Neues Baugebiet

Gemeinderäte in Egg visieren die günstigste Lösung an

Für das Neubaugebiet Haldenweg in Egg an der Günz entschied sich der Gemeinderat einstimmig für eine Druckentwässerung und für die kostengünstige Wasserversorgung mit einem Hydranten am Sportplatz (hinten).

Für das Neubaugebiet Haldenweg in Egg an der Günz entschied sich der Gemeinderat einstimmig für eine Druckentwässerung und für die kostengünstige Wasserversorgung mit einem Hydranten am Sportplatz (hinten).

Bild: Franz Kustermann

Für das Neubaugebiet Haldenweg in Egg an der Günz entschied sich der Gemeinderat einstimmig für eine Druckentwässerung und für die kostengünstige Wasserversorgung mit einem Hydranten am Sportplatz (hinten).

Bild: Franz Kustermann

Gremium will die Erschließungskosten im Haldenweg niedrig halten. Auch Sportplatz erhält einen Wasseranschluss. Wo es noch rechtliche Unsicherheiten gibt.
21.12.2020 | Stand: 15:00 Uhr

Möglichst kostengünstig soll das neue Wohnbaugebiet Haldenweg am Sportplatz in Egg an der Günz mit zehn Plätzen erstellt werden. Allerdings ist am Zubringerweg zusätzlicher Grunderwerb nötig. Zudem ist aktuell rechtlich nicht geklärt, ob diese Verbindung zum Sportplatz dann mit den Anlieger-Erschließungsbeiträgen abgerechnet werden kann. Der Gemeinderat möchte nämlich die Straße ohne aufwendige Entwässerung, also „über die Schulter ins Bankett“ entwässern.

Im Zuge der Baumaßnahmen soll auch der nahegelegene Sportplatz mit einem Wasseranschluss ausgestattet werden. Wie Planer Julian Plener (Büro Fassnacht, Legau) ausführte, sind dreierlei Varianten möglich, die zwischen 3300 und 22 500 Euro kosten. Auf Anregung von Roland Müller entschied sich der Gemeinderat für die unkomplizierteste Lösung: Am Sportplatz wird ein Oberflurhydrant installiert. Dieser wird beim Schließen automatisch entwässert und kann so also im Winter nicht einfrieren. Zudem ermöglicht er mit einem Kostenaufwand von 5000 Euro eine einfache Spülung der Stichleitung.

Zahlenspiele in der Ratssitzung

Aufgrund der rechtlichen Unsicherheit wurde der Straßenbau auf drei Abschnitte aufgeteilt. Die Zubringerstraße könnte mit Bankett-Entwässerung erstellt werden, was laut Plener für 121 000 Euro zu bewerkstelligen wäre. Falls die Straße mit einer Entwässerungsmulde (mit belebter Bodenzone) ausgestattet werden müsste, würde der Bau 154 000 Euro, mit Randsteinen sogar 174 000 Euro kosten. Am Baugebiet entlang wären bei einer Bankett-Entwässerung 34 000 Euro (bei Mulde 54 000 Euro) fällig. Im Baugebiet selbst müssten auf der Stichstraße mit Wendeplatte auf jeden Fall Randsteine verlegt werden und das Oberflächenwasser über Pufferspeicher versickert werden: Kostenpunkt 131 000 Euro. Die Straßenverlängerung zum Sportplatz wird 57 000 Euro kosten. Weitere 15 000 Euro sind für den Ausbau eines Feldweges für die Erschließung der nördlich befindlichen Grundstücke erforderlich.

Bei der Wasser-/Abwasserentsorgung sind laut dem Planer ebenfalls drei Varianten möglich. Die günstigste Möglichkeit erfolgt über den Haldenweg. Im sogenannten „Freispiegel“ verlegt, würden 266 000 Euro anfallen. Allerdings ist hier eine Kellerentwässerung ohne Pumpen nicht möglich. Wenn mit einer Druckleitung gearbeitet würde, würde die Anlage aber nur 236 000 Euro kosten. Ein Anschluss über die Günztalstraße würde bei einer Druckentwässerung 310 000 Euro verschlingen. Eine weitere Möglichkeit wäre, das Abwasser am Sportplatz entlang und dann durch den Hang zu führen. Je nach Variante würde diese, „komplizierteste Führung“ bis zu 488 000 Euro erfordern.

Gute Erfahrungen gemacht

Auf Vorschlag von Bürgermeister Wolfgang Walter (Freie und überparteiliche Wählervereinigung) entschied sich der Rat nach ausgiebiger Diskussion einstimmig für einen Anschluss am Haldenweg, mit der kostengünstigsten Lösung per Druckentwässerung. Laut Walter hat die Gemeinde an anderer Stelle mit dieser Technik beste Erfahrungen gemacht, die Druckentwässerung funktioniere stets problemlos. „Egal, ob man es umlegen kann oder nicht, ob es zu Lasten der Bauwerber- oder der Gemeindekasse geht, es sollte für beide die günstigste und beste Lösung stattfinden“, sagte der Gemeindechef.

In nichtöffentlicher Sitzung zeigte sich der Rat mit den für den erforderlichen Grunderwerb nötigen Modalitäten einverstanden. Somit wäre bei der Zubringerstraße zum Sportplatz eine Entwässerung über das Bankett, und damit die kostengünstigste Variante möglich. Ob die Kosten für diesen Straßenabschnitt den Bauwerbern des neuen Wohnbaugebiets aufgebürdet werden können, ist derzeit noch ungeklärt. Auf jeden Fall soll eine „gerechte Lösung“ gefunden werden, auch für den Fall, dass auf der anderen Straßenseite noch weitere Bauplätze hinzukommen sollten. Walter sagte: „Wir müssen uns möglichst viele Türen offenlassen.“