Schlussstrich mit Abschlusskonzert

Frühstückstreffen für Frauen in Memmingen steht vor dem Aus

Die Mitarbeiterinnen organisierten das Frühstückstreffen für Frauen in Memmingen.

Die Mitarbeiterinnen organisierten das Frühstückstreffen für Frauen in Memmingen.

Bild: Wiebel

Die Mitarbeiterinnen organisierten das Frühstückstreffen für Frauen in Memmingen.

Bild: Wiebel

Die Mitarbeiterinnen organisieren eine letzte Veranstaltung, bevor das Format nun nach 30 Jahren eingestellt wird. Wo die Gründe liegen und was jetzt geplant ist.
23.09.2022 | Stand: 12:00 Uhr

Gerlinde Wiebel ist wehmütig. Die 66-Jährige ist eine von gut 30 Mitarbeiterinnen im „Team FFF-MM“. Das steht für Frühstückstreffen für Frauen in Memmingen. Nach 30 Jahren ist für den Frühstückstreff das Aus gekommen. Zum Abschluss laden die Mitarbeiterinnen noch ein letztes Mal zu einer besonderen Veranstaltung ein.

Zwei Mal im Jahr ein Frühstückstreffen

Gerlinde Wiebel blickt auf die vergangenen 30 Jahre zurück. Sie ist von Beginn an dabei gewesen. Alles fing mit einer Frau an – und zwar mit Barbara Jakob aus der Schweiz, die ein Frühstückstreffen ins Leben rief. Das Vorbild machte auch in anderen Ländern Schule. In Memmingen startete eine Gruppe aus Frauen der hiesigen Kirchen gemeinsam das Angebot. Zwei Mal im Jahr (Frühjahr und Herbst) fand ein Frühstück statt. Erste Station, so erinnert sich Wiebel, war das Hotel Adler. Frauen aller Altersstufen waren eingeladen.

Vorträge, Denkanstöße, Austauch und Gemeinsamkeiten

Neben Vorträgen ging es um den Austausch über die unterschiedlichsten Themen. Es gab Denkanstöße und „beim Treffen konnte man für eine gewisse Zeit die Alltagssorgen vergessen“. „Es war auch ein Frühstück für die Seele“, sagt Wiebel. Alle Mitarbeiterinnen hatten ihre Aufgaben – zum Beispiel im Bereich Kasse, des Tischdienstes oder für die Musik. Waren es anfangs um die 90 Teilnehmerinnen beim Frühstückstreffen, so wurden später über 200 gezählt. Der Veranstaltungsort wechselte deswegen auch vom Kolbe-Haus zur Festhalle Benningen.

Die Gründe für den Abschied

Doch warum ist jetzt Schluss? Da gibt es laut Wiebel mehrere Faktoren. „30 Jahre sind eine lange Zeit und alles hat seine Zeit und somit auch mal ein Ende. Unsere Gesellschaft und die Lebensverhältnisse haben sich verändert.“ Vor 30 Jahren hätte es noch viel mehr „Hausfrauen“ gegeben, heute sei die Zeit durch Job und Familie noch stärker begrenzt. Hinzu kommt: „Die letzte Veranstaltung war im Jahr 2019. Corona bremste uns aus. Wir als Mitarbeiterinnen werden auch nicht jünger und der Nachwuchs fehlt.“

Ihr habe die Vorbereitung immer viel Freude bereitet, ebenso die Treffen selbst. „Man hatte Kontakt zu Menschen, lernte neue Leute kennen und merkte schnell, dass man mit seinen Problemen nicht allein dasteht“, zeigt die 66-Jährige auf und ergänzt im Gespräch: „Der Austausch ging auch in die Tiefe, war offen und lebensnah. Man konnte über Gefühle sowie den Glauben sprechen.“

"Für mich war es eine erfüllte und besondere Zeit"

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Die Berufung auf Jesus habe sie motiviert. „Für mich war es eine erfüllte und besondere Zeit“, sagt Gerlinde Wiebel. Sie ist der Meinung: „Auch in unserer Zeit möchten sich Frauen austauschen, aber eben nicht mehr an einem Samstagvormittag. Vielleicht hat die jüngere Generation etwas Neues in petto, neue Ideen.“

Zum Abschluss findet am Samstag, 24. September, ein Treffen samt Konzertabend um 19.30 Uhr in der Festhalle Benningen statt. Sängerin Sefora Nelson ist zu Gast.

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