreiheit. Es diskutierten (von links): Alexander Hold (Freie Wähler), Oberbürgermeister Manfred Schilder, Moderator Gerd Horseling, Markus Rinderspacher (SPD) und Thomas Gehring (Grüne).

Bild: Uwe Hirt

Landtagsabgeordnete sprechen bei Podiumsdiskussion in Memmingen über die Rolle des Journalismus' in Deutschland und die Bedeutung von Demokratie.
23.05.2022 | Stand: 11:51 Uhr

Durch den Ukraine-Krieg und die damit verbundene Kontrolle Putins über die russischen Medien ist das Thema Pressefreiheit einmal mehr in den Vordergrund gerückt. Doch wie sieht es eigentlich in Deutschland aus und wie kann Qualitätsjournalismus gestärkt werden? Um diese und weitere Fragen ging es bei einer Podiumsdiskussion am Vorabend der Verleihung des Freiheitspreises im Kolbe-Saal in Memmingen.

Alexander Hold: Problem, verlässliche und gesteuerte Information auseinanderzuhalten

Landtagsabgeordneter Alexander Hold (Freie Wähler) sieht angesichts der verschiedenen Angebote von traditionellen Medien und zahleichen Beiträgen im Internet ein großes Problem darin, „verlässliche und gesteuerte Informationen auseinanderzuhalten“. Wobei er anmerkte, dass es in Deutschland noch Qualitätsmedien gibt, „um die uns fast die ganze Welt beneidet“. Thomas Gehring hat einen „dramatischen Wandel des Öffentlichkeits-Geschäfts“ festgestellt – mit neuen Medien und neuen Playern. „Die Presse muss schneller und die Beiträge müssen zugespitzter werden, um noch bestehen zu können“, sagte der Landtagsabgeordnete der Grünen.

Thomas Gehring warnt vor Informationen von Parteien am "komplett rechten Rand"

Zudem warnte er davor, dass mittlerweile auch Parteien „am komplett rechten Rand“ hochprofessionell im Verbreiten ihrer Informationen sind. Markus Rinderspacher sieht nicht nur die Pressefreiheit unter Druck, sondern auch die Demokratie, die weltweit einen Rückzug erlebe. Daher forderte der SPD-Landtagsabgeordnete unter anderem mehr Demokratie-Bildung – auch im Unterricht. Sein Vorschlag: Mehr Sozialkunde an den Schulen.

Markus Rinderspacher: Unabhängigkeit der Medien wichtig

Auf die Frage von Moderator Gerd Horseling, ehemaliger stellvertretender Chefredakteur der Augsburger Allgemeinen, wie man Qualitäts-Journalismus retten kann, hatten die Teilnehmer unterschiedliche Ansätze. Während Hold eine Subvention von Printmedien für überlegenswert hält, betonte Oberbürgermeister Manfred Schilder, der die erkrankte CSU-Landtagsabgeordnete Angelika Schorer vertrat, dass Medien „nicht am Tropf des Staates hängen“ sollten. Er glaubt aber auch, dass traditionelle Medien mittlerweile die Meinungshoheit verloren haben. Thomas Gehring brachte neue wirtschaftliche Überlegungen ins Spiel wie etwa ein „Stiftungsmodell“. Markus Rinderspacher betonte in diesem Zusammenhang, es sei vor allem wichtig, dass Medien ihre Unabhängigkeit nicht verlieren.