Großprojekt

Geldspritze für neue Sporthalle in Lautrach

Die Finanzierung der neuen Zweieinhalbfach-Turnhalle in Lautrach, die anstelle der alten Mehrzweckhalle an derselben Stelle gebaut werden soll, scheint nun gesichert.

Die Finanzierung der neuen Zweieinhalbfach-Turnhalle in Lautrach, die anstelle der alten Mehrzweckhalle an derselben Stelle gebaut werden soll, scheint nun gesichert.

Bild: Franz Kustermann

Die Finanzierung der neuen Zweieinhalbfach-Turnhalle in Lautrach, die anstelle der alten Mehrzweckhalle an derselben Stelle gebaut werden soll, scheint nun gesichert.

Bild: Franz Kustermann

Die Gemeinde Kronburg beteiligt sich mit 400000 Euro am Neubau im Nachbarort. Warum der TV dennoch eventuell dennoch die Beiträge erhöhen muss.
04.12.2020 | Stand: 12:00 Uhr

Die Finanzierung der neuen Sporthalle des TSV Lautrach/Illerbeuren stand bis zuletzt auf wackeligen Beinen – nun scheint das Finanzierungsmodell gesichert: Die Gemeinde Kronburg gibt zu dem Projekt 400000 Euro. Lautrach steuert die bereits zugesagten 1,5 Millionen Euro bei – sowie 30 Jahre lange einen jährlichen Unterhaltszuschuss von 20000 Euro. Bei der jüngsten Gemeinderatssitzung in Kronburg wurde das Finanzierungsmodell vom Vereinsvorsitzenden Alexander Heintze und von Martin Heinle ausführlich vorgestellt.

Bei der vorangegangenen Besprechung mit den beteiligten Bürgermeistern war zuerst davon die Rede, dass der Turnverein von Kronburg anstelle der bereits beschlussmäßig zugesagten 300000 Euro nun 400000 Euro braucht. Auch von der Gemeinde Lautrach erwartete der Sportverein anstelle der bereits zugesagten 1,5 Millionen Euro einen höheren Zuschuss. Bei der Gemeinderatssitzung in Illerbeuren erläuterte Heinle nun, dass von Kronburg jetzt sogar eine halbe Million Euro benötigt werde. Lautrach müsste laut Heinles Berechnung 1,95 Millionen locker machen, damit das auf Lautracher Flur geplante Projekt verwirklicht werden kann.

Wie er erläuterte, bekäme der Verein beim Neubau nämlich weniger Umsatzsteuer als geplant zurück, weil nur der „sportliche Anteil“, nicht aber der „wirtschaftliche“ in den Genuss dieser Rückvergütung kommt. Laut Heintze sei zudem die Sponsorensuche nicht wie erhofft verlaufen: Von 65 angeschrieben Firmen hatte der Verein wegen der Corona-Krise zwölf negative Rückmeldungen erhalten. Kronburg und Lautrach müssten für eine Realisierung der neuen Sporthalle deshalb ihre Zuschüsse deutlich erhöhen.

Wo kann gespart werden?

Wie Heintze berichtete, habe der TV mit dem Architekten über Kosteneinsparungen gesprochen. Reduzierungen wären etwa beim Hallenabriss, bei den Außenanlagen und bei der Ausstattung möglich. So könnten die Gesamtkosten von 5,6 auf 5,1 Millionen Euro runtergebracht werden. Der BLSV-Zuschuss würde bei rund 2,1 Millionen Euro liegen. Zudem bekäme der Verein ein Darlehen von 837000 Euro. Inklusive der von den beiden Gemeinden bereits fest zugesagten Zuschüsse (1,8 Millionen Euro) würden dem TSV für den Hallenbau zu einer „gesicherten Finanzierung“ noch 432000 Euro fehlen; 164000 Euro würden aus der Umsatzsteuerrückerstattung zurückfließen. An Eigenkapital verfügt der Verein aktuell 125000 Euro.

Heinle rechnet bei Abriss und Dachbegrünung mit Eigenleistungen im Wert von 50000 Euro. Mögliche Einsparungen, etwa durch Verzicht auf Steuerberater und EDV-Kosten, bezifferte Heinle auf jährlich rund 20000 Euro. Allerdings hätte der TSV eine jährliche Zins- und Tilgungsleistung von 31600 Euro zu erbringen. Bei der neuen Halle werden jährlich etwa 25000 Euro an Unterhaltskosten fällig. Um Beitragserhöhungen für die Mitglieder werde man daher nicht herumkommen. Mehreinnahmen von etwa 11000 Euro würden hieraus erwartet.

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Angesichts von 550 Mitgliedern aus der Nachbargemeinde erwartete Heine von Kronburg einen Zuschuss von einer halben Million Euro; Lautrach sollte sogar 1,95 Millionen zur Verfügung stellen. Heinle: „Dann würden wir mit den Einsparungen und Mitgliedsbeiträgen klarkommen!“

Unterschiedliche Ansichten

Die Kronburger Gemeinderäte sahen das ambitionierte Ansinnen sehr unterschiedlich: Josef Hengler sprach sich dafür aus, dass die Gemeinden für die Sportler voll und ganz in die Bresche springen sollten: „Mittlerweile grundsolide geplant, sollte man das Projekt nicht scheitern lassen.“ Wenn zukünftig bei der Finanzierung etwas schieflaufe, „dann müssen natürlich die Kommunen dafür geradestehen“, forderte er vehement.

„Was ist, wenn das Ganze zehn Prozent mehr kostet“, fragte die Dritte Bürgermeisterin Anni Reisle. Bürgermeister Hermann Gromer bezeichnete die Anhebung des erwünschten Zuschusses auf eine halbe Million „einen großen, hohen Schritt“. Auch für den Zweiten Bürgermeister Roland Kramer ist der Sprung fast zu groß: „Die Informationen hätte man vor drei Wochen schon gebraucht“, monierte er.

Die Abstimmung erfolgte schließlich nicht öffentlich: Laut dem Kronburger Gemeindechef beschloss das Gremium einen Zuschuss von 400000 Euro. Wie Bürgermeister Reinhard Dorn auf Anfrage mitteilte, will sich Lautrach an der Halle mit den bereits zugesagten 1,5 Millionen Euro beteiligen. Zusätzlich sicherte die Kommune dem Verein jedoch 30 Jahre lange einen jährlichen Unterhaltszuschuss von 20000 Euro zu. Für Alexander Heintze, der auch als Zweiter Bürgermeister von Lautrach fungiert, ist die Finanzierung damit nun „gesichert“.