Nach Urteil zum Museumsbrand

Gemeinde Kronburg stellt sich hinter Feuerwehrmann

Die Wiederaufbauarbeiten der Sölde Siegertshofen auf dem Areal des Bauernhofmuseums in Illerbeuren kommen gut voran. Ende Februar 2020 war das historische Gebäude wegen eines Funkenfeuers in Brand geraten.

Die Wiederaufbauarbeiten der Sölde Siegertshofen auf dem Areal des Bauernhofmuseums in Illerbeuren kommen gut voran. Ende Februar 2020 war das historische Gebäude wegen eines Funkenfeuers in Brand geraten.

Bild: Franz Kustermann

Die Wiederaufbauarbeiten der Sölde Siegertshofen auf dem Areal des Bauernhofmuseums in Illerbeuren kommen gut voran. Ende Februar 2020 war das historische Gebäude wegen eines Funkenfeuers in Brand geraten.

Bild: Franz Kustermann

Die Räte nehmen in einer gemeinsamen Stellungnahme den 35-Jährigen in Schutz, der wegen fahrlässiger Brandstiftung vor Gericht stand. Was sie dazu bewogen hat.
27.06.2021 | Stand: 06:00 Uhr

Gut einen Monat nach der Verurteilung eines Feuerwehrmanns aus Illerbeuren im Zusammenhang mit dem Brand einer Sölde auf dem Areal des Bauernhofmuseums, hat sich nun der Gemeinderat in einer offiziellen Stellungnahme hinter den 35-Jährigen gestellt. Der Mann war wegen fahrlässiger Brandstiftung vom Amtsgericht Memmingen zu einer Geldstrafe in Höhe von 7000 Euro verurteilt worden. Ihm wurde die Hauptverantwortung für die Durchführung des Funkenfeuers Ende Februar 2020 zugeschrieben, das letztlich den Brand ausgelöst hat.

"Funken in Illerbeuren wird von vielen Bürgern organisiert"

„Der besagte Feuerwehrmann hatte in dieser Angelegenheit keinerlei persönliche Funktion und Tätigkeit, die man ihm anlasten könnte“, heißt es in der Stellungnahme, die von allen Räten und Bürgermeister Hermann Gromer mitgetragen wird. Der Funken in Illerbeuren sei von vielen Bürgerinnen und Bürger aus der Gemeinde – jung und alt – organisiert und an genau derselben Stelle aufgebaut und abgebrannt worden wie seit vielen Jahrzehnten . Offiziell sei die Veranstaltung eigentlich nur wegen der gaststättenrechtlichen Genehmigung über den Feuerwehrverein gelaufen. Dies sei aber in diesem Zusammenhang auch als Anmeldung für den Funken wahrgenommen worden. „Somit kam der Feuerwehrverein als Veranstalter ins Spiel. Zu dieser Zeit war der belastete Feuerwehrmann Vorstand des Feuerwehrvereins und kam somit ins Visier der Staatsanwaltschaft.“ Für die Gemeinde Kronburg und auch deren Bevölkerung trage der Feuerwehrvorstand „keine persönliche Schuld“. Es gebe auch „keine praktische Beteiligung an diesem Unglück“. Es sei „eine Verkettung unglücklicher Umstände“ gewesen. „Wenn man sie vorhersehen könnte, würden sie nicht geschehen.“

"Dass Fehler gemacht wurden, ist uns allen klar"

Das Ratsgremium hätte es sich gewünscht, dass auch die Staatsanwaltschaft und das Gericht das so gesehen hätten, was leider nicht der Fall gewesen sei. „Dass Fehler gemacht wurden – auch von der Gemeinde Kronburg – ist uns allen klar. Es tut uns auch leid, dass dem Schwäbischen Bauernhofmuseum dadurch ein solcher Schaden entstanden ist. Im Nachhinein weiß man bekanntlich alles besser.“

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Der Verurteilte sei „ein überaus angesehener, pflichtbewusster und engagierter, menschlich korrekter Bürger. Darum tut es uns als Gemeinde sehr leid, dass die jetzige Situation entstanden ist und er für viele andere den Kopf hinhalten muss. Dass er hierfür zur Verantwortung gezogen wurde, bedauern wir sehr. Ebenso bedauern wir, dass er und seine Familie dadurch eine schwere Zeit mit vielen persönlichen Belastungen erleben mussten.“ Die Gemeinde stehe voll und ganz hinter ihm. „Wir werden ihn nach wie vor in allem unterstützen und wissen aufgrund von vielen Aussagen, dass dies auch die Bürger der Gemeinde Kronburg so sehen“, heißt es in der Stellungnahme.