Klimaschutz

Gemeinde Wolfertschwenden möchte Solarenergie fördern

PV-Kampagne Wolfertschwenden

Der Gemeinderat Wolfertschwenden prüft die Möglichkeiten für die Durchführung einer PV-Kampagne. Zunächst sollen unterschiedliche Fördermöglichkeiten erarbeitet werden.

Bild: Armin Schmid (Symbolbild)

Der Gemeinderat Wolfertschwenden prüft die Möglichkeiten für die Durchführung einer PV-Kampagne. Zunächst sollen unterschiedliche Fördermöglichkeiten erarbeitet werden.

Bild: Armin Schmid (Symbolbild)

Der Wolfertschwender Gemeindrat plant eine Photovoltaik-Kampagne. Was das Energie- und Umweltzentrum Allgäu (eza) dazu sagt.
18.12.2021 | Stand: 17:35 Uhr

Wolfertschwenden Der Wolfertschwender Gemeinderat will im Rahmen einer Photovoltaik-Kampagne den Klimaschutz fördern. Während der jüngsten Gemeinderatssitzung wurden daher verschiedene Fördermöglichkeiten näher beleuchtet.

Robert Irmler vom Energie- und Umweltzentrum Allgäu (eza) erläuterte, dass sich Solarstrom lohnt und dass viele Haushalte ein nicht ausgeschöpftes Potenzial für Photovoltaik (PV) auf ihren Dachflächen haben. Der Eigenverbrauch des auf dem Dach erzeugten PV-Stroms stehe ebenfalls im Fokus. Mit einem zusätzlichen Stromspeicher könne man 60 Prozent Unabhängigkeit vom Energieversorger erreichen.

Platz auf dem Dach zu finden, sei meist auch kein Problem. Für eine PV-Anlage im Bereich von fünf kWp reichen laut Robert Irmler bereits rund 30 Quadratmeter Dachfläche aus. Neben dem Eigenverbrauch könne man auch ein E-Auto in das System einbinden beziehungsweise mit selbst erzeugtem Strom betanken. Die Amortisationszeit einer PV-Dachanlage gab Irmler in einer Modellrechnung mit rund 14 Jahren an. Mit Speicher verlängere sich die Amortisation um etwa drei Jahre.

Auch Entsorgung von PV-Anlagen ist ein Thema

Gemeinderat Herbert Kirmse meinte, dass man die Elektromobilität eher schwer mit einbinden kann, da das Auto ja tagsüber im Bereich der Arbeitsstätte steht. Der zweite Bürgermeister Gerhard Kathan erkundigte sich nach den Entsorgungskosten für PV-Anlagen. Robert Irmler antwortete, dass dies kein Problem ist, da es sich um Wertstoffe handelt oder Stoffe, die man über das Recyclingsystem zurückführen kann.

Gemeinderätin Hedwig Göser fragte nach, ob man besser die PV-Anlage selbst fördern sollte, oder auch den Stromspeicher. Dr. Isabel Wendl (eza) antwortete, dass verschiedene Wege der Förderung möglich sind. Zunächst könne man Info-Veranstaltungen durchführen, um das Verständnis für Photovoltaik zu fördern und das Interesse zu wecken. Möglich wäre auch eine direkte Förderung. Beispielsweise 100 Euro pro PV-Modul. Man könne auch Infoabende abhalten, um Sammelbestellungen für PV-Anlagen zusammenzustellen und auf diesem Weg Sonderkonditionen für die Bürger zu ermöglichen.

Bürgermeisterin Beate Ullrich fügte an, dass man dann einen Wettbewerb herstellen und mehrere Anbieter mit einbeziehen müsste. „Ich wäre für die Förderung von PV-Anlagen, bin aber keine Freundin von Speichersystemen“.

Gleichbehandlung ist schwierig

Herbert Kirmse betonte, dass dies ein schwieriges Thema ist, denn letztlich handle es sich um Steuergelder. Zudem sei auch die Gleichbehandlung schwierig. Bestandsanlagen seien bereits installiert und bekämen keine Förderung mehr. Einkaufsvorteile durch eine Sammelbestellung seien eher möglich. Die Bürgermeisterin erläuterte, dass es bei Förderprogrammen generell so ist, dass man für den Förderbeginn eine zeitliche Grenze ziehen muss. Gemeinderätin Stephanie Bestle bekräftigte, dass man zuerst eine Info-Kampagne durchführen sollte.

Die Räte aus Wolfertschwenden haben sich in der Sitzung letztlich einstimmig dafür ausgesprochen, das Energieteam mit der Ausarbeitung von Vorschlägen im Rahmen einer PV-Kampagne zur Vorlage an den Gemeinderat zu beauftragen.