Explosion in Memmingen

Gasexplosion bei BRK Memmingen: Retter arbeiten wieder vor Ort

Gasexplosion in Memmingen beim Bayerischen Roten Kreuz: Mehrere Menschen wurden dabei am 5.Februar verletzt.

Gasexplosion in Memmingen beim Bayerischen Roten Kreuz: Mehrere Menschen wurden dabei am 5.Februar verletzt.

Bild: Thomas Schwarz

Gasexplosion in Memmingen beim Bayerischen Roten Kreuz: Mehrere Menschen wurden dabei am 5.Februar verletzt.

Bild: Thomas Schwarz

In Memmingen hat sich am Freitagmorgen eine Gasexplosion ereignet. Dabei wurden fünf Menschen verletzt, eine Frau schwer. Experten prüfen Freigabe des Hauses.
12.02.2021 | Stand: 14:27 Uhr

  • Am Freitagmorgen hat sich in Memmingen beim Bayerischen Roten Kreuz eine Gasexplosion ereignet.
  • Fünf Menschen wurden dabei verletzt, eine Frau sehr schwer.
  • Weil eine weitere Explosion nicht ausgeschlossen werden konnte, wurde der Bereich Donaustraße großräumig evakuiert.

Update 12.Februar, 12 Uhr: Rettungswache arbeitet nach Explosion wieder

Genau eine Woche konnte die Rettungswache des Bayerischen Roten Kreuzes in Memmingen nicht von den eigenen Räumen aus arbeiten – eine Gas-Explosion hatten Teile des Gebäudes zerstört. Nun gaben die Experten das BRK-Haus wieder zur Nutzung frei, so dass die insgesamt rund 15 Einsatzkräfte und fünf Fahrzeuge von der zwischenzeitlichen Unterkunft bei den Maltesern wieder zurückkehren konnten und zu ihren Einsätzen von der Donaustraße aus starten. Weiter unklar ist die Ursache der Explosion. Die Kripo geht von einem Unglück aus, ein Teil der sichergestellten Gasleitung wird nun auf ein Leck beim LKA untersucht. Wie es der Reinigungskraft geht, die die Explosion durch das Anschalten eines Lichtschalters ausgelöst hatte und sich Brandverletzungen zuzog, ist ebenfalls unklar. Laut einem Polizeisprecher befindet sich die 56-Jährige weiter in der Unfallklinik in Murnau.

Update 10.Februar, 13 Uhr

Die Ursache der Explosion ist weiter unklar. Die Polizei sicherte ein Teilstück der Gasleitung - es wird in einem Labor des Landeskriminalamts auf ein Leck beziehungsweise Schäden untersucht. Ein Ergebnis soll in einigen Wochen vorliegen. Derweil sind seit Dienstag mehrere Gutachter der Versicherung im DRK-Gebäude und begutachten die Schäden. Am Freitag kommt noch ein Statiker dazu. Erst wenn er Grünes Licht gibt, kann die Rettungswache aufgeräumt und weiter genutzt werden.

Update 17 Uhr: Frau erleidet Verbrennungen zweiten Grades - Drei Mitarbeiter des Roten Kreuzes aus Krankenhaus entlassen

Wie die Polizei mitteilte, sind bei der Explosion fünf Personen im Alter von 23 bis 58 Jahren verletzt worden. Ein 23-Jähriger, ein 25-Jähriger und ein 36-Jähriger wurden bei dem Vorfall leicht verletzt im Krankenhaus behandelt. Sie wurden mittlerweile wieder aus dem Krankenhaus entlassen. Ein 58-Jähriger bleibt vorsorglich im Krankenhaus, nachdem er durch eine Trockenbauwand am Kopf verletzt wurde. Alle vier Personen sind Mitarbeiter des Roten Kreuzes.

Zudem wurde bei der Explosion eine 56-jährige Frau, die einer externen Reinigungsfirma angehört, schwer verletzt. Sie wurde mit dem Hubschrauber in eine Unfallklinik geflogen. Laut Polizei ist die Frau außer Lebensgefahr. Sie erlitt jedoch Verbrennungen zweiten Grades.

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Teilweise ein Trümmerfeld ist die Rettungswache des BRK nach der Gasexplosion am Freitag. Im Inneren wird die Wucht der Druckwelle deutlich: Ganze Wände klappten weg, überall liegen Scherben und Büromaterial herum, so wie hier im Aufenthaltsraum.
Ursachensuche

Gas-Explosion beim Memminger BRK war offenbar ein Unglück

Die Rettungswache wurde im Innenbereich stark beschädigt. Das Flachdach eines Anbaus hat ebenfalls einen größeren Schaden erlitten. Es wurde durch einen Statiker des Technischen Hilfswerks als einsturzgefährdet eingestuft und durch Einsatzkräfte abgestützt. Der Zutritt zu dem Anbau bleibt laut Polizei vorerst gesperrt.

Im Einsatz waren die Feuerwehr Memmingen, das Technische Hilfswerk, der Rettungsdienst, die Stadt Memmingen und die Polizei mit insgesamt 200 Personen.

Die Kriminalpolizei Memmingen hat die Ermittlungen übernommen. Zwei Gutachter des Bayerischen Landeskriminalamtes unterstützen bei der Begehung des Gebäudes.

„Es war eine sehr gefährliche Situation und ich denke vor allem an die Verletzten. Ihnen wünsche ich alles Gute und eine baldige Genesung! Mein großer Dank geht an die vielen Einsatzkräfte, die die Lage absolut souverän und schnell unter Kontrolle gebracht haben“, sagt Oberbürgermeister Schilder gegenüber der Polizei.

Update 15.20 Uhr: Straßensperrung aufgehoben

Nach über neunstündiger Sperrung wegen der Gasexplosion ist die Donaustraße wieder für den Verkehr freigegeben.

Update 14.30 Uhr Stadtwerke-Chef: "Schwierige Leck-Suche"

"Ich gehe davon aus, das wir am Freitag kein Ergebnis mehr bekommen", sagt der Werksleiter der Memminger Stadtwerke, Peter Domaschke auf Nachfrage der Allgäuer Zeitung. Er meint damit die Suche nach dem Leck. Inzwischen sei die Gasleitung vor der Rettungswache an zwei Stellen unterbrochen und ohne Gas. Nun wird kontrolliert neues Gas eingeleitet, um die undichte Stelle zu finden. Das sei aber sehr aufwändig, denn es könne sich beispielsweise um kleine Haarrisse handeln, die schwer zu lokalisieren seien. Möglicherweise gebe es erst am Montag ein Ergebnis. Eine Gefahr bestehe aber nur, wenn sich Gas zum Beispiel in Hohlräumen sammeln würde - eine solche Gefahr sehe er in der Donaustraße nicht mehr. Über eine mögliche Ursache für die Explosion mag Domaschke nicht spekulieren. Das könnten Erschütterungsschäden durch den Straßenverkehr sein, Verschleiß oder auch Sabotage - weswegen sicherheitshalber die Kriminalpolizei mit eingebunden sei.

Update 13.45 Uhr Leck-Suche konzentriert sich auf zwei Stellen

Die Freigabe der Donaustraße verzögert sich. Hintergrund: Das Leck in der Gasleitung konnten die Fachleute der Memminger Stadtwerke bisher nicht finden. An zwei Stellen - vor dem BRK-Gebäude und einem benachbarten Bestatter - baggerten sie Löcher und legten dort die Leitungen frei.

Update 12.55 Uhr: Gas-Leck noch nicht gefunden, Straße wird aber wieder geöffnet

Den Schaden am BRK-Gebäude beziffert die Polizei auf eine mittlere sechsstellige Euro-Summe. Das Hauptgebäude der Rettungswache soll bald wieder zur Räumung der Trümmer und die weitere Nutzung freigegeben werden. Der Flachdach-Anbau samt Schulungsraum bleibt jedoch erst einmal gesperrt - wegen Einsturzgefahr. Gegen 13 Uhr soll die Donaustraße zumindest teilweise wieder für den Verkehr freigegeben werden. Sie war seit 6 Uhr zwischen Königsgraben und Schumacherring komplett gesperrt.

Update 12.20 Uhr Keine Explosionsgefahr mehr

Um kurz nach 12 Uhr gibt Memmingens Stadtbrandrat Raphael Niggl endgültig Entwarnung: "Es besteht keine Explosionsgefahr mehr". Einige der Feuerwehrleute und Rettungsdienste rücken nun ab. Die evakuierten Anwohner dürfen wieder in ihre Wohnungen und haben auch wieder Strom und Heizung. Derweil geht die Suche nach dem Leck in der Gasleitung weiter. Solange bleibt die Donaustraße weiter gesperrt.

Update 10.45 Uhr: Frau außer Lebensgefahr, Leck-Suche läuft noch

Gute Nachricht aus dem Klinikum Murnau: Die bei der Explosion verletzte Memminger Reinigungskraft sei außer Lebensgefahr, sagte ein Polizeisprecher. Sie soll Brand- und Schnittverletzungen haben. Einer der insgesamt sechs Verletzten konnte das Krankenhaus wieder verlassen. Derweil baggern die Memminger Stadtwerke und der Bauhof an zwei Stellen nahe dem BRK-Gebäude den Bürgersteig auf, um das Leck in der Gasleitung zu finden. Die Gasleitung ist inzwischen abgeriegelt, so dass kein neues Gas nachfließen kann. Wie lange die Donaustraße noch gesperrt bleibt, ist unklar. Im Gebäude-Innern stützen Mitarbeiter des THW die Decke eines Flachdachs ab, um einen Einsturz zu verhindern. Das Flachdach im hinteren Gebäudeteil wurde durch die immense Druckwelle ein Stück angehoben. Es sind immer noch insgesamt rund 200 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdiensten, Polizei und der Stadt vor vor Ort.

Update 10.05 Uhr: Polizeihubschrauber über der Unglücksstelle

Ein Polizeihubschrauber kreist über der Unglücksstelle und macht Luftaufnahmen. So sollen mögliche Schäden an Gebäuden gesucht werden. Laut einem Polizeisprecher scheint es aber keine Beschädigungen an benachbarten Häusern zu geben. Ein Sachverständiger für Explosionen vom Landeskriminalamt (LKA) wurde zudem in München bestellt - er soll die Ursache für die Explosion klären.

Update, 8.45 Uhr: Anwohnerin über Gasexplosion in Memmingen: "Es gab einen Mega-Knall"

Eine Gasexplosion in Memmingen hat am frühen Morgen Anwohner der Donaustraße in Memmingen aufgeschreckt. "Es gab einen Mega-Knall", schildert Nachbarin Claudia Weber, die schräg gegenüber dem BRK- Gebäude wohnt, unserem Reporter Thomas Schwarz den dramatischen Moment. "Es war unklar, ob es ein Unfall war. Dann habe ich die Druckwelle durchs offene Fenster gespürt und zerbrechendes Glas gehört und gesehen. Das Haus hat gerappelt." An ihrem Gebäude sei zum Glück kein Schaden entstanden.

Update, 8.40 Uhr: Berufsverkehr nach Gasexplosion in Memmingen eingeschränkt

Nach der Gasexplosion in Memmingen wurden nicht nur mehrere Häuser evakuiert, sondern auch die Donaustraße auf einem längeren Teilstück gesperrt. Dies führte zu Beeinträchtigungen im Memminger Berufsverkehr. Derweil hat das BRK in Memmingen mit den anderen Rettungsdiensten organisiert, dass es trotz der Explosion in einem seiner Bürogebäude den Dienst weiter aufrechterhält. Die Rotkreuzler erhalten dabei Unterstützung von den Maltestern, deren Räumlichkeiten sie mit nutzen dürfen.

An der Unglücksstelle selbst wollen THW-Mitarbeiter einen Teil des Gebäudes abstützen und die Statik überprüfen.

Update, 8.30 Uhr: Frau nach Gasexplosion in Memmingen schwer verletzt

Bei der Gasexplosion am frühen Morgen in Memmingen ist eine Frau schwer verletzt worden. Sie wurde mit dem Rettungshubschrauber in die Unfallklinik nach Murnau geflogen. Vier weitere Personen erlitten leichtere Verletzungen. Das teilte der Vorsitzende des BRK Unterallgäu, Dr. Ivo Holzinger auf Nachfrage unserer Reaktion mit. Bei der Frau handelt es sich demnach um eine Reinigungskraft. Sie wollte in der Früh in den Büroräumen des BRK Memmingen in der Donaustraße putzen. Als sie den Lichtschalter anknipste, ereignete sich die Gasexplosion. Als Ursache wird ausströmendes Gas von einem unterirdischen Leck angenommen.

Hier lesen Sie unsere Ursprungsmeldung:

Schockmoment in Memmingen: Gegen 6 Uhr am Freitagmorgen ereignete sich eine Gasexplosion beim Roten Kreuz in der Donaustraße am Rande der Altstadt. Fünf Personen wurden laut Polizei verletzt, die meisten glücklicherweise wohl leicht.

Rettungskräfte brachten die Verletzten ins Klinikum. Ursache für die Explosion war laut Polizei eine defekte Gasleitung, die unter der Straße vor dem BRK-Gebäude verlegt ist.

Betroffen von der Explosion war ein Büroraum des BRK. Zum Zeitpunkt der Detonation befanden sich nach ersten Informationen mehrere Rettungskräfte sowie eine Putzfrau darin.

Bilderstrecke

Mehrere Verletzte bei Gasexplosion in Memmingen

Die Polizei hat in einem Umkreis von 500 Metern alle Häuser evakuiert. Eine weitere Explosion könne nicht ausgeschlossen werden, hieß es zur Begründung.

Auf der Donaustraße liegen Scherben, die von der Wucht der Explosion in den frühen Morgenstunden zeugen. Zwei Fenster des Lagerraums gingen zu Bruch.

Gasexplosion in Memmingen: Einsatzkräfte versuchen das Leck zu finden

Die Einsatzkräfte gehen derzeit von einem Gasleck in einer unterirdischen Leitung aus. Mit einem Bagger versuchen Spezialisten, die Leitung freizulegen und das Leck zu finden.

Weiter ausströmendes Gas, so die Befürchtung, könnte sich unterirdisch ausbreiten und andernorts zu einer erneuten Explosion führen. Auch die Redaktionsräume der Memminger Zeitung wurden am Morgen evakuiert.

Unser Reporter Thomas Schwarz berichtet weiter von vor Ort.

Gasexplosion zerstörte im Herbst Schulgebäude in Vorarlberg

Eine spektakuläre Gasexplosion hatte sich erst vor drei Monaten in Dornbirn (Vorarlberg) ereignet: Eine Ausweichschule wurde dabei komplett zerstört. Drei Menschen wurden verletzt. Glasscherben und Metallstücke flogen über 100 Meter weit. Erst vor wenigen Tagen war bei einer Gasexplosion in Wien zudem ein Mensch ums Leben gekommen.

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