Vogelgrippe in Bayern

Geflügelpest: Landratsämter Unterallgäu und Lindau mahnen zur Vorsicht - neue Regeln für Halter

Weiterer Ausbrüche der Vogelgrippe in Baden-Württemberg

Verstärkte Vorsichtsmaßnahmen gelten laut den Landratsämtern Unterallgäu und Lindau erneut gegen die Geflügelpest.

Bild: Felix Kästle (Symbolbild)

Verstärkte Vorsichtsmaßnahmen gelten laut den Landratsämtern Unterallgäu und Lindau erneut gegen die Geflügelpest.

Bild: Felix Kästle (Symbolbild)

Die Geflügelpest in Bayern zwingt zum Handeln. Die Landratsämter Unterallgäu und Lindau informieren über die neue Allgemeinverfügung. Das müssen Halter wissen.
13.12.2021 | Stand: 16:26 Uhr

Bayernweit gelten zum Schutz von Haus- und Nutzgeflügel nun wieder verstärkte Vorsichtsmaßnahmen gegen die Geflügelpest. Jedes Landratsamt muss eine entsprechende Allgemeinverfügung erlassen. Diese enthält neben verstärkten Biosicherheitsmaßnahmen beispielsweise auch ein Verbot von Ausstellungen und Märkten und das Verbot, Wildvögel zu füttern (ausgenommen davon sind Singvögel). Eine Stallpflicht gibt es aktuell noch nicht, wie der Landkreis Unterallgäu mitteilt.

Vogelgrippe in Bayern: Das ist das Ziel der neuen Allgemeinverfügung

Durch die verschiedenen Maßnahmen soll der Kontakt zwischen Wildvögeln und Haus- und Nutzgeflügel vermieden und so verhindert werden, dass die Geflügelpest in eine Geflügelhaltung eingeschleppt wird. Aktuell sind in Bayern insgesamt drei Fälle bei Wildvögeln in den Landkreisen Cham und Nürnberger Land nachgewiesen.

Deutschlandweit wurden in dieser Saison laut bayerischem Umweltministerium mehr als 280 Fälle amtlich festgestellt. Zudem habe das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) kürzlich einen einzelnen Vogelgrippeausbruch in einem kleinen Hausgeflügelbestand mit rund 50 Hühnern im Landkreis Erding bestätigt.

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Erkennen Sie diese Vögel?

Geflügelpest: Was Halter nun zum Schutz ihrer Tiere wissen müssen

Das Landratsamt Lindau informiert Geflügelhalter zu den Biosicherheitsmaßnahmen. Diese gelten für alle privaten und gewerblichen Tierhalter, die Geflügel oder in Gefangenschaft gehaltene Vögel bis einschließlich 1000 Tieren besitzen:

  • Ställe müssen gegen unbefugtes Betreten gesichert sein. Zutritt nur mit betriebseigener Schutzkleidung oder Einwegschutzkleidung.
  • Schutzkleidung soll nach dem Gebrauch sofort abgelegt, gereinigt und desinfiziert werden. Einwegkleidung muss unverzüglich entsorgt werden.
  • Wenn die Tiere umgesiedelt werden, müssen alle Ställe und Gegenstände, die mit dem Geflügel in Berührung kamen, gereinigt und desinfiziert werden.
  • Betriebseigene Fahrzeuge zum Transport der Tiere müssen ebenfalls gereinigt und desinfiziert werden.
  • Betriebseigene Geräte müssen vor Benutzung durch einen anderen Betrieb gereinigt und desinfiziert werden.
  • Halter müssen eine ordnungsgemäße Schadnagerbekämpfung durchführen und diese dokumentieren.
  • Räume oder Behälter zur Aufbewahrung toter Tiere müssen nach der Abholung, aber mindestens einmal im Monat, gereinigt und desinfiziert werden.
  • Hygieneeinrichtungen zum Händewaschen und Ablegen sowie Desinfizieren der Kleidung müssen vorhanden sein.
  • Jegliche Veranstaltungen wie Märkte, Schauen und Ausstellungen sind verboten, bei denen mit den Tieren gehandelt oder verkauft wird. Ausgenommen ist der Verkauf von Tauben.
  • Die Fütterung von Wildvögeln ist im gesamten Landkreis Lindau untersagt.
  • Im mobilen Handel gilt eine Untersuchungspflicht. Halter dürfen ihre Tiere erst abgeben, wenn das Geflügel vom Tierarzt untersucht wurde.

Gibt es eine Ansteckungsgefahr für den Menschen?

Eine Ansteckung des Menschen mit dem Erreger über infizierte Vögel oder deren Ausscheidungen in Deutschland sei bislang nicht bekannt geworden. (Lesen Sie auch: Geflügelhaltung im Allgäu: Immer mehr mobile Hühnerställe)

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